Ostalb-Landrat Bläse: "Ich habe keinen Tag bereut"

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Die Pandemie hat Dr. Joachim Bläse in seinem ersten Amtsjahr als Landrat enorm gefordert.
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Kurz vor Ende seines ersten Amtsjahrs zieht Dr. Joachim Bläse ein erstes Resümee. Worauf er stolz ist und worüber er ungemein erleichtert ist.

Aalen. Wenige Tage vor seinem "Einjährigen" als Landrat - Stichtag ist am 15. September - zieht Dr. Joachim Bläse eine persönliche Bilanz. Etwas ungewöhnlich zwar, in Anbetracht des relativ kurzen Zeitraums. Aber nachvollziehbar, zumal die Pandemie den neuen Ostalb-Landrat in seinem ersten Jahr vor eine Herausforderung gestellt hat in einer Dimension, wie er es nie erwartet hätte. Bei einem Pressegespräch am Donnerstag zog er ein Resümee. Es ist geprägt von großer Dankbarkeit gegenüber seinem Mitarbeiterteam für die gute Aufnahme in der Kreisverwaltung. Und von einem Gefühl von Stolz. "Ich habe keinen Tag bereut. Ich bin nach wie vor dankbar und stolz, dass ich Landrat bin in einem Landkreis, der mir während meines ersten Jahres so viel gegeben hat", sagt Bläse, der sich als Landrat "für alle" versteht.

Umso schmerzhafter empfand er im vergangenen Jahr die Tatsache, dass coronabedingt keine Bürgerkontakte, und so gut wie keine Gemeindebesuche möglich waren. Denn genau das hatte er sich für seinen Einstieg zuvorderst auf seine Agenda geschrieben. Aufgrund der Corona-Verordnungen waren ihm Antrittsbesuche nur in 15 Kommunen möglich, zuletzt geht's am kommenden Sonntag nach Riesbürg.

Bürgersprechstunden will Bläse nun ab September ein Mal im Quartal jeweils in einer Raumschaft anbieten. Coronabedingt konnten die Bürger den Landrat lange Zeit nur über den "heißen Draht" erreichen. "Vor allem, als es ums Impfen ging, habe ich oft gemerkt, dass die Nerven bei vielen blank liegen", berichtet Bläse. Ja, die Herausforderungen der zweiten Welle haben ihn geprägt. Die riesigen Fallzahlen, die Kontaktnachverfolgungen in Zusammenarbeit mit den Bundeswehrsoldaten, die tägliche Lage, die Videokonferenzen mit den Bürgermeistern, die strategischen Besprechungen mit Ärzten, Apothekern, der wöchentliche Kampf um mehr Impfstoff für den Ostalbkreis. "Und dann die vielen Todesfälle in den Pflegeheimen. Allein die bloße Vorstellung schüttelt man nicht so einfach ab."

Ungemein erleichtert ist Bläse darüber, dass sich seine größte Sorge, die Arbeitslosenzahlen im Ostalbkreis könnten in seinem ersten Amtsjahr nie dagewesene Dimensionen erreichen, nicht bewahrheitet hat. "Ich bin sehr dankbar für die guten Strukturen unserer Wirtschaft, die sehr verantwortungsvoll unterwegs war, zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit." Zuversichtlich sei man zusammen mit den Hochschulen und Forschungsinstituten im Kreis unterwegs.

Deutlich nach vorne gerückt seien während seines ersten Jahres die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit der Frage: Was produzieren wir und mit welcher Klimabilanz? Infolgedessen richte die Kreisverwaltung nun ein Referat für Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein. Weitere wichtige Handlungsfelder seien Forst und Landwirtschaft, Kliniken und ärztliche Versorgung, Mobilität, Pflege und Finanzen. "Trotz Corona ist es uns gemeinsam mit dem Kreiskämmerer gelungen, einen soliden Haushalt aufzustellen", betont der Landrat.

"Die Pandemie wird uns noch deutlich beschäftigen bis ins erste Halbjahr 2022", blickt Bläse voraus. Corona, die G-Regeln und die Frage, ob man wirklich Schulen und Kitas, Einzelhandel und Gastronomie offen lassen könne, sei noch nicht endgültig abgehandelt.

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