Ostalbkreis plant Einführung von Gelber und Grüner Tonne

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Gelbe Säcke.
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Lob gibt es im Umweltschutzausschuss für das Projekt „Saubere Ostalb“. Nächste Ziele sind die Abschaffung von gelbem Sack und Biobeutel.

Aalen

Wilde Müllablagerungen waren es, die Städte, Gemeinden, den Landkreis und die GOA im Jahre 2019 dazu bewogen, die gemeinsame Initiative „Saubere Ostalb“ ins Leben zu rufen. Diese wurde auf drei Jahre befristet. Weil die Probleme noch virulent sind, wird die Initiative um drei Jahre, bis 31. Juli 2025, verlängert. Das hat der Ausschuss für Kreisentwicklung und Umweltschutz am Dienstag einstimmig dem Kreistag so zum Beschluss empfohlen.

Was bisher erreicht wurde

Abfallkümmerer:Seit August 2019 sind drei hauptamtliche Abfallkümmerer im Ostalbkreis aktiv. Sie bringen ihr Wissen rund um Müllentsorgung vor Ort ein und werden schnell und unbürokratisch in ihrem Einsatzgebiet aktiv. Sie sind Ansprechpartner für Geschäftsleute, Behörden, Wohnungsbaugesellschaften, Marktbeschicker, sie beraten auch Bürgerinnen und Bürger in Belangen der Müllentsorgung. Sie sind zudem präsent in Brennpunktgebieten mit hoher Vermüllung, räumen mit auf und sprechen Müllverursacher gezielt an.

Müllpaten: Aktuell sind im Ostalbkreis etwa 600 Müllpaten unterwegs - Ehrenamtliche, die in ihrer direkten Umgebung Müll aufsammeln und entsorgen. Arbeitsmittel, wie Greifzangen, Säcke und Handschuhe erhalten sie von Abfallkümmerern.

Kitas und Schulen: Das Angebot sieht Unterrichtsbesuche, den Verleih von Unterrichtsmaterial sowie die Fortbildung von Lehrern vor. Es werde rege genutzt, hieß es. Auch Deponieführungen werden geboten. Die Unterrichtskonzeption setzt Schwerpunkte im Bereich Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung.

Unterflurcontainer: Inzwischen wurden in Städten und Gemeinden 20 Unterflurcontainer für Glas und Dosen eingerichtet. Seit 2021 können größere Wohnblöcke solche im privaten Bereich einrichten. In einem Pilotprojekt wurden in einem Gmünder Schülerwohnheim Unterflurcontainer für Rest-, Biomüll, Altglas und Gelbe Säcke eingerichtet.

Tonne statt Sack: Zum 1. Januar 2021 sind alle Haushalte ab drei Personen und zum 1. Januar 2022 alle Zwei-Personen-Haushalte vom Sacksystem auf die Behälterveranlagung umgestellt worden. In Summe sind dies über 10.000 Haushalte. Zum 1. Januar 2022 hat sich die Zahl der Haushalte mit einem 30 Liter-Sack von rund 22.000 Haushalten auf etwa 11.000 Haushalte reduziert.

„Biowännle“: Um Biobeutel vor Tieren zu schützen, hat der Kreis „Biowännle“ angeschafft. Diese können auf den Wertstoffhöfen abgeholt werden. Seit 15. März 2021 wurden rund 68.000 Behälter ausgegeben.

Kosten: Für die Inhalte im Projekt „Saubere Ostalb“ Öffentlichkeitsarbeit und Abfallkümmerer wurde ein jährliches Gesamtbudget in Höhe von 310.000 Euro netto angesetzt. Die Kosten hier übernehmen der Landkreis und die GOA zu jeweils 30 Prozent. 40 Prozent tragen Städte und Gemeinden, entsprechend ihrer Einwohnerzahl. Für den Landkreis bedeutet dies Kosten in Höhe von rund 93.000 Euro netto im Jahr. Die Kosten für Umschlag und Verwertung der eingesammelten Abfälle trägt der Ostalbkreis zu 100 Prozent. Die Kosten für zentrale Ansprechpartner für die Kampagne sowie das pädagogische Konzept teilen sich der Ostalbkreis und die GOA je zur Hälfte.

