„Plastikfreier Ostalbkreis“ – Nahe Realität oder Wunschdenken?

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Die Webkonferenz "Plastikfrei" der Abgeordneten Winfried Mack (rechts) und Tim Bückner (beide CDU).

Der Ostalbkreis soll plastikfrei werden. Über dieses Ziel und den langen Weg dahin geht es in einer Diskussionsrunde mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Von Vera Mack

Aalen In einer Informations- und Diskussionsrunde zum Thema „Plastikfrei?“ sprechen die Landtagsabgeordneten der CDU Winfried Mack und Tim Bückner gemeinsam mit Experten über die Zukunft des Kunststoffes. Den Beginn machte der Geschäftsführer der GOA Arne Grewe, der die Initiative „Plastikfreier Ostalbkreis“ vorstellte. Vorneweg schickte Grewe jedoch, dass man den Kunststoff „auf keinen Fall verteufeln möchte“. Plastik habe seine Berechtigung, vor allem bei Frische- und Hygieneverpackungen, aber „der Forschung und Entwicklung der Verpackungsindustrie müsse klar werden, dass es nicht nur um Aussehen und Haptik gehen muss“.

Besonders wichtig seien mittlerweile vor allem die Wiederverwertung und das Recycling der Materialien: „Der Rohstoff der Materialien sollte nicht verloren gehen“, so Grewe. Dem schloss sich auch der CDU-Politiker Mack an: „Die Ressourcen sind zu wertvoll, um verschwendet zu werden.“

Um immer mehr Plastikverpackungen wiederzuverwerten, soll der Konsument durch gezielten Kauf von Produkten selbst einen Beitrag leisten können. So soll eine sogenannte „Recyclingampel“ für Verpackungen eingeführt werden, mit den Farben rot, gelb und grün. Rot soll bedeuten, dass das Material nur schlecht recycelt werden kann und grün, dass es sehr gut recycelbar ist. „Wir als Konsument müssen entscheiden und Einfluss nehmen“, begründet Grewe die Idee hinter dem Ampelsystem.

Eine weitere Maßnahme, die den Verbraucher betrifft, ist der Wechsel vom gelben Sack zur gelben Tonne. Damit soll die Sauberkeit der Umwelt verbessert werden, da bei Sturm oder schlechter Witterung die Säcke oft durch die Straßen fliegen und dabei aufplatzen. Ein weiterer Punkt für die Umstellung auf die Tonne sei, dass durch die Plastikbeutel, die dann eingespart werden würden, langfristig weniger Plastik produziert werden muss. 

Weitere Impulsvorträge kamen von Prof. Dr. Tobias Walcher von der Hochschule Aalen und Dr. Dr. Hans-Georg Brendle, Entwicklungsleiter bei der Firma JRS. Walcher untermauerte mit Fakten noch einmal die Wichtigkeit des Recyclings: „Das Ziel der Recycling-Quote der Verpackungsindustrie ist 50 Prozent.“ Die aktuelle Quote liege jedoch bei 10 bis 15 Prozent.

Es gebe noch viel zu tun für den Verbraucher und die Verpackungsindustrie, allerdings auch für die Politik. Denn trotz regionaler Bemühungen „werden wir dieses weltweite Problem nicht anders lösen können, als auch durch Abkommen der Weltgemeinschaft“, so Mack. „100 Prozent plastikfrei wird unsere Welt nicht werden“ und somit auch der Ostalbkreis nicht, so Grewe. Aber die Flut an  Verpackungen einzudämmen sollte das Ziel der nächsten Jahre sein.

„Auch die Natur recycelt. So recycelt das Meer auch Plastiktüten, das braucht dazu jedoch 500 Jahre."

Arne Grewe, Geschäftsführer GOA

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