Ostalb-Kliniken: Ärzte müssen OPs verschieben

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Die Corona-Lage an die Kliniken im Ostalbkreis spitzt sich weiter zu. Es müssen bereits geplante Operationen verschoben werden. Archivfoto: Klinniken Ostalb
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Landrat appelliert an Ungeimpfte - Kliniken müssen bereits Operationen verschieben - auch beim Personal.

Aalen. Die Zahl der Infizierten steigt, die Kliniken fahren nur noch auf Sicht: Eindringlich appelliert Landrat Dr. Joachim Bläse an alle, die sich bislang nicht gegen Covid 10 haben impfen lassen, dies jetzt zu tun. „Allein in den letzten vier Wochen haben wir über 1900 neue Corona-Infektionen im Ostalbkreis verzeichnet, landesweit ist jetzt die Warnstufe in Kraft“, sagt Bläse. Diese bringe vor allem für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene Einschränkungen mit sich. „Deshalb appelliere ich nochmals eindringlich an alle bislang nicht Immunisierten, sich für eine Impfung zu entscheiden. Nur mit einer höheren Impfquote werden wir eine Überlastung unseres Gesundheitssystems oder etwa neuerliche Einschränkungen im Hochschul-, Schul- und Kitabetrieb verhindern können.“ Bläse weiter: "Unsere Kliniken fahren derzeit bereits auf Sicht und müssen planbare Operationen verschieben, weil wir vom Land angehalten sind, ein Viertel der betreibbaren Intensivbetten für Corona-Patienten bereitzuhalten." Mit dem Sozialministerium sei vereinbart, weitere Mobile Impfteams für den Einsatz im Ostalbkreis zu organisieren. Bläse: "Diesen Dienstag hat das Sozialministerium uns ein eigenes Impfteam genehmigt." Damit wolle man die niedergelassenen Ärzte beim Impfen unterstützen und nach Schließung des Kreisimpfzentrums "wieder mehr niedrigschwellige Impfangebote" vor Ort anbieten. "Wie schnell die Infektionszahlen nach oben schnellen, hat sich in den letzten vier Wochen gezeigt. Wir müssen unbedingt verhindern, dass wir auch noch von der Warn- in die Alarmstufe rutschen!“, endet Bläses Appell.

Fragen zur aktuellen Situation im Ostalbkreis beantwortet, Susanne Dietterle, Sprecherin des Landratsamtes:

Wie prekär ist die Lage derzeit an den Kliniken im Ostalbkreis, insbesondere im Intensivbereich?

Susanne Dietterle: Unsere Intensivstationen sind aktuell weiterhin hoch ausgelastet. Die Belegung durch Corona-Patienten ist zwar Schwankungen unterlegen, in der Tendenz spüren wir in den Kliniken jedoch den Zusammenhang zwischen ansteigenden Inzidenzen und zeitlich nachgelagert der Hospitalisierungsrate eindeutig.

Es wurde ja angekündigt, dass planbare OPs verschoben werden müssen. Kann man das quantifizieren?

„Ja, wie in den vorangegangenen Corona-Wellen müssen wir derzeit teilweise wieder sogenannte elektive, also planbare Operationen verschieben. Wir fahren hier auf Sicht und entscheiden je nach Einzelfall und aktueller Kapazität. Notfälle werden selbstverständlich jederzeit behandelt.“

Wie ist die Situation an den Kliniken in Bezug auf das Personal? Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht geimpft?

Unser Personal ist erneut einer hoher Belastung ausgesetzt, dazu kommen aktuell auch einige Krankheitsfälle. Ein Großteil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist geimpft.

Wie schaut es mit infiziertem Klinikpersonal aus? Ist das ein Problem?

Selbstverständlich, das ist ein Problem dieser Pandemie. Unsere Versorgungskapazität steht in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit qualifizierten Personals. Aktuell haben wir einige Krankheitsfälle bei unseren Mitarbeitern, auch im Zusammenhang mit Covid. In Kombination mit den wieder steigenden Patientenzahlen müssen wir deshalb wie oben beschrieben unsere Behandlungskapazitäten anpassen.

Und was kann man zum Impfstatus insgesamt im Ostalbkreis sagen?

Die Zahlen von dieser Woche wurden uns vom Sozialministerium noch nicht übersandt. Nach dem Stand von der vergangenen haben im Ostalbkreis 203 464 Menschen eine Erst- und 195 214 eine Zweitimpfung erhalten. Damit waren 64,7 bzw. 62,1 Prozent der Bevölkerung erst- bzw. vollständig geimpft. Diese Zahlen spiegeln Impfungen durch niedergelassene Ärzte, inzwischen abgebauten Impfzentren und Krankenhäuser wider. Impfungen durch betriebsärztliche Dienste sind nur in Teilen enthalten.

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