Ostalbkreis meldet zwei Impfzentren

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Ab Mitte Januar sollen die Kreisimpfzentren in Betrieb gehen. Das Landratsamt will zwei dieser Zentren einrichten lassen – eines in Schwäbisch Gmünd auf dem Parkplatz Neperbergstraße (l.) und eines in Aalen auf dem Greutplatz. -

In den Landkreisen sollen je Kreis ein bis zwei Impfzentren entstehen, die ab 15. Januar 2021 in Betrieb gehen sollen. Wo und in welcher Form der Ostalbkreis die Kreisimpfzentren (KIZ) plant.

Ostalbkreis.

Möglicherweise könnten schon im Dezember erste Impfstoffe gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen. Dies zeichne sich nach Mitteilung des Landratsamts Ostalb derzeit ab. Das Sozialministerium des Landes plane deshalb mehrere "Zentrale Impfzentren (ZIZ)", die bis 15. Dezember dieses Jahres eingerichtet sein sollen. In den Landkreisen sollen je Kreis ein bis zwei Impfzentren entstehen, die ab 15. Januar 2021 in Betrieb gehen sollen.

Wie das Landratsamt weiter mitteilt, schlage der Ostalbkreis als flächenmäßig drittgrößter Landkreis Baden-Württembergs und wegen der damit verbundenen großen Distanzen dem Sozialministerium zwei Kreisimpfzentren (KIZ) vor, davon eines in Aalen und eines in Schwäbisch Gmünd. "Entsprechend den Vorgaben des Landes sind Lage und Erreichbarkeit der KIZ maßgebend. Wir haben uns für je ein Angebot in Aalen und in Schwäbisch Gmünd entschieden", informiert Landrat Dr. Joachim Bläse.

Da es aus kommunaler Sicht mit Blick auf den Schulsport schwierig sei, Hallen für mehrere Monate zu blockieren, denke man in erster Linie an mobile Bauten. Vorbehaltlich dessen, dass das Sozialministerium diese Variante finanziert, habe man dem Land diesen Montag temporäre bauliche Lösungen mit mobilen Bauten auf dem Aalener Greutplatz sowie in Schwäbisch Gmünd auf dem Parkplatz Nepperbergstraße vorgeschlagen.

"Alternativ haben wir für Aalen die Ulrich-Pfeifle-Halle und für Schwäbisch Gmünd die Schwerzerhalle als potenzielle Standorte für ein KIZ gemeldet." Mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der 42 Städte und Gemeinden habe der Landrat dieses Vorgehen am Montag in der Online-Bürgermeisterdienstbesprechung abgestimmt. "Mein herzlicher Dank geht an die Oberbürgermeister Thilo Rentschler und Richard Arnold, die ihre Infrastruktur und erforderlichenfalls ihre Hallen zur Verfügung stellen," betont Bläse.

Dass Teile der Aalener Ulrich-Pfeifle-Halle aktuell im Auftrag der Kreisverwaltung von der Bundeswehr für die Kontaktpersonennachverfolgung genutzt werden, stehe den Überlegungen für ein KIZ nicht im Wege. Da die Halle bislang als Ärztliches Notfallzentrum vorgehalten wird, für den Fall, dass die Corona-Betten in den Kliniken Ostalb nicht mehr ausreichen sollten, müsse hierfür allerdings eine andere Lösung gefunden werden. "Wir haben bereits in Absprache mit der Stadt Ellwangen die Rundsporthalle erkundet und diese als Ersatzliegenschaft für ein Ärztliches Notfallzentrum für geeignet befunden", erklärt der Landrat.

Das Landesimpfkonzept sieht vor, dass die KIZ bis Ende Juni 2021 in Betrieb bleiben. Bereits im Laufe des zweiten Quartals 2021 sollen die Impfungen möglichst Schritt für Schritt in die Regelversorgung, also an die niedergelassenen Ärzte, übergehen. In jedem der Kreisimpfzentren sollen stündlich rund 60 Impfungen durchgeführt werden können. Für einen effizienten Ablauf müssen deshalb in den fliegenden Bauten oder den Gebäuden sogenannte Impfstraßen mit Registrierung, Information, ärztlicher Aufklärung, Impfung, Beobachtung und Dokumentation eingerichtet werden. Organisatorisch angedockt soll es laut Impfstrategie des Landes je KIZ durchschnittlich zwei mobile Impfteams geben, die zur Impfung von immobilen Menschen sowie Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflege- oder Behinderteneinrichtungen vor Ort gedacht sind.

"Die Herausforderung in der Anfangsphase wird sein, die KIZ samt mobile Teams mit ausreichend Personal auszustatten, denn wir müssen parallel unsere bisherigen Strukturen bei der Landkreisverwaltung zur Nachverfolgung der Infektionsketten aufrechterhalten. Insofern werden wir verstärkt die personelle Unterstützung der Hilfsorganisationen, der Freiwilligen Feuerwehren und des THW sowie unserer Kommunen benötigen", skizziert Bläse die organisatorischen Anforderungen.

Der Ostalb-Landrat plädiert eindringlich dafür, die Frage der Kostenübernahme durch das Land schnellstmöglich zu klären. Aufgrund der guten Erfahrungen mit der Bundeswehr bei der Kontaktpersonennachverfolgung regt Bläse zudem an, über einen Einsatz der Soldatinnen und Soldaten bei Einrichtung und Betrieb der KIZ nachzudenken.

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