Pavel: Wir sind meilenweit entfernt vom Shutdown

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Noch einmal der Macher: Landrat Pavel spricht darüber, wie Corona im Ostalbkreis bekämpft wird.
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Der Landkreis ist – trotz aktuell wieder steigender Fallzahlen – gut gerüstet im Kampf gegen die Pandemie: Das sieht zumindest die Ostalbpolitik so.

Aalen

Wie sieht es aus mit der Corona-Pandemie im Ostalbkreis? Viele Menschen im Landkreis sorgen sich, was die nächsten Wochen und Monate bringen – insbesondere, nachdem sich in Schwäbisch Gmünd einige Besucher einer Trauerfeier mit dem Virus infiziert haben. Muss das langsam erwachende öffentliche Leben im Ostalbkreis wieder herunter gefahren werden? Droht ein sogenannter "Shutdown"? Dies werde er in den vergangenen Tagen immer wieder gefragt, sagte Klaus Pavel am Dienstag im Kreistag, in der übrigens letzten Sitzung, die er als Landrat geleitet hat. "Wir sind meilenweit von einem Shutdown entfernt", äußerte sich Pavel. Bevor die Ostalb auch nur in die Nähe davon komme, würden Maßnahmen greifen, die vorbereitet seien. Ein entsprechendes Konzept stellte Pavel im Kreistag vor. So sei klar geregelt, wie Patienten versorgt werden, die sich mit einem fieberhaften Infekt bei einem Arzt oder in einer Corona-Schwerpunktpraxis melden. Das Landratsamt Ostalbkreis habe von Beginn der Corona-Pandemie an Vorbereitungen für den Fall eines sprunghaften Anstiegs von Covid-19-Patienten getroffen. Alle relevanten Akteure seien sensibilisiert und mit den wesentlichen aktuellen Informationen versorgt. Ein wesentlicher Bestandteil der Eindämmungsstrategie des Gesundheitsamtes sei zudem von Beginn an "eine sorgfältige und genaue Ermittlung von Kontaktpersonen zu Covid-19-Erkrankten". Mittlerweile seien in diesem Zusammenhang im Ostalbkreis mit seinen rund 314 000 Einwohnern fast 18 000 Menschen auf das Virus getestet worden – insgesamt waren davon 1717 Tests positiv, die Betroffenen infiziert. Aktuell sind es noch 54 Menschen. Der kritische Wert, um erste Maßnahmen einzuleiten, sei, wenn es in einer Woche 78 neue Fälle gibt. Über schwerwiegendere Maßnahmen müsse nachgedacht werden, wenn es 158 neu Infizierte binnen sieben Tage gebe. Maßnahmen könnten lokal begrenzt sein. "Wir haben bei den LEA-Fällen ja auch nicht ganz Ellwangen herunter gefahren", verdeutlichte Pavel und erinnerte an die Zeit Anfang Mai, als in der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge mehrere hundert Menschen infiziert waren. Aber die Infektionswelle nach der Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd habe gezeigt, "dass wir wachsam bleiben müssen": Abstand wahren, auf Hygiene achten und dort, wo es eng wird, eine Alltagsmaske tragen. Und auf keinen Fall denken, "Corona, das geht mich nichts an". Man könne in den Urlaub fahren. Aber wenn man in ein Risikogebiet fahre - oder ein Gebiet werde während eines Urlaubes zum Risikogebiet, dann trage man Verantwortung, nicht nur für sich selber, sondern auch für andere. Daher sei es unverantwortlich, zu verschweigen, dass man dort war. "Man begeht Ordnungswidrigkeiten", sagt Pavel – und appellierte an die Solidarität der Menschen. Zudem dankte Pavel allen im Ostalbkreis, die sich in der Bekämpfung der Pandemie einsetzen. Hier sei hervorragende Arbeit auf allen Ebenen geleistet worden. Dies honorierten ausnahmslos alle Kreisrätinnen und Kreisräte mit lang anhaltendem Applaus.

Kommentare aus dem Kreistag

Kreisrätin Daniela Dinser (CDU) lobte das Gesundheitsamt, das Großartiges geleistet hat: "Darauf können wir stolz sein", sagte sie. Carola Merk-Rudolph (SPD) sagte es so: "Wenn so eine Pandemie kommt, gibt es kein besseres Land als Deutschland und keinen besseren Platz als die Ostalb." Bennet Müller (Grüne) analysierte, die Krise sei bislang im Griff. Dies sei das Ergebnis davon, wenn man Politik auf Grundlage von Erkenntnissen und Recht mache – und nicht von Wunschdenken.

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