Ostalb: Mehr Müll wegen Corona

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Mehr als 25 000 Tonnen Hausmüll produzierten die Bürgerinnen und Bürger im vergangenen Jahr. Das sind 1720 Tonnen mehr als im Jahr davor, wie GOA-Chef Arne Grewe dem Kreistag berichtet hat. Archivfoto: opo
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GOA-Geschäftsführer Arne Grewe berichtet von gestiegenen Abfallmengen in verschiedenen Bereichen – Müllgebühren sollen stabil bleiben.

Aalen

Eigentlich heißt sie ja „Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung“ mit beschränkter Haftung. Fast jeder im Ostalbkreis aber sagt kurz „GOA“. Die hat im vergangenen Jahr gut gewirtschaftet – und kann einen Jahresüberschuss von 2,242 Millionen Euro ausweisen, wie Geschäftsführer Arne Grewe im Kreistag berichtet hat - und er hat auch darüber gesprochen, wie sich Corona auf Müllmengen auswirkt. Von der „erfolgreichen Arbeit der GOA konnte der Landkreis profitieren“ teilt die Landkreisverwaltung mit – und zwar in Form von „stabilen“ Abfallgebühren.

Hausmüll und Sperrmüll: Grewe berichtete, dass sowohl beim Hausmüll – 25 100 Tonnen fielen an, 1720 Tonnen mehr als im Vorjahr - wie auch beim Sperrmüll – 13 632 Tonnen waren es, 1320 Tonnen mehr als im Vorjahr - eine „deutliche Zunahme der Abfallmengen zu verzeichnen ist“. Die Anzahl der Sperrmüllabholungen und Selbstanlieferungen von Sperrmüll habe sich entsprechend erhöht. Als Grund dafür nannte Grewe die Corona-Situation. Beim Haus- und Sperrmüll sei ein wesentlicher Grund, dass die Bürgerinnen und Bürger im Ostalbkreis wegen Corona mehr Zeit zuhause verbracht haben – und viele haben die Zeit genutzt, gründlich aufzuräumen und zu entrümpeln.

Biomüll: Auch die Menge an Bioabfall habe sich im Vergleich zum Vorjahr „deutlich erhöht“ – um 1262 Tonnen auf 11 691 Tonnen. Der Anstieg der Menge lasse sich in diesem Fall einerseits auf die corona-bedingte Situation zurückzuführen. Wie GOA-Sprecherin Amanda Hausmann auf Nachfrage erklärte, haben wegen Corona mehr Bürgerinnen und Bürger zuhause gekocht, weswegen mehr Biomüll angefallen sei. Zum zweiten lasse der Anstieg aber auch auf ein steigendes Niveau bei der Trennung von Bio- und Restmüll schließen, folgert Grewe.

Altpapier: Hingegen habe sich die Altpapiermenge im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 874 Tonnen auf 23 258 Tonnen reduziert. Der Rückgang dürfte auf die zunehmende Digitalisierung zurückzuführen sein, so der Schluss Grewes. Allerdings wurden innerhalb der Sammelsysteme über die Wertstoffhöfe und die Blaue Tonne anteilig mehr Mengen erfasst. Diese Verschiebung sei durch die zeitweise corona-bedingten Absagen von Vereinssammlungen verursacht, berichtet Grewe. Die Anzahl der bereitgestellten „Blauen Tonnen“ habe leicht zugenommen. Zwischenzeitlich nutzten rund 80 Prozent der Haushalte die „Blaue Tonne“.

Grüner Punkt: Im Bereich der Verkaufsverpackungen mit dem „Grünen Punkt“ habe es im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg um rund 7,1 Prozent gegeben. Auch diesen Anstieg führt Grewe auf die Corona-Situation zurück. Sprecherin Amanda Hausmann nennt etwa den Online-Handel als Grund, der wegen der Pandemie stark zugelegt habe.

Grünschnitt: Die Menge hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 984 Tonnen auf 32 883 Tonnen erhöht.

Elektroschrott: Die GOA verzeichnet einen Rückgang der Menge auf 2760 Tonnen.

Erdaushub: Im Bereich Erdaushub und Bauschutt sind die Mengen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Auf der Deponie in Herlikofen wurden wesentlich geringere gewerbliche Mengen angeliefert, meldet die GOA.

Wiederverwertung: Nach dem Gesetz soll die Recyclingquote seit dem 1. Januar 2020 mindestens 65 Prozent betragen. Diese Quote habe die GOA leicht übertroffen und liege bei 71,6 Prozent, berichtet Grewe. Von den insgesamt 140 054 Tonnen Hausabfällen seien 100 297 Tonnen wiederverwertet worden – 39 757 Tonnen seien „thermisch verwertet“ worden und in einer Müllverbrennungsanlage gelandet.

Der größte Brocken dessen, was in die Müllverbrennungsanlage kommt, stammt aus dem Bereich Hausmüll: 24 525 Tonnen. Auch vom Sperrmüll landet mehr als die Hälfte – 7908 Tonnen – in der Verbrennung. Verbrannt wird der Müll überwiegend in Verbrennungsanlagen in Ulm und Würzburg.

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