Pommes und Chips aus dem Garten

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Welche Möglichkeiten es gibt, um Kartoffeln selbst anzubauen.

Pommes, Klöße, Püree, Gnocchi - und haben wir schon Chips erwähnt? Diese Speisen bestehen aus Kartoffeln. Kaum eine Nutzpflanze ist so reich auf unserem Speiseplan vertreten wie sie. Zumindest ein Teil unseres Kartoffelbedarfs lässt sich einfach im eigenen Garten anbauen.

Im Grunde kann man jede Pflanzkartoffel nehmen und zur Anzucht der nächsten Pflanzen- und Knollengeneration nutzen. Es bietet sich aber an, sich aus der Vielzahl an Sorten jene aussuchen, die für den Anbau im Privatgarten auch geeignet sind. Und das sind nicht wenige: Rund 100 seien es, berichtet Kim Sharon Leary, Fachberaterin für den Kleingarten aus Mülheim an der Ruhr.

Knollen müssen vortreiben

Der Pflanzenhandel bietet auch sogenannte Saatkartoffeln an. "Im Vergleich zu den Speisekartoffeln, die für den Verzehr angebaut werden, stammen die sogenannten Saat- oder Pflanzkartoffeln aus speziellen Anzuchtbetrieben", erläutert Martin Nickol, Kustos des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Eine Zertifizierung bescheinigt, dass die Kartoffeln virenfrei sind und die Qualität für den Anbau haben. Die Kultur der Kartoffeln beginnt im Frühjahr, wenn die Böden sich auf knapp zehn Grad erwärmt haben.

Ab dem 15. April herum ist eine gute Zeit. Aber zuvor müssen die Knollen schon erste Triebe entwickeln, die das Wachstum im Boden dann beschleunigen. Man kennt diese Entwicklung: Lagern Kartoffeln in der Küche zu warm oder zu hell, zeigen sich an der Schale erst Augen und mit der Zeit werden daraus Triebe. Aber: Werden diese Triebe lang und hellgrün, sind sie für die Kultur wertlos, so Leary.

Sie empfiehlt daher, die Saatkartoffeln ab Mitte März in Eierkartons zu legen und diese bei Temperaturen von 12 bis 15 Grad möglichst hell aufzustellen. "So bilden sich kräftige, dunkelgrüne Triebe."

Diese Knollen kommen am besten in sandige und sandig-lehmige Böden. Schwerere Böden müssen aufbereitet werden, Kim Sharon Leary empfiehlt dafür Kompost. Er lockert nicht nur den Boden auf, er reichert ihn auch mit Nährstoffen an. Denn Kartoffeln sind Mittel- bis Starkzehrer.

Alle Böden müssen vor dem Pflanzen noch mal gelockert werden, dann kommen die vorgetriebenen Knollen darin in zehn Zentimeter tiefe Furchen. Zwischen den einzelnen Kartoffeln sollte ein Abstand von 35 Zentimetern bleiben, zwischen den Reihen 70 Zentimeter. Über die Knollen kommt eine dicke Schicht Erde und bis keine Spätfröste mehr drohen, was in Deutschland in der Regel bis Mitte Mai möglich ist, sollten licht- und wasserdurchlässige Wachstumsfolien die Pflanzen schützen.

Im Vergleich zu den Speisekartoffeln, die für den Verzehr angebaut werden, stammen die sogenannten Saat- oder Pflanzkartoffeln aus speziellen Anzuchtbetrieben.

Kustos des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Kartoffeln brauchen nach und nach extra Erde

Die Pflanze bildet nun krautige, oberirdische Triebe. Und mit zunehmender Größe entwickeln sich im unteren Teil des Stängels sogenannte plagiotrope Achsen, erklärt Martin Nickol. Dabei handelt es sich um waagerecht in den Boden wachsende Ausläufer, die nach und nach dicker und schließlich zu den Knollen werden.

"Durch das Anhäufeln entstehen noch mehr dieser Triebe", sagt Nickol. Damit ist gemeint, dass man immer wieder Erde aus den Zwischenräumen der ganzen Bepflanzung nimmt und direkt an die einzelnen Pflanzen gibt - sie wachsen dann also auf Wällen.

Ernte ab Sommer

Bei einer Bodentemperatur von 15 Grad entwickeln sich die Knollen am besten. "In kühlen Sommern hören sie auf zu wachsen und ebenso bei Temperaturen über 30 Grad", sagt Nickol.

Die frühen Sorten lassen sich bereits im Juli und August ernten. Die mittelfrühen Knollen werden Anfang September aus der Erde geholt und die späten können bis in den Oktober ausgegraben werden. "Dazu nimmt man am besten eine Grabegabel und siebt damit quasi das Erdreich nach reifen Knollen ab", erklärt Fachberaterin Leary. dpa

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