Radregion lockt mit Parks und Gärten

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Ohne die Messe CMT, dafür aber digital, in Print und mit neuen Themenschwerpunkten rückt der Ostalbkreis seine Schokoladenseiten für Urlauber in den Blickpunkt

Aalen

Corona beutelt die Tourismusindustrie weltweit, eine Delle gibt es daher auch beim Ostalb-Tourismus. Bis 2020 sind die Übernachtungszahlen hier jährlich gestiegen, dann kam der Einbruch. Von Januar bis September 2021 nun wurden 137.684 Gästeankünfte in den rund 140 Betrieben mit mindestens zehn Betten statistisch erfasst. Dies sind 13,34 Prozent weniger im Vergleich zum ohnehin schwachen Vorjahreszeitraum. Bei den Übernachtungen ist gegenüber 2020 bislang eine Reduktion um 5,04 Prozent zu erkennen, was von Januar bis September 2021 einer Zahl von 351.392 Gästeübernachtungen entspricht. Wenig überraschend, da lange Zeit touristische Übernachtungen wegen der Pandemie komplett verboten waren. Der Anteil internationaler Besucher liegt seit 2010 zwischen zehn und 15 Prozent, 2020 lag er bei 10,4 Prozent.

Dennoch sind die Verantwortlichen optimistisch, wie bei der virtuellen Pressekonferenz zum Thema nun deutlich wurde. Zuversicht verbreitete Markus Herrmann, Gmünds Stadtsprecher und Tourismusprofi, der bei vielen Arbeitsgesprächen in Stuttgart war. Sein Fazit: Der Tourismus hat sich nachhaltig verändert, Übernachtungszahlen wie vor der Pandemie wird es nicht mehr geben. „Pleasure statt Business“, sei der Trend. Angebote aus Gastronomie, Shopping, Kultur müssten neu und besser vernetzt werden, Innenstädte sich neu erfinden. Nachhaltiger Tourismus bedeute nicht nur klimafreundlich, sondern „dass Gäste etwas für die Seele mitnehmen“, sagt Herrmann. Die Ostalb und die Region seien hier aber so gut aufgestellt, um sicher zu punkten.

Radfahren und Parks im Fokus

Die CMT in Stuttgart ist das größte Schaufenster für die heimische Touristik, die fällt nun zwar erneut aus, „der Ostalb-Tourismus aber nicht“, wie Landrat Dr. Joachim Bläse betont. Die hiesigen Tourismusverbände haben allesamt gewirbelt und Ricarda Grünig, die bei der Kreisverwaltung den Geschäftsbereich leitet, alles gebündelt, koordiniert und ergänzt. So gibt es zwei Schwerpunkte im gemeinsamen Werben um Urlauber: Radfahren und das Konzept „Gärten und Parks“.

Unter dem Titel „Entspannen im Grünen - Gärten und Parks“ werden in einer neuen Broschüre interessante Ostalb-Ziele präsentiert. Das reicht von den Klostergärten in Lorch im Westen, zu den „Wallerstein Gardens“ in Bopfingen-Baldern im Osten, vom Klausen- und Basteigarten auf Schloss ob Ellwangen im Norden, bis zu Neresheims Stadtgarten im Süden. Insgesamt 38 Gärten, prachtvolle und Geheimtipps, werden beworben, darunter der Landschaftspark Schloss Fachsenfeld, der Heckengarten Hohenstadt, die Weleda-Heilpflanzengärten in Gmünd-Wetzgau oder der Familienpark dort nebenan.

Geworben wird auch auf allen Social-Media-Kanälen. Dazu gibt es einen thematischen Kalender und Gimmicks, wie Glücksklee und Kräutergärtchen im Zinkeimer. Unter www.deine-ostalb.de findet sich die Broschüre, die per Mail an tourismus@ostalbkreis.de angefordert werden kann. Exemplare liegen auch bei der Kreisverwaltung.

Entdeckerpass auch 2022

Weil die Aktion 2021 ein großer Erfolg war, wird der „Entdeckerpass“ wiederholt, nun als „2.0“. Die Neuauflage vom 4. Juni bis zum 22. September 2022 liefert neue Ausflugstipps. Wieder warteten 25 Naturerlebnisse darauf, zu Fuß oder per Rad entdeckt zu werden. Mit dem „Entdecker-Päckle“, in dem sich Entdeckerpass und Entdeckerkarte finden, kann jeder wieder Stempel sammeln. Mehr dazu unter www.deine-ostalb.de/Entdeckerpass.

Das planen die Toursimusvereine

Was die Tourismusgemeinschaften für 2022 planen, berichteten die einzelnen Vertreter.


