Neue Perspektiven für Ostalb-Radler

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Wie geht es weiter mit einem Radwege-Konzept im Ostalbkreis?
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Das Radverkehrskonzept wird weiterentwickelt: neue Radwege, schnellere Verbindungen, die bessere Verzahnung von Rad und ÖPNV oder sichere Abstellmöglichkeiten - die Themen sind vielfältig.

Aalen

Der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung hat am Dienstagabend einstimmig die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts für den Ostalbkreis beschlossen und gleichzeitig die Verwaltung zur Ausschreibung und Vergabe der entsprechenden Leistungen ermächtigt. Zum Thema referiert hatte Lukas Dreher, der sich bei der Kreisverwaltung um das Radverkehrskonzept kümmert.

Radfahren boomt und das soll weiter gefördert werden - im Land und auf der Ostalb. Mit der Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg hat sich der Ostalbkreis bereits verpflichtet, die Landesauszeichnung „Fahrradfreundlicher Landkreis“ anzustreben und die dafür nötigen Voraussetzungen zu erfüllen. Eine davon ist die systematisch verfolgte Radverkehrsförderung auf Basis eines qualifizierten Radverkehrskonzepts.

Das Land will den Radverkehrsanteil am Gesamtverkehrsaufkommen bis 2030 auf 20 Prozent verdoppeln und unterstützt Akteure, die hierfür den Boden bereiten mit Zuschüssen. Um an Mittel zu kommen, müssen bis 2025 Stadt- und Landkreise über eine qualifizierte Radverkehrskonzeption verfügen.

Ohne Konzept keine Zuschüsse

Das Landesverkehrsministerium fördert die Erstellung kommunaler Radverkehrskonzepte finanziell mit 50 Prozent, wenn gewisse Anforderungen erfüllt sind. Beispielsweise muss es eine integrierte Netzkonzeption für den Alltags- und den Freizeitradverkehr mit durchgängigen, lückenlosen Verbindungen geben, und es muss ein Kataster her, zur Dokumentation und Beschreibung der für die Umsetzung erforderlichen Maßnahmen. Priorisierung, Kostenschätzung, Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung müssen definiert werden, Fahrradparkanlagen sind ein Thema, wie auch die Verknüpfung Rad-ÖPNV, Werbung und ein Qualitätsmanagement. Die aktuelle Kreis-Radverkehrskonzeption stammt aus dem Jahr 2016, lange vor diesem Landesbeschluss, dementsprechend muss nun nachgearbeitet werden.

Netzkonzipierung und Beschilderung stehen aber bereits als Grundlage auf der Ostalb. Neue Ansatzpunkte sind nun zum einen die vollständige Digitalisierung des Radwegenetzes. Hierzu müssen alle Radwege befahren und hinsichtlich Bauform, Zustand, Breiten, Belagsart digital erfasst werden. Parallel dazu sollen ein digitales Beschilderungskataster und ein digitales Mängelkataster entstehen, die eine kontinuierliche und planbare Mängelbeseitigung ermöglichen, erklärte Dreher.

E-Bikes sind teuer. Entsprechend wichtig ist es, sichere Fahrradabstellanlagen in ausreichender Zahl und in der Nähe der relevanten Ziele zu schaffen. Hier sollen nun mögliche Standorte eruiert werden. Attraktive Bike+Ride-Anlagen sollen als Brücken die Nutzung des ÖPNV erleichtern.

Breite Beteiligung aller Akteure

Bei der Ausarbeitung der Radverkehrskonzeption sollen Städte, Kommunen, das Regierungspräsidium und Interessenverbände aktiv eingebunden werden. Anregungen aus der Bürgerschaft sollen ebenfalls einfließen. Im Landratsamt sind die Geschäftsbereiche Nachhaltige Mobilität, Verkehrsinfrastruktur und Straßenverkehr involviert. Die Arbeitsschritte koordinieren die Radverkehrskoordinatorinnen und -koordinatoren im Bereich Nachhaltige Mobilität.

Aus der Konzeption abgeleiteten Maßnahmen sollen dann Eingang finden in die Ausbauprogramme des Bundes und des Landes sowie in das Mittelfristige Ausbauprogramm für den Kreisstraßen- und Radwegeausbau.

Die Kosten für die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts werden auf zunächst rund 250.000 Euro geschätzt. Der Landkreis hofft auf 50 Prozent Zuschuss vom Land und hat daher erstmal „nur“ 125.000 Euro in den Haushalt eingestellt.

Alle Fraktionen lobten die Initiative und unterstrichen die Bedeutung des Radverkehrs für eine nachhaltige Mobilitätswende. Bis zum Frühjahr 2023 soll das konkretisierte Maßnahmenkonzept, inklusive Kostenschätzung und Priorisierung, vorliegen. Landrat Dr. Joachim Bläse bedankte sich für den „kräftigen Rückenwind“ auf diesem Felde machte aber klar, dass die einzelnen Maßnahmen dann auch wieder Geld kosten werden.

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