Nächtliche Flugmanöver über Aalen

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Zwei Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" fliegen in Formation. (Symbolbild)
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Militärischer Flugverkehr deutlich erhöht: Warum es am Himmel über Aalen derzeit immer mal wieder lauter als sonst ist.

Aalen. In der Regel hält sich Fluglärm über Aalen in Grenzen. Allerhöchstens, wenn Unwetter in Stuttgart landende oder startende Flugzeuge zu Ausweichrouten zwingen, kann es mal ein bisschen lauter werden. Oder wenn ein Kampfflugzeug mal wieder einen Überschallknall produziert – wie vergangenen Freitagvormittag. Doch vor allem vergangene Woche sorgte in den Abendstunden ein Brummen am Himmel für Aufmerksamkeit. Auch Leseranfragen erreichten die Redaktion: seit mehreren Tagen, ab 19 Uhr, manchmal auch erst ab 21 Uhr, Flugzeugbrummen - oft mehr als eine Stunde. Was war da los?

Das Luftfahrtamt der Bundeswehr gibt Auskunft. Zumindest am vergangenen Montag waren zwischen 19 und 20 Uhr fünf Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Eurofighter in einem temporär reservierten Luftraum "Allgäu" unterwegs. "Es handelte sich um die Nachtflugausbildung im TRA ALLGÄU durch das Taktische Luftwaffengeschwader 74 aus Neuburg a. d. Donau", informiert die Bundeswehr schriftlich. Aufzeichnungen der Deutschen Flugsicherung zeigen in diesem Zeitraum, dass zahlreiche zivile Flugzeuge in dieser Zeit einen Umweg geflogen sind. Manche davon haben Aalen von Stuttgart kommend knapp nördlich überflogen, um dann nach Süden abzubiegen. Auch das kann für zusätzliche Fluggeräusche gesorgt haben. Vermutlich, weil sie das Gebiet zwischen Aalen und Ulm in dieser Zeit aufgrund der nächtlichen Übung nicht durchfliegen konnten. 

Grundsätzlich ist über dem gesamten Gebiet der Bundesrepublik Deutschland militärischer Flugbetrieb zulässig, informiert die Bundeswehr. Militärischer Übungsflugbetrieb ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 24 Uhr Ortszeit zulässig. An Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen ruht der militärische Übungsflugbetrieb, so die Bundeswehr.

Die Kampfflugzeuge sind in der Regel mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von rund 800 km/h unterwegs und legen pro Minute ca. 13 Kilometer zurück. Daher gebe es laut Luftfahrtamt  "keine ausreichend dimensionierten, unbewohnten Gebiete, über denen der militärische Flugbetrieb ohne jegliche Lärmbelastung für die Bevölkerung durchgeführt werden könnte". Dieser sei trotz des Einsatzes von Flugsimulatoren unumgänglich für "eine kontinuierliche Vorbereitung auf die Landes- und Bündnisverteidigung sowie auf internationale Einsätze zur Krisenbewältigung für die Streitkräfte".

Insgesamt ist nach Auskunft der Deutschen Flugsicherung der Luftraum über Deutschland sehr dicht beflogen. Im Jahr 2019 haben die Fluglotsinnen und Fluglotsen der DFS rund 3,4 Millionen Flüge überwacht. Aktuell sind es durch den coronabedingten Verkehrsrückgang rund 30 Prozent weniger. Hinzu kommen seit Februar 2022 durch den Krieg in der Ukraine zahlreiche militärische Flugbewegungen, informiert die Pressesprecherin Ute Otterbein. Insgesamt habe sich der militärische Flugverkehr im deutschen Luftraum seitdem um rund 50 Prozent erhöht. Immer wieder komme es deshalb zu Reservierungen des Luftraums für eine militärische Nutzung. 

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