Ostalb-Wald in ganz schwieriger Phase

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1 Hektar Wald: Was der Wald alles leistet, das verdeutlicht diese Grafik auf Grundlage von Informationen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg.
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Forstdezernent Johann Reck beschreibt den Zustand des Waldes im Ostalbkreis in dramatischen Worten, sieht dringenden Handlungsbedarf - und zeigt, warum der Wald so wichtig ist.

Aalen

Der Wald ist nicht gesund. In teils dramatischen Worten skizzierte Forstdezernent Johannes Reck im Kreistag, warum dringend etwas getan werden müsse. Es bestehe wegen den Herausforderungen dringender Handlungsbedarf. Der Wald sei wegen Hitze und Dürre in einer „ganz schwierigen Phase“. Dazu müsse man eine Haltung annehmen. Zwar werde der Wald im Ostalbkreis durchaus nachhaltig bewirtschaftet – der Einschlag, also das, was an Holz geerntet wird, sei niedriger als das, was nachwächst. Damit reagierte Reck auf einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, in dem ein Konzept verlangt worden war, den Ausverkauf des heimischen Waldes zu stoppen.

Aber Reck ist in Sorge um die angestammten Baumarten im Ostalbkreis. „Buche, Eiche, Fichte und Tanne verlieren ihre Eignung auf unseren Standorten“, sagte Reck. Das sei kein Ostalbphänomen – europaweit änderten sich die Vegetationspotenziale auf über 70 Prozent der Fläche. Und schon heute seien die vorherrschenden Waldtypen „teils stark geschädigt“. Und er gab zu bedenken, dass Übergänge von einer Waldgesellschaft in eine andere „auf natürlichem Wege mehrere hundert Jahre“ dauerten. Deswegen müssen man aktiv werden und den Wald umbauen. Klimaanpassung sei dabei mehr als die Baumartenwahl bei der Kultur. Ziel müsse vielmehr sein, „alle Entwicklungsphasen von Wäldern klimaresilienter zu gestalten“. Festzustellen sei ein „ausgeprägter Rückgang“ der Weißtanne, der Fichte und der Rotbuche. „Stabil“ sei die Traubeneiche. Zuwächse gebe es bei Esskastanie, Flatterulme, Elsbeere und Schwarzkiefer. Hainbuche, Bergahorn, Birke und Douglasie behaupteten sich immerhin. Experimentiert werde mit Atlaszeder, Küstentanne, auch dem Tulpenbaum der Gelbkiefer und der Robinie.

Warum unser Wald so wichtig ist

Um zu zeigen, wie wichtig der Wald für uns alle ist, zeigte Reck zudem auf Grundlage von Informationen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg auf, was nachhaltig bewirtschafteter Wald zu leisten in der Lage sei. So lieferten 1 Hektar Wald sieben Kubikmeter Nutzholz und 11,2 Kubikmeter Holzzuwachs. Im Schnitt würden 50 Tonnen Staub und Ruß gefiltert und 23 Tonnen Sauerstoff produziert. CO² werde um 4,6 Tonnen reduziert. Zudem fielen 23 Kubikmeter ökologisch bedeutsames Totholz an. Zudem biete die Fläche 0,1 Arbeitsplatz, 16 Meter befestigte Erholungswege, Naturerlebnis für alle Sinne und wohltuende Ruhe. Ferner sauberes Wasser – und rund drei Kilogramm Wildfleisch.

Symbolbild

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