Viel Lob für das Projekt, vor allem aber für alle, die sich ehrenamtlich dafür einsetzen, die Ostalb sauber zu halten, gab es aus dem Gremium.

Was nun geplant ist

Gelbe Tonne statt Gelber Sack: Leichtverpackungen aus Kunststoff, Aluminium und anderem landen auf der Ostalb im Gelben Sack. Dieses System läuft vertraglich zum Ende des Jahres aus. Hier plante der Landkreis eigentlich, bereits ab 1. Januar 2023 70 Prozent der Haushalte auf eine Gelbe Tonne umzustellen. Bei den Rahmenverhandlungen zwischen den Dualen Systemen und dem Kreis hakt es aber. Von den 13 Dualen Systemen hätten sechs Systeme Widerspruch eingelegt, berichtete Kreiskämmerer Karl Kurz dem Gremium. Nun müssen die Ergebnisse der Verhandlungen und der Widerspruchsverfahren abgewartet werden. Er rechnet daher nun damit, dass die Gelbe Tonne frühestens, zum Jahresbeginn 2025 eingesetzt werden kann.

Biotonne statt Biobeutel: Die Kreisverwaltung prüfe ebenso die Umstellung auf eine verpflichtende Biotonne im gesamten Landkreis, sagte Kurz weiter. Damit solle flächendeckend eine geordnete Bereitstellung von Bioabfällen erreicht werden.

Nikolaus Ebert (CDU) bat, hier zu prüfen, ob die GOA ein System für die Reinigung dieser Tonnen anbieten könne, denn eine Reinigung werde nötig sein. Kurz nahm den Vorschlag auf.

Recup-System im Kreis nicht rentabel umsetzbar

Bundesweit fallen stündlich rund 320.000 „Coffee to go“-Becher an - ungefähr 7,6 Millionen Becher am Tag. Dabei ist ein „to go“-Becher gerade mal 15 Minuten im Einsatz, bevor er zu Abfall wird. Der Ostalbkreis will gegensteuern und den Verbrauch von „Coffee to go“-Einwegbechern reduzieren. Ein kreiseinheitliches Vorgehen soll die GOA strukturieren. Die hat, wie GOA-Geschäftsführer Arne Grewe dem Ausschuss berichtete, hierzu zwei Bachelorarbeiten begleitet, in denen es um das Mehrwegbechersystem der Firma Recup geht. Mittlerweile bietet Recup auch die Rebowl als Schale.

Die GOA hat die Wirtschaftlichkeit dieses Mehrwegsystems für den Kreis bewertet. Resultat: Die Einführung eines Mehrwegsystems im Ostalbkreis durch die GOA sei derzeit nicht rentabel umsetzbar.

Derzeit gebe es erst 15 Recup-Partner im Ostalbkreis. Und dies trotz dem Inkrafttreten des EU-weiten Einweg-Plastikverbots am 3. Juli 2021. Der Bund hat zum 1. Januar 2023 ein Gesetz erlassen, das Gastronomien, Caterer und Lieferdienste verpflichtet, eine zusätzliche Mehrweglösung für Speisen und Getränke anzubieten, die nicht mehr kosten darf, als die Einwegalternative. Ausgenommen hiervon sind kleinere Betriebe mit maximal fünf Beschäftigten und maximal 80 Quadratmetern Verkaufsfläche. Hier könne auch die Recup-Lösung  Rebowl helfen. Gegen Pfand können Becher als auch Schalen als Mehrwegsystem erworben werden. Beides eigne sich aber nur, wenn in den Verkaufsstellen   Geschirrspüler und ausreichend Personal vorhanden sind.

Bei Einführung eines „konkurrierenden“ Rücknahmesystems mit Reinigungsdienst als GOA-Leistung, inklusive eines Abhol- und Lieferservices, sei zu berücksichtigen, dass große Firmenkantinen dieses System anbieten, meint Grewe. Momentan sei die Einführung eines Mehrwegsystems im Kreis nicht rentabel umsetzbar. Die GOA werde die Entwicklung aber im Auge behalten.

Biomüll.

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