Ostalbkreis bekommt ein Referat für Nachhaltigkeit

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Wie kann dem Klimawandel begegnet werden? Ein Klimaschutzbeirat aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitgliedern sowie ein neues Referat am Landratsamt sollen Lösungen erarbeiten und umsetzen.
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Ralf Bodamer, Geschäftsführer der EKO-Energieberatungszentrums, soll die Stelle am Landratsamt leiten. Ein Klimaschutzbeirat unterstützt ihn.

Aalen. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind künftig Angelegenheit eines eigenen Referats im Landratsamt. Das hat der Kreistag am Dienstag mit großer Mehrheit beschlossen. Geleitet wird das Referat in Personalunion vom Geschäftsführer des EKO-Energieberatungszentrums in Böbingen, Ralf Bodamer. Ein neuer Klimaschutzbeirat Ostalbkreis soll das Referat unterstützen und mit Themen versorgen. Nachhaltiges Denken und Klimaschutz sind keine Bedrohung, sondern eine Chance für die Ostalb. Das ist für Landrat Dr. Joachim Bläse klar. „Es ist eine riesige Herausforderung, aber wir sollten es nicht mit einer Endzeitstimmung verknüpfen, sondern das Thema mit Zuversicht angehen“, sagte Bläse, der sich nachdrücklich dafür aussprach, das Thema Klimaschutz auch strukturell im Landratsamt zu verankern.

Wir sollten das Thema Nachhaltigkeit mit Zuversicht angehen.“

Dr. Joachim Bläse, Landrat

Der designierte Leiter des Referats, Ralf Bodamer, stellte die Eckpunkte vor: Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften werde auch von der Landkreisverwaltung erwartet, so Bodamer. Konkret bedeute das, dass das Landratsamt seine Abläufe selbst auf den Prüfstand stelle: Bis 2040 soll die Landkreisverwaltung klimaneutral sein. Es gelte aber auch, ein Vorbild für die Öffentlichkeit zu sein und Prozesse in der Gesellschaft anzustoßen. Strukturell ist der Klimaschutz in der Landkreisverwaltung bislang nicht abgebildet – das EKO-Energieberatungszentrum sei mit der Umsetzung zusätzlicher Klimaschutz-Maßnahmen als Nebenbei-Aufgabe überfordert, so Bodamer.

Klimaschutzbeirat als erster Schritt

Erstes Element der neuen Strategie ist ein Klimaschutzbeirat, der durch den Landrat beziehungsweise den Kreistag bestellt wird. Dieses neue, zweigliedrige Gremium soll Empfehlungen erarbeiten und das neue Referat als Arbeitsebene nutzen. Zum einen soll ein interner Klimaschutzbeirat entstehen, der drei- bis viermal im Jahr tagt und in den verschiedene Stabsstellen- oder Geschäftsbereichsleitungen des Landratsamtes berufen werden. Im ehrenamtlichen, erweiterten Klimaschutzbeirat, der ein- bis zweimal jährlich tagen soll, treffen sich auch die Fraktionen des Kreistags, Umweltverbände, Bündnisse wie Fridays-for-Future Ostalb (FFF), der Bauernverband und andere Organisationen.

Das Nachhaltigkeitsreferat selbst besteht zunächst nur aus einer Leitungsstelle. Diese wird zu 65 Prozent vom Land gefördert. Den Kreis koste die Stelle damit zusätzlich 25 000 Euro jährlich, führte Bodamer aus. Später solle er um eine Assistenzstelle erweitert werden. Das EKO bleibt mit seinem Sitz in Böbingen. Ob das Referat auch räumlich dort angesiedelt wird, soll noch geprüft werden. Organisatorisch wird das Referat für Klimaschutz und Nachhaltigkeit möglicherweise dem Umweltdezernat zugeordnet. Die Entscheidung darüber obliegt allerdings dem Landrat. Ein Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen, eine Ansiedlung des Referats als Stabsstelle direkt beim Landrat zu empfehlen, wurde zurückgezogen.

Zustimmung quer durch fast alle Fraktionen

Wir sollten das Thema Nachhaltigkeit mit Zuversicht angehen.“ Dr. Joachim Bläse Landrat Unter den Kreistagsfraktionen stieß die Einrichtung eines neuen Nachhaltigkeits-Referats größtenteils auf Zustimmung.

Christoph Konle (CDU) regte an, das Referat und das EKO-Zentrum den Kommunen als „Klimaschutzmanager“ zur Seite zu stellen.

Volker Grab (Bündnis 90/Grüne) begrüßte, dass diese „existenzielle Aufgabe endlich auch strukturell und personell im Landratsamt verortet“ werde.

„Bei der Realisierung der Nachhaltigkeitspolitik haben Kommunen und Kreise eine Leuchtturmfunktion“, signalisierte Dr. Carola Merk-Rudolph (SPD) die Zustimmung ihrer Fraktion.

Karl Hilsenbek (Freie Wähler Ostalbkreis) lobte, Bodamer habe mit seiner Mannschaft schon bislang „eine hervorragende Arbeit gemacht“.

Roland Hamm (Die Linke) mahnte an, neben dem Klimaschutz auch andere Zukunfts- und Nachhaltigkeitsthemen zu gewichten, stimmte dem neuen Referat aber zu.

Lediglich Susanne Mützel (AfD) befand, der Ostalbkreis benötige kein Klimaschutzreferat, sondern solle stattdessen Geld in den Katastrophenschutz investieren.

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