Schauspiel am Nachthimmel

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Mit einer Häufigkeit von rund 100 bis 120 Sternschnuppen je Stunde hat man eine ungeheuer gute Chance, in den kommenden Nächten Sternschnuppen zu sehen. Foto/Grafik: Freepik/ca
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Astronomie Perseiden und Planeten bieten ein Spektakel am Augusthimmel. Wann und wie man das Spektakel bei uns am besten beobachten kann.

Aalen / Ellwangen / Gmünd

Der Blick in den Nachthimmel lohnt derzeit besonders: Am 12. und 13. August erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt und zaubern ein Feuerwerk ans Firmament. Die Erde kreuzt dann die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle, der alle 133 Jahre einmal die Sonne umrundet.

Auf seiner Bahn um die Sonne verliert und verteilt er permanent kleine Stücke von sich, von Stecknadel- bis zu Kieselsteingröße. "Diese Fragmente reagieren mit den Atomen der oberen Atmosphäre, diese werden ionisiert", erklärt Ulrich Görze von der Aalener Sternwarte das Phänomen. "Was wir hier auf der Erde als Sternschnuppen sehen, ist also im Grunde das Nachglühen der Atmosphäre, und nicht das eigentliche Kometenstück."

Die Erde kreuzt die Perseidenbahn jedes Jahr Mitte August. "Um besonders viele Sternschnuppen zu sehen, braucht man klare Nächte und wenig Mond. Das Wetter wird dieses Jahr gut sein, allerdings geht um Mitternacht der Mond auf. Dadurch sieht man die lichtschwächeren Schnuppen leider nicht so gut", erklärt Görze.

Dennoch: mit einer Häufigkeit von rund 100 bis 120 Sternschnuppen je Stunde hat man eine ungeheuer gute Chance, in den kommenden Nächten Sternschnuppen zu sehen. Normal sind es zwei bis fünf je Stunde. "Am besten nimmt man sich einen Liegestuhl und schaut gen Osten. Ab 23 Uhr etwa geht das Sternbild Perseus dort auf, dann hat man die besten Chancen."

Zudem sollte man sich eine lichtschwache Umgebung suchen. Die Stauferberge im Gmünder Raum, der Braunenberg und in Ellwangen das Schloss oder der Schönenberg eignen sich sehr gut. "Aber auch in jeder anderen Gegend ist es gut möglich, solange man freie Himmelssicht hat und nur wenig Störlicht, wie etwa Straßenlaternen."

Wir sehen nicht das Kometenstück, sondern das Nachglühen.

Ulrich Görze Sternwarte Aalen

Wer das Schauspiel fotografieren möchte, sollte sich auf die schnellen Bewegungen der 60 Kilometer pro Sekunde schnellen Teilchen einstellen. "Am besten mit einem Stativ, hoher ISO-Zahl und langer Belichtungszeit, etwa ein bis zwei Minuten", verrät Görze. "Wenn man dann Glück hat, bekommt man eine Sternschnuppe im Bild eingefangen." Das Sternbild Perseus und die Kometenspur wandern im Laufe der Nacht in den Zenit Richtung Süden, gegen zwei bis drei Uhr. Dann ist der Höhepunkt erreicht, bis gegen vier Uhr wieder die Dämmerung einsetzt.

Planetenparade

Doch nicht nur die Perseiden lohnen einen Blick nach oben. Die Wartezeit bis 23 Uhr kann man mit anderen Aussichten überbrücken. "Im Süden zeigt sich derzeit die Saturn-Jupiter-Konjunktion. Besonders markant ist Jupiter, und etwa fünf Grad links davon sieht man den Saturn." Die beiden lichtstarken Gasriesen bewegen sich im Laufe des Jahres immer näher zueinander, bis sie im Dezember nebeneinander stehen werden. "Das kommt nur alle 20 Jahre vor", weiß Görze.

"Zudem steht im Osten der Mars groß und rot am Himmel. Er wird täglich heller, weil er bis Mitte Oktober in eine Linie Sonne-Erde-Mars vorrückt." Dann kann man mit einem Teleskop Einzelheiten auf der Oberfläche erkennen, wie etwa die Polkappen.

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Ulrich Görze.

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