Ermittlungen zu falscher Suiziddrohung laufen

+
Die Polizei war am Samstag in der Memellandstraße im Einsatz.
  • schließen

Die Polizei hat die Ermittlungen gegen den unbekannten Hacker aufgenommen.

Aalen. Die Ermittlungen gegen einen unbekannten Hacker, der am Wochenende eine falsche Selbstmordandrohung einer anderen Person verbreitete, laufen. Das bestätigt Polizeisprecher Bernd Märkle auf Nachfrage der Schwäbischen Post. „Es handelt sich um einen gehackten Whatsapp-Account“, berichtet er. Dort habe der Unbekannte in einer Whatsapp-Gruppe von Jugendlichen den Selbstmord eines der Mitglieder angedroht. Nun liegt der Fall und das Mobiltelefon des Opfers bei der Kripo-Abteilung für Cyberkriminalität.

„Das ist sicherlich kein dummer Jungenstreich“, sagt Märkle. Bei solchen Drohungen müsse die Polizei aktiv werden. Derartige Einsätze zu provozieren, „ist immer gefährlich“. Cyberkriminalität könne, von Mobbing bis zur ungewollten Verbreitung von Bildern und Daten, dramatische Folgen haben. 

Mehrere Tatbestände könnten für die oder den Täter infrage kommen – vom Vortäuschen einer Straftat oder Delikten, die unter Computerkriminalität, wie Identitätsdiebstahl fallen. Die Ermittlungen liegen nun bei ausgebildeten Cyberkriminalisten, die unter anderem bei der Auswertung von Datenträgern zum Einsatz kommen. Wie sich die oder der Hacker Zugang zum Smartphone des Opfers verschaffen konnte, ist aktuell noch unklar. „Aber die Kollegen sind dran und schauen, dass sie dem Täter auf die Schliche kommen.“

Es gebe Möglichkeiten, um sich gegen derartige Angriffe zu wappnen, sagt der Polizeisprecher. „Aber gegen Hackerangriffe ist man nie ganz gefeit.“ Es könne helfen, sichere Passwörter zu verwenden und diese regelmäßig zu ändern. „Also wirkliche Passwörter. Nicht ‘12345’“, betont Märkle. Dennoch könnten Nutzerinnen und Nutzer nicht viel unternehmen, wenn das Sicherheitsrisiko bei der Software liegt. 

Beamte des Aalener Polizeipräsidiums rückten am Samstagnachmittag in die Aalener Memellandstraße aus, nachdem ihnen eine Selbstmordandrohung gemeldet wurde. Auch Feuerwehr und Rettungskräfte waren vor Ort. Noch bevor die Einsatzkräfte konkrete Maßnahmen ergriffen, konnten sie die betroffene Person telefonisch erreichen und die Drohung als falsch enttarnt werden.

Zur ursprünglichen Meldung

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis