Posaunen rufen zum Abendkonzert

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Bläser auf Abstand – das "Stuttgarter Posaunen Consort" konzertierte in der Aalener Stadtkirche unter der Leitung von Professor Henning Wiegräbe (links).

Nach sechsmonatiger Pause gastiert in der Aalener Stadtkirche das reduzierte Ensemble des "Stuttgarter Posaunen Consort" mit einem überzeugenden Auftritt.

Prächtige Bläsermusik erklang am Sonntagabend in Aalens Stadtkirche. Zu Gast war das "Stuttgarter Posaunen Consort" mit seinem Leiter Henning Wiegräbe. Ein Professor und seine Studenten. Wiegräbe unterrichtet Posaune an der Musikhochschule Stuttgart.

Mit einer Suite des Renaissance-Komponisten und Musikverlegers Tilmann Susato eröffnet das Ensemble den Abend. Sechs Musiker, darunter eine Frau, spielen von der Orgelempore in den Kirchenraum hinein. Warm und homogen im Klang präsentiert das Consort die verschiedenen Tanzsätze. Reizvoll der Wechsel von hohen und tiefen Bläserchören. Wiegräbe leitet vom ersten Pult aus die auf Abstand platzierten Musiker.

Im ruhigen Fluss der Stimmen erklingt eine Motette des Italieners Claudio Merulo, dann geht es schon ins 20. Jahrhundert. Zu Georges Delerue. Der Franzose ist ein erfolgreicher Filmmusikkomponist. Er arbeitete mit dem Filmemacher Francois Truffaut zusammen und wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem Oscar.

"Madrigal" heißt das Stück, das in Aalen zu hören ist. Ein expressives Werk. Frei gestaltete Melodien, die sich immer wieder aus dem Ensembleklang emporschwingen: Henning Wiegräbe tritt hier als Solist hervor.

Und er führt auch durchs Programm. "Viel Spaß in Tokio!", wünscht der Professor beim nächsten Stück von Philip Sparke. Der englische Komponist beschreibt in seinem Werk "Tokyo Triptych" das pulsierende Leben in den Vierteln der japanischen Hauptstadt. Das Ensemble musiziert frisch und lebendig und die schnellen Läufe mit beeindruckender rhythmischer Präzision.

Am Ende des 50-minütigen Konzerts legen die Blechbläser noch einen schwungvollen Tango aufs Parkett. Leichtfüßig und mit einem Hauch von Melancholie erklingt die Suite aus der Tango-Oper "Maria de Bueonos Aires" von Astor Piazzolla.

Es muss weitergehen!

Henning Wiegräbe Musikprofessor

Es ist das erste Abendkonzert in der Stadtkirche nach sechsmonatiger Pause und es wird zweimal aufgeführt. Das Publikum sitzt auf Abstand und trägt Maske auf der Empore. Es dankt dem Bläserensemble mit langem Applaus und bekommt als Zugabe noch eine flotte Tarantella von Rossini mit auf den Heimweg.

Von ursprünglich sechs geplanten Konzerten des Consorts könnten nur drei stattfinden, beschreibt Henning Wiegräbe die Folgen der Pandemiesituation im Gespräch. Auch sei das Ensemble sonst deutlich größer, aufgrund der Abstandsregeln müsse die Anzahl der Spieler dem jeweiligen Raum angepasst werden. Der Professor ist dankbar für die Möglichkeit, mit seinen Studenten in Aalen aufzutreten. "Es muss weitergehen", sagt er.

Fauxpas: Eines technischen Versehens wegen wurde in der Dienstagsausgabe der Ankünder zum Abendkonzert veröffentlicht und nicht der Konzertbericht. Wir bitten, das Missgeschick zu entschuldigen.

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