Abgeschleckt

Rita und ihr süßes Kälbchen

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Ulrike Schneider

Ulrike Schneider über Kälbchen, deren Zunge und die Bekanntschaft mit Wisenten

Haben Sie schon mal gespürt, wie es ist, wenn ein Kälbchen an Ihren Fingern leckt? Einfach ein schönes Erlebnis und ein tolles Gefühl, sage ich Ihnen. Als Kind verbrachte ich regelmäßig Teile meiner Ferien bei den Großeltern. Die lebten auf dem Land – mit Bauernhof ganz in der Nachbarschaft. Da standen natürlich auch Kühe im Stall. Denen stattete ich gerne und regelmäßig einen Besuch ab. Die meisten von ihnen hatten Namen. Rita war mein Liebling. Und eines Tages hatte sie ein Kälbchen. Wie süß! Wie ihrer Mutter Heu geben, das konnte ich nicht. Das junge Tier war gut versorgt. Doch irgendetwas wollte ich tun. Das spürte wohl auch die Bäuerin. Ruth forderte mich auf, dem Kälbchen die Hand entgegenzustrecken. Mutig wie ich war, zögerte ich keinen Moment. Das Kälblein auch nicht, machte das Maul auf, streckte die Zunge raus und saugte an meinen Fingern wie am mütterlichen Euter. Es fühlte sich fast an wie ein Reibeisen und schlabbrig feucht. Aber herrlich und herzlich!Und jetzt das erste „Treffen“ mit den „urigen“ Tieren im Donaumoos unweit von Neuburg. Wieder ein besonderes Erlebnis für mich. Da stehen sie, die drei von vier Kühen, die im November nach Neresheim umziehen. Die größten und schwersten Landsäugetiere Europas. Aber furchteinflößend? Das sind sie, wie ich finde, nicht. Sie sind beeindruckend und cool! Sie aus der hohlen Hand zu füttern, wie einst die Kühe im Stall – das wage ich nicht. Nicht meinetwegen, sondern der Wisente wegen. So „bullig“ sie aussehen, so empfindlich sind sie für Krankheiten. Da halte ich lieber Abstand und lasse die Finger vom Gras.

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