Ellwangen: OB Michael Dambacher kündigt virtuelle Stadtführungen an. Gemeinsam mit Stadtführerin Ruth Julius auf einer virtuellen Tour kann die Innenstadt erkundet werden. Im Vorfeld der Landesgartenschau soll es Baustellen- und thematische Führungen geben, kündigt er an.


„Die gastlichen Fünf im Ries“: Laut Riesbürgs Bürgermeister Willibald Freihart steht dort die Weiterentwicklung der keltischen Freilichtanlage auf dem Ipf und die museale Präsentation hierzu in der Innenstadt Bopfingens im Mittelpunkt. Rund 2,4 Millionen Euro investieren Bund und Land in das Konzept. Kultur gibt es am Riesrand 2022 satt, und zwar mit Festivals in Bopfingen und auf der Kapfenburg in Lauchheim-Hülen und dem Freilichttheaters im Klostergarten in Kirchheim.


Aalen: Laut Dr. Roland Schurig schwingt sich Aalen in den Sattel und radelt sportlich durch 2022. Unter dem Motto „rAAdeln in Aalen“ gibt es Höhepunkte für Radsportfans, allen voran das Weltcuprennen im Mountainbikesprint – quer durch Aalens Innenstadt am 23. und 24. Juli mit einem hochklassigen Teilnehmerfeld. Das Motto der blühenden Sommeraktion laut „Aalen City …. radelt“. Das Stadtradeln wird 2022 eingebettet in eine landkreisweite Aktion, deren Ende in einer großen Sternfahrt mündet, die nach Aalen führt.


„Sagenhafter Albuch“: Essingen, Heubach, Bartholomä, Königsbronn und Steinheim setzen auf die Kernkompetenzen Landschaft, Natur, Geologie, Wintersport, Gastronomie und Brauchtum. Besonders beworben werden das Blasmusik Open-Air in Bartholomä und „Bike the Rock“ in Heubach.

„Gastliches Härtsfeld“: Hier freut man sich auf Mai 2022, wenn die Härtsfeld-Museumsbahn zum Saisonstart mit nun regulärem Fahrplan bis zum Härtsfeldsee fährt. Das Dreieck Kloster Neresheim-Härtsfeld-Museumsbahn-Burg Katzenstein wird so mit der „Schättere“ erlebbar. Attraktionen sind die Schauköhlerei und die Imkerei in der Zwing. In Neresheim gibt es wieder die Sommeraktion mit Veranstaltungen im Ort und im Stadtgarten.


Schwäbisch Gmünd: OB Richard Arnold freut auf fünf Festivals vom 8. Mai bis zum 3. Oktober – das Kinderkino-Festival, das Schattentheater-Festival, das Literatur-Festival „Wortreich“, das Europäische Staufer-Festival und das Europäische Kirchenmusik-Festival. Beim Thema Rad will Gmünd „an alles anknüpfen, was im Remstal hier läuft“.


Zwischen Alb und Wald: Radfahren und Wandern sind auch hier die Top-Themen wie Markus Herrmann sagt. Wie in Gmünd wurden Routen-Führungen und Streckenangebote überarbeitet. Dabei wurden ein neues Konzept und ein frisches Erscheinungsbild der Printprodukte angestoßen. Unter der Überschrift „Raus ins Freie“ kommt ein weiterer „Appetitmacher“ raus und auch die Infos rund um Stadtführungen haben ein neues Outfit. Info: www.schwaebisch-gmuend.de und www.zwischenwaldundalb.de . Eingestiegen ist man in die Vernetzung mit Angeboten des „Remstal Tourismus“, der Stuttgart Regio und landesweiten Touristik-Angeboten sowie Plattformen wie „outdooractive“ oder „komoot“. 2022 wird gemeinsam mit Jugendlichen, Bikern, Forst, Jägern, Naturschutz, Kommunen sowie Routen- und Tourenexperten an einem möglichst reibungslosen Miteinander von Mountainbikern und Wanderern gearbeitet. Zudem entsteht bei Spraitbach ein Biketrail, auf den sich Bürgermeister Johannes Schurr zwar freut, aber auch hofft, „dass keiner von mir zur Eröffnung verlangt, da durchzufahren“.

  • Zweckvereinbarung Tourismus unterzeichnet
  • Aalen. Für die Tourismus Ostalb hat Dr. Joachim Bläse die Zusammenarbeit mit den Tourismusgemeinschaften und Vereinen in eine schriftliche Form einer Zweckvereinbarung gebracht. Dort sind enthalten die Themen Geschäftsführung, Steuerkreis und Arbeitskreis und auch die Anzahl der Treffen wurde geregelt. Alle Beteiligten lobten dies als richtigen und wichtigen Schritt für die Zukunft. Lob gab es auch von allen seiten für die Arbeit von Ricarda Grünig, die den Geschäftsbereich bei der Kreisverwaltung verantwortet. ⋌⋌mas
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