Patrick Meloni das Stehaufmännchen

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Patrick Meloni sitzt am Grab seines Großvaters. Hier tankt er auf und hier schöpft er Kraft, wenn es mal nicht so rund läuft bei ihm.
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Sein Traum von der Selbstständigkeit ist geplatzt. Dennoch bleibt der Aalener eine Frohnatur. Wie er Kraft tankt und warum er immer so glücklich ist.

Aalen. „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen.“ Wenn die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen ein Gesicht hätte, würde es aussehen wie das Gesicht von Patrick Meloni. Meloni hat sich mit seiner Selbstständigkeit einen Traum erfüllt und zusehen müssen, wie dieser Traum platzt. Er hat sich aufgeopfert für sein neues Geschäft. Er hat sich Geld geliehen. Heute hat er Schulden. Er ist nicht mehr sein eigener Chef – ganz im Gegenteil. Und dennoch: „Ich bin gesund. Mir geht es gut. Ich habe Menschen um mich herum, die mich lieben.“ Meloni ist ein Optimist geblieben, ein Lichtblick.

Dann liefen die Kosten davon

Er lächelt. Eigentlich lächelt Meloni immer. "Ein Tag ohne Lächeln, ist ein verlorener Tag", sagt er. Dabei hätte er aus finanzieller Sicht allen Grund auch mal nicht fröhlich zu sein. 60.000 Euro Schulden drücken ihn. Geld, das er für seinen beruflichen Traum aufgenommen hat. Meloni unterhielt eine Zeit lang Aalens erste Kältesauna. Ein Konzept, mit dem er als Unternehmer durchstarten wollte. Zuerst Aalen, dann Schwäbisch Gmünd, dann Ulm, so seine Idee für die erfolgreiche Selbstständigkeit. Als Meloni durchstarten wollte, ging Deutschland in den Lockdown. Statt seine Kunden bei 160 Grad Celsius minus von Gelenkschmerzen oder Neurodermitis zu befreien, stand er immer öfter alleine neben seiner Kältekammer. Obwohl die Bank den Kredit sogar für einige Monate stundete, liefen die Kosten davon. „Trotz meines Naturells gab es viele schlaflose Nächte. Meiner Frau wollte ich ja auch nicht auf der Tasche liegen“, sagt der 33-Jährige. Meloni zog die Reißleine. Sein Traum war geplatzt.

„Wenn es mir richtig schlecht geht, tanke ich Kraft, in dem ich bei meinen Eltern einen Ramazotti trinke“, sagt er und lacht. Meloni braucht die Familie. Selbst sein Großvater, der inzwischen verstorben ist, bleibt eine wichtige Stütze in seinem Leben. Als es darum geht, wo das Foto für diese Geschichte aufgenommen werden soll, ob es einen Platz gibt, der ihm viel bedeutet, sagt er ohne zu überlegen: „Die Bank am Grab meines Opas.“ Dort sitzt er gerne, redet mit dem Opa und holt sich das Lächeln wieder, das er zuweilen verloren glaubt.

Neuen Job bei Alfing

Wenn Meloni von seiner Frau spricht, strahlt sein Gesicht noch mehr. Als seine Firma vor dem Aus stand, war sie seine Stütze. Lange Trübsal blasen, ist nicht sein Ding. Meloni ging sofort auf Jobsuche und findet eine Anstellung. Er wird Pförtner bei Alfing. Drei Schichten. Der Job macht ihm Spaß, die Kollegen sind super, im Pförtnerhäuschen wird viel gelacht. „Läuft doch alles super“, sagt er. Um seine Schulden ohne Privatinsolvenz zu tilgen, übernimmt er noch einen weiteren Minijob. Es dauert, bis er schuldenfrei ist. Aber er wird das meistern, wie er bislang alles gemeistert hat: Gemeinsam mit der Familie. Und Geld für einen Ramazotti hat er auch noch. „Vielleicht sind einige Sprünge nicht mehr ganz so groß, aber ich kann noch springen.“ Krönchen richten, weitergehen.

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