Regen verboten: kuriose Schilder im Ostalbkreis

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Sonnenschein verboten? Dieses Schild steht auf dem Parkplatz an der L1060 bei Ellwangen.

Die landesweite Kampagne soll auf die Gefahren auf Landstraßen aufmerksam machen.

Ellwangen/Westhausen. Nanu? Was steht denn da am Wegesrand? Auf den Parkplätzen an der L1060 bei Ellwangen und an der B 29 bei Westhausen ziehen zwei Warnschilder seit Kurzem die Blicke auf sich. Die Schilder weisen auf ein Verbot von Sonnenschein und Regen hin.

Mit einem Augenzwinkern

Was es damit auf sich hat, erklärt das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) in einem Schreiben. "Mit einem Augenzwinkern folgt auf den Schildern der Hinweis, dass dieses Verbot selbstverständlich unbeachtet bleiben wird – und Verkehrsteilnehmende deshalb aufgerufen sind, ihre Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen", so das RP. Die humorvolle Aktion habe einen ernsten Hintergrund: Die tief stehende Sonne, eine nasse Fahrbahn und Wildwechsel könnten für Verkehrsteilnehmende zur Gefahr werden, wenn sie ihre Geschwindigkeit nicht reduzieren, vor allem außerorts.

Mehr als 100 Schilder wurden für die Verkehrssicherheitskampagne "Vorsicht.Rücksicht.Umsicht" des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg im Land aufgestellt, wie das RP bilanziert. Die Schilder sind demnach aus Recycling-Material hergestellt, nach Abschluss der Aktion werden sie recycelt und die Pfosten wiederverwendet.

Ohne erhobenen Zeigefinger

Die Schilder sollen laut RP bis zum Spätherbst "ohne erhobenen Zeigefinger" Aufmerksamkeit für die Gefahren auf Landstraßen schaffen. "Die Geschwindigkeit zu senken kann Leben retten und ist außerorts besonders wichtig", sagt Verkehrsminister Winfried Hermann zum Hintergrund der Kampagne. "Wir appellieren daher an alle Verkehrsteilnehmenden: Achten Sie auf Faktoren wie Nässe, Lichtverhältnisse oder möglichen Wildwechsel und reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit, auch unter die zulässige Höchstgeschwindigkeit. So können Sie in gefährlichen Situationen besser reagieren. Sie haben Ihre Sicherheit und die anderer Verkehrsteilnehmender zu einem großen Teil selbst in der Hand!"

Tempo passt nicht

Bei Geschwindigkeitsunfällen außerorts bewegen sich Verkehrsteilnehmende in vielen Fällen innerhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, passen aber die Geschwindigkeit nicht den äußeren Bedingungen an, wie das RP weiter erklärt. Vorausschauendes Fahren bedeute, äußere Faktoren, aber auch das Verhalten von anderen Verkehrsteilnehmenden zu berücksichtigen. Die maximal erlaubte Geschwindigkeit sollte demnach nur bei optimalen Bedingungen gefahren werden.

"Außerhalb von Ortschaften ereignen sich zwar insgesamt nur rund ein Drittel der Verkehrsunfälle, jedoch verunglücken dort dreimal so viele Menschen tödlich wie innerorts." Besonders häufig betroffen seien Motorradfahrer.

Unfälle meist tödlich

Übrigens: 2019 habe das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg die Kampagne "Vorsicht.Rücksicht.Umsicht." gestartet. Sie rücke wechselnde Themen der Verkehrssicherheit in den Mittelpunkt. 2019 lag der Schwerpunkt demnach auf Unfällen im ruhenden Verkehr.

In diesem Jahr werde das Schwerpunktthema "Sichere Landstraße" in den Mittelpunkt gerückt. Unter Landstraßen verstehen wir hier Straßen aller Art außerhalb geschlossener Ortschaften ohne Bundesautobahnen, wie das RP erklärt. "Im Jahr 2019 kamen hier 281 von insgesamt 437 im Straßenverkehr getötete Menschen ums Leben", so die Mitteilung weiter.

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