Netzwerk gegen Kinderarmut

  • Weitere
    schließen
+
An Kinder im Alter von 0 bis zehn Jahren richtet sich ein neues Projekt, mit dem Land und Landkreis den Kampf gegen Kinderarmut aufnehmen. Projektstart ist im September 2021.
  • schließen

Der Ausschuss für Soziales und Gesundheit des Kreistages stellt die Weichen für das Projekt „Gesunde Chancen für Klein und Groß“.

Aalen

Ein Stück Chancengleichheit für alle Kinder schaffen, das ist das Ziel von Land und Ostalbkreis. Ein Instrument dabei wird nun ein Projekt namens „Gesunde Chancen für Klein und Groß - Präventionsnetzwerk im Ostalbkreis gegen Kinderarmut“. Der Kreis-Ausschuss für Soziales und Gesundheit hat die Weichen für den Projektstart gestellt.


Darum geht es: Ziel ist es, die Chancen von Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien auf soziale Teilhabe zu steigern und Strukturen zu schaffen, um Kinderarmut zu bekämpfen. Bis 2030 soll ein Präventionsansatz gegen Kinderarmut in allen Stadt- und Landkreisen im Land erprobt sein. Der Ostalbkreis versucht an Fördermittel aus diesem Topf zu kommen, um vor allem im Bereich Gesundheit für Kinder aus armutsgefährdeten Familien Maßnahmen und Strategien aufzubauen. Die Landesförderung soll genutzt werden, um ein flächendeckendes Präventionsnetzwerk aufzubauen.


Gesundheit im Fokus: Bereits im Kindesalter bilden sich Ernährungs-, Bewegungs- und Gesundheitsverhalten aus. Gewöhnen sich Kinder an einen gesundheitsförderlichen Lebensstil, so hat dies positive Auswirkungen auf die Gesundheit und die Gesundheitskompetenz im weiteren Lebensverlauf, referierte Diana Kiemel vom Geschäftsbereich Gesundheit. Bisher wurden Kinder aus armutsgefährdeten Familien im Ostalbkreis im Bereich Gesundheit nicht über die gesetzlichen Maßnahmen hinaus berücksichtigt. Das soll das Förderprogramm ändern.


Zielgruppe: Zielgruppe sind Kinder im Alter von null bis zehn Jahren sowie deren Eltern und Familien. Da auf der Ostalb a vor allem Kinder aus alleinerziehenden Familien und mit Migrationshintergrund den größten Bedarf aufweisen, werden diese in der zweijährigen Projektlaufzeit in den Fokus gerückt.


So läuft es: Im ersten Schritt soll eine umfassende Bestandsaufnahme bestehender Angebote, Gremien/Netzwerke, Strukturen, Institutionen und Akteuren vorgenommen werden. Danach ist die Einrichtung einer Netzwerkgruppe vorgesehen. Im nächsten Schritt wird analysiert, welche Bedarfe und Bedürfnisse von armutsgefährdeten Kindern und deren Familien bestehen. Dabei sollen auch die Betroffenen zu Wort kommen.


Wer ist mit dabei: In das Netzwerk sollen Organisationen, Institutionen und Personen vor Ort miteingebunden werden, die sich mit den Themen Kinderarmut und Teilhabe beschäftigen. Das sind Verantwortliche der Jugend-, Sozial- und Gesundheitsämter, der Frühen Hilfen, des Bildungsbüros, des Kinderschutzbundes, der Schulen und Kindergärten/Kindertagesstätten, der Kinder- und Jugendhäuser, des Jobcenters, pädagogische Fachkräfte, die Präventions- und Suchtbeauftragten sowie ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger. Auch Hebammen, Ärzte, Vereine, Verbände will man mitberücksichtigen. Eine Zusammenarbeit im Rahmen des Förderprojekts mit den Hochschulen wird ebenso angestrebt.

Das Netzwerk: Das Präventionsnetzwerk soll das Dach sein, das präventive Bausteine, Akteure, Organisationen und Maßnahmen bündelt, miteinander verzahnt und weiterentwickelt.


Datenbank: Um bestehende Angebote und Strukturen transparent darzustellen, sollen eine landkreisweite Online-Datenbank sowie eine Netzwerkkarte für Familien und Fachkräfte aufgebaut werden. Der Zugang zu vorhandenen Angeboten soll verbessert und mit Veranstaltungen zum Thema Kindergesundheit und Kinderarmut die Öffentlichkeit sensibilisiert werden.


Weitere neue Angebote: Maßnahmen sollen im Bereich Ernährung (Förderung gesunder Ernährung, Reduzierung von Übergewicht und Adipositas), körperliche Aktivität (Unterstützung beim Schwimmen, Radfahren, Förderung der körperlichen Aktivität im Alltag) und psychische Gesundheit (Förderung Resilienz, Stressbewältigung, Stärkung Selbstwertgefühl) aufgebaut werden. Hier sollen auch einzelne Projekte gefördert werden, die die Zielgruppen oder Einrichtungen vor Ort selbst entwickeln. Multiplikatoren sollen geschult werden.


Zeitrahmen und Finanzierung: Projekte und Maßnahmen müssen spätestens am 1. September 2021 beginnen und innerhalb von zwei Jahren nach Projektbeginn abgeschlossen werden. Was im Ostalbkreis bislang geplant ist, kostet insgesamt 83 800 Euro für die gesamte Laufzeit des Projekts von September 2021 bis September 2023. Das Land trägt maximal 70 Prozent der Kosten, den Rest, 25 140 Euro, muss der Landkreis aufbringen.

Die Fraktionen begrüßten das Projekt einhellig und stimmten geschlossen zu. Landrat Dr. Joachim Bläse freut sich über die Chance, „Sport und Sozialpädagogik zu vereinen“.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL