Pandemie: Hunde beliebt wie selten zuvor

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Die Ostalb kommt auf den Hund: Ein Spaziergang im Lockdown über frisch verschneite Feldwege ist gut für Herz und Seele. Mischlingshund "Slash" genießt den Anblick ebenfalls.
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Viel Zeit und auf der Suche nach Aufgaben: Während der Pandemie ist die Nachfrage nach Vierbeinern gestiegen. Tierheime erwarten Zulauf während Urlaubszeit.

Aalen

Er ist seit jeher der beste Freund des Menschen. Doch zurzeit ist der Hund noch beliebter denn je. Mit Homeoffice und Homeschooling rückt das Zuhause noch weiter in den Mittelpunkt. Viele verbringen mehr Zeit zu Hause, mehr Zeit mit der Familie oder mehr Zeit mit sich selbst als noch vor der Pandemie. Also genau der richtige Zeitpunkt, um sich ein Haustier anzuschaffen? Einen Begleiter für einsame Zeiten oder neues Familienmitglied, das Verantwortung, Spaziergänge an der frischen Luft und Aufmerksamkeit fordert?

Im Tierheim Dreherhof sind schon etliche Anfragen eingegangen, wie Petra Albrecht mitteilt. "Die Nachfrage ist auf jeden Fall größer als sonst", sagt sie. Vor allem Welpen seien gefragt.

Auch die Zahlen im Ostalbkreis sprechen da eine deutliche Sprache. Die Nachfrage nach den treuen Begleitern ist groß. Karin Haisch, Pressesprecherin der Stadt Aalen, weiß: "Generell ist eine Steigerung zu erkennen, auch schon vor Corona." Ende 2017 waren bei der Stadt Aalen 2506 Hunde gemeldet, Ende 2020 bereits 2772 (2018: 2570 Hunde, 2019: 1665 Hunde).

Dasselbe Muster ist auch bei der Stadt Schwäbisch Gmünd zu erkennen, wo zwischen März und Dezember des vergangenen Jahres die Zahl von 2236 Hunden auf 2272 angemeldete Vierbeiner stieg. Im Januar 2021 verbuchte die Stadt Gmünd gleich 48 Neuanmeldungen (2284 Hunde), wie Ute Meinke, Pressesprecherin der Stadt, wissen lässt.

Im Jahr 2020 hatte die Stadt Aalen auffallend mehr An- und Abmeldungen von Hunden, sagt Haisch: "Festgestellt werden konnte, dass viele neu beschaffte Tiere nach kurzer Zeit wieder abgegeben wurden."

Diese Beobachtung kann Petra Albrecht teilen, auch wenn im Moment nur wenige Hunde im Tierheim Dreherhof sind – nämlich tatsächlich nur jene, die schon lange schwer zu vermitteln sind. Aber: "Momentan werden Hunde eher privat vermittelt", so Albrecht. "Auf Ebay-Kleinanzeigen – da kriegt man für seinen Hund dann noch ein paar Euro."

Die Lage wird sich ändern, sobald man wieder in den Urlaub fahren kann.

Petra Abrecht Tierheim Dreherhof

Deutlicher Trend zu gefährlichen Hunden

Bei Neuanmeldungen gehe der Trend eindeutig zu gefährlichen Hunden und den Mischungen davon, weiß Karin Haisch. "Erwähnen möchte ich auch, dass wir im Jahr 2020 sehr viele anonyme Anzeigen zu Hundehaltungen in der Nachbarschaft erhalten haben, die nicht angemeldet waren. Deshalb ist auch die Zahl der Bußgeldverfahren gestiegen."

Bedenken für die Zeit nach dem Lockdown

Große Bedenken hat Petra Albrecht, wenn sie an die Zeit nach Corona denkt. Sie rechnet damit, dass dann einige ihre Vierbeiner wieder abgeben werden. "Jetzt ist es vielleicht noch toll, jetzt hat man die Zeit, die Kinder sind beschäftigt. Aber das wird sich ändern, sobald man wieder in den Urlaub fahren kann." Da spricht sie aus Erfahrung. Denn die Urlaubszeit sei jene Zeit im Jahr, in dem die meisten Hunde im Tierheim abgegeben werden.

Auch zum Gassigehen gibt es einige Anfragen im Tierheim Dreherhof. Doch das ist aufgrund der Pandemie und den einhergehenden Beschränkungen momentan nicht möglich, lautet die aktuelle Auskunft dazu. "Es kommen nur die Ehrenamtlichen, die die Hunde schon lange ausführen. Unsere Tiere brauchen ja auch ihre Bewegung", so Albrecht.

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