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Öffentlich und offen

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Jürgen Steck
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Zur Debatte über die Klinikfusion.

Schon vor Corona: Seit Jahren laufen die Kosten bei den Kliniken aus dem Ruder. Das ist kein Ostalb-Phänomen, sondern ein Thema überall im Land. Richtig ist, dass Kliniken nicht dazu da sind, Gewinn zu machen – zumindest nicht dort, wo die Kliniken in öffentlicher Trägerschaft sind wie hier im Ostalbkreis. Aber darüber nachzudenken, wie Kosten gesenkt werden können, das ist eben auch richtig.  Und zwar ohne Denkverbote und in alle Richtungen. Weil das Geld des Landkreises endlich ist und es ja noch weitere Aufgaben gibt. Dazu gehört auch, darüber nachzudenken, ob es sinnvoll ist, drei Klinikstandorte zu erhalten im Ostalbkreis – und gegebenenfalls Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die unter Umständen brutal weh tun können. Weil niemand gern etwas abgibt. Weil sich alle Sorgen machen: Bürgerinnen und Bürger wegen weiter Wege. Personal, weil es einschneidende Veränderungen geben könnte. Und auch Politikerinnen und Politiker, weil sie den Volkszorn fürchten, wenn sie Entscheidungen mittragen, die dort nicht gut ankommen, wo was abgegeben werden könnte. Daher ist mehr denn je wichtig, eine von Sachlichkeit geprägte, offene und öffentliche Diskussion zu führen, und, so schwer das sein mag, möglichst frei von Emotionen. Und, noch schwerer, mit Blick auf das große Ganze. Mit dem obersten Ziel, die bestmögliche klinische Versorgung aller Menschen im Ostalbkreis zu erreichen, ohne dass der Landkreis daran finanziell zerbricht. Es kann ein Hauen und Stechen geben. Gut, dass Landrat Dr. Joachim Bläse das Thema zu Beginn seiner noch jungen Amtszeit angeht. Unangenehmes auf die lange Bank schieben, das macht es ja nicht besser.

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