Ostalbkreis mit sechsthöchster Corona-Inzidenz in Deutschland

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Mehr als jeder zweite PCR-Test ist mittlerweile positiv.
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Unter allen 400 Stadt- und Landkreisen.

Der Ostalbkreis hat laut einer Auswertung des Robert Koch-Instituts am Freitag die sechsthöchste Corona-Inzidenz in Deutschland. Das RKI ermittelt werktäglich die Inzidenz für alle 400 Stadt- und Landkreise. Am Freitag beträgt die Inzidenz im Ostalbkreis 1430 - das ist seit einigen Tagen die höchste in Baden-Württemberg.

Die höchste Inzidenz in Deutschland hat aktuell der Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen mit rund 2589. Es folgen die Landkreise Peine (1646), Freyung-Grafenau (1552), Kulmbach (1491) und Wittmund (1434).

Experten gehen bei diesen Zahlen von einer stark erhöhten Dunkelziffer aus. In den ersten beiden Juli-Wochen war mehr als jeder zweite PCR-Test positiv. Die Positivrate kletterte konstant seit Anfang Juni von rund 33 Prozent auf jetzt fast 54 Prozent. Das RKI sagte Anfang Juni, zu Beginn der Pandemie habe die Untererfassung um den Faktor sechs gelegen und sich später um den Faktor zwei eingependelt. Nähere Angaben zur aktuellen Omikron-Variante BA.5 gibt es derzeit nicht. Aufgrund der jetzt geltenden strengeren Testbedingungen und der deutlich gestiegenen Positivrate sehen manche Experten die Dunkelziffer beim Faktor zwei bis drei. Nur positive PCR-Tests zählen in die Statistik. 

Die hohen Fallzahlen bedeuten in den Betrieben einen – vor allem für die Jahreszeit gesehenen – hohen Krankenstand. Die Krankenkasse BKK verzeichnete im Mai dieses Jahres unter ihren Mitgliedern bei den Krankmeldungen eine Quote von 5,5 Prozent. Im Mai 2021 lag sie bei 4,5 Prozent, im Mai 2020 bei 4 Prozent. Auch die Kliniken Ostalb verzeichnen einen erhöhten Krankenstand unter ihrem Personal und bitten um die Einhaltung der Hygieneregeln.  

In Alten- und Pflegeheimen ist die Zahl der Corona-Fälle laut einem Bericht des RKI zuletzt wieder deutlich gestiegen. In der vergangenen Woche meldeten laut RKI 235 Einrichtungen Ausbrüche mit mindestens einem neuen Fall. Das sind 43 mehr als in der Woche zuvor. Die Altersgruppe ab 80 Jahren sei auch weiterhin am stärksten von schweren Krankheitsverläufen betroffen, schreibt das RKI in seinem Bericht.

Auffallend auch, wie stark die Sommerwelle dieses Jahr ausfällt. Liegt die Inzidenz im Ostalbkreis mit Stichtag 14. Juli bei 1430, lag sie auf den Tag genau vor einem Jahr bei lediglich 4,1 und vor zwei Jahren bei 2.

Offiziell erfasst der Ostalbkreis heute rund 6300 aktuelle Corona-Fälle. Sollte die Untererfassung tatsächlich beim Faktor drei liegen, wäre ungefähr jeder 17. Einwohner derzeit coronapositiv. 

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