Radwegbau scheitert an Eigentümern

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Radfahren im Ostalbkreis soll komfortabler werden. Neue Achsen werden gebaut. Entlang von Kreisstraßen scheitern Radwege oft, weil Grundstücksbesitzer ihre Flächen nicht verkaufen wollen. Foto: opo
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Weil einige Privatleute ihre Grundstücke nicht verkaufen wollen, gerät die Ostalb-Radwegoffensive ins Stocken. Auf den Straßen stehen umfangreiche Belagssanierungen an.

Aalen

Wo steht der Landkreis beim Radwege- und Straßenbau? Statt einer Ausfahrt hat der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung diesmal ökologisch Straßen und Radwege digital unter die Lupe genommen, aber auch so Erkenntnisse gewonnen.

Zuschüsse für Radwege

Der stellvertretende Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsinfrastruktur, Timo Schneider, berichtete über die Radwege. Demnach sind derzeit 13 in Planung. Fünf Planungen wurden bereits in das Bundesförderprogramm „Stadt und Land“ aufgenommen. In Kombination mit der Landesförderung wird der Bau von Radwegen somit zu 90 Prozent der Herstellungskosten gefördert.

Das Programm ist bis 2023 begrenzt und in Baden-Württemberg wurden die Mittel bereits ausgeschöpft. Ob die Förderung verlängert wird, ist fraglich. Radwegeförderung bleibt aber über das LGVFG mit einer Quote von 50 Prozent weiterhin möglich.

Für den Bau „straßenbegleitender Radwege“ reichten meist die eigenen Grundstücke nicht aus, Flächen müssten erworben werden. Mit vielen Grundstückseigentümern konnten Einigungen erzielt werden, schwierig aber liefen die Gespräche bei zweien bereits ins Förderprogramm aufgenommenen Radwegprojekten, nämlich der Strecken Täferrot - Leinzell und Lorch - Weitmars, sagte Schneider. Enteignung sei hier keine Option, alternative Routen gebe es nicht, weshalb derzeit die Realisierung ins Stocken geraten sei.

Hinzu kommt, dass Pandemie und Ukraine-Krieg Preissteigerungen bringen. Asphalteinbau benötigt Bitumen aus Rohöl und ist teuer. Die Verwaltung rechnet mit Preissteigerungen von 15 - 20 Prozent gegenüber den prognostizierten Kosten.

Diese Radwege sind in Arbeit

Gebaut werden soll 2023 der Radweg an der K 3316 von Utzmemmingen zur bayerischen Landesgrenze.

Vergeben sind die Planungen des Radwegs an der K 3316 Ringlesmühle – Utzmemmingen; an der K 3276 Waldstetten – Gmünd und an der K 3320 Hüttlingen – Buch.

Noch vom Regierungspräsidium abgesegnet werden müssen wegen der Zuschüsse die Planungen der Radwege K 3281 Heubach – Lautern und K 3313 Lorch – Weitmars.

Geplant werden müssen noch die Radwege K 3315 Trochtelfingen - K 3316 und K 3301 Neresheim – Kösingen.

Den Lückenschluss K 3259 Holzhausen - Schechingen plant Schechingen selbst, den Radweg K 3284 RGW Rauental – L 1080 plant die Stadt Aalen selbst und die Radwege K 3234 Hohenberg – Zumholz und K 3323 Rosenberg – Hummelsweiler plant und finanziert die Gemeinde Rosenberg selbst. Ärgerlich: Bei der K 3258 Leintalradweg ist die Planung für den Lückenschluss Täferrot – Leinzell zwar fertig, aber die Grundeigentümer sind nicht bereit zu verkaufen.

Belagssanierungen auf Straßen

Auf die Lage der Straßen blickte danach Geschäftsbereichsleiter Andreas Weiß. 2022 werden vom Geschäftsbereich Verkehrsinfrastruktur sieben Sanierungsmaßnahmen (sechs Fahrbahn-, eine Bauwerkssanierung) an Kreisstraßen ausgeschrieben und umgesetzt. Weil dem Regierungspräsidium (RP) in Stuttgart Fachkräfte fehlen, plant der Landkreis in dessen Auftrag weitere fünf Sanierungen an Bundesstraßen und drei Fahrbahnsanierungen an Landesstraßen.

Umfangreiche Belagssanierungen stehen laut Weiß auf einigen Kreisstraßen an.

Erledigt sind die Maßnahmen K 3314 Schweindorf zur B 466, K 3232 Zumholz - Matzengehren, einschließlich Ortsdurchfahrt, K 3232 Matzengehren - L 1060 und K 3267 Hussenhofen – Burgholz.

Im Bau sind K 3246 Tonolzbronn – Helpertshofen, die K 3241 Sanierung Blinde-Rot-Brücke, Burghardsmühle.

Ausgeschrieben ist das Projekt K 3234 Neuler - Leinenfirst.

Bei den Bundesstraßen sieht es so aus: In Planung sind die B 29-Anschlüsse Affalteried und Hüttlingen und der Abschnitt Oberalfingen - Westhausen, zudem läuft das Linienfindungsverfahren für eine neue B 29 von Röttingen nach Nördlingen.

Belagssanierungen gab es auf dem Abschnitt B 290 von der B 29 bis zur Bahnbrücke und auf dem B 290-Abschnitt Schwabsberg – Ellwangen.

Gearbeitet wird noch an der Belagssanierung B 297 zwischen Lorch und Unterkirneck, im Herbst des Jahres sollen die Arbeiten auf dem B 29-Abschnitt zwischen Kellerhaus und Westhausen und im Abschnitt B 466/ K 3314 zwischen Ohmenheim und der bayerischen Landesgrenze beginnen.

Das RP baut aktuell den ersten B-29-Abschnitt Essingen - Aalen und bereitet die Vergabe des zweiten Bauabschnittes vor.

Belagsarbeiten erledigt das RP auf der B 298 Seelach - Gschwend und Mutlangen - Weggenziegelhütte.

Bei den Landstraßen läuft aktuell die Belagssanierung auf der L 1080 zwischen Vierwegzeiger und Waldhausen.

Dieses Jahr wird noch die Maßnahme L 1080 Waldhausen - Unterriffingen vergeben.

Bereits vergeben sind Arbeiten auf der L 1060 A 7 - Röhlingen. Hier soll Ende Juli mit dem Bau begonnen werden.

Das RP hat die L 1080 zwischen Rotenhar und Frickingen saniert, die jüngst freigegeben wurde, und es bereitet die Ausschreibung zur Belagssanierung L 1080 Rotenhar – Gschwend und Gschwend - Hundsberg – Kreisgrenze vor. Die Belagssanierung der L 1160 Weiler – Furtlepass wurde an die Firma Haag vergeben. Die Arbeiten laufen und sollen Ende 2022 fertig sein.

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