Gekostet

Schlehen und Schnaps

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Susanne_Brenner

Susanne Brenner über unvermutete Ratgeber

Jemanden fragen, der sich damit auskennt, im Umgang mit Schlehen ist das auf jeden Fall ein guter Tipp. Denn die Wildfrüchte sind zwar echte Ostälbler, aber in den hiesigen Küchen nicht mehr unbedingt heimisch. Will man dazu noch einen Schnaps ansetzen, hat aber auch darin keine Erfahrung, stößt man schon bei den Grundzutaten an seine Grenzen. Reinen Alkohol, so die Vermutung, könnte es beim Apotheker geben, den man laut Werbeversprechen ja auch fragen kann (den dabei genannten Arzt erklärt man bei diesem Thema besser von vorneweg für befangen).Ja, so die freundliche Dame hinter dem Tresen, im Prinzip sei man schon richtig. Müsse sie aber herstellen, dazu allerdings schon eine genaue Mengenangabe haben und das, so gibt sie zu bedenken, könne letztlich für ein kulinarisches Experiment dann vielleicht etwas teuer werden. Aber das Vorhaben finde sie interessant, man solle jetzt nicht gleich aufgeben, eventuell sei Korn aus dem Supermarktregal dafür ja eine gute Alternative. Für die Details tippt sie eifrig in eine Suchmaschine, doch die Antwort kommt schneller vom Kunden am Bedienplatz nebenan. „Korn ist dafür gut! Aber Sie müssen Doppelkorn nehmen, der hat 38 Prozent, das kommt für Schnaps prima hin“, sagt eine Reibeisenstimme. Und im Hinausgehen setzt der Mann freundlich nach: „Was mit meinen Zwetschgen funktioniert, das geht auch mit Ihren Schlehen. Garantiert!“ Also, fragen Sie Ihren Apotheker, aber so laut, dass andere mithören können. Denn es ist bestimmt jemand da, der sich mit Ihrem Anliegen auskennt.

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