Schlette und ihre Schüler

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In die Landschaftsmalereien der Künstlerin Emma Klette, ihrer Schülerin Monika Kirsch und ihres Schülers Walter Ast eintauchen kann man bei der Ausstellung im Ellwanger Palais Adelmann.

Im Palais Adelmann in Ellwangen sind Werke der Malerin Emma Schlette zu sehen. Die Ausstellung zeigt, wie sie ihre Schüler prägte.

Eine Flügeltüre des Palais Adelmann in Ellwangen steht offen. Innen Stimmen, Menschen und Stühle. Vom Treppenaufgang mit dem purpurnen Läufer klingen Klaviertöne. An den Wänden Landschaften, gerahmt zeigen sie Bäume, Blicke auf Häuser und einen Kirchturm oder einen kleinen Bach.

Die Landschaftsmalereien sind von drei Künstlern, die alle in Ellwangen aktiv waren. Da sind die realistischen Darstellungen von Emma Schlette, die nahezu identischen Werke ihrer Schülerin Monika Kirsch und die schon impressionistisch anmutenden Gemälde von Walter Ast, ebenfalls Schüler von Schlette.

Insgesamt 55 Werke, kuratiert von Bernhard Maier, werden aktuell im Palais Adelmann ausgestellt – Sonntagvormittag ist die Ausstellung eröffnet worden.

Im zweiten Anlauf wohlgemerkt, wie Dr. Anselm Grupp, Leiter des Kultur-, Presse- und Touristikamtes, in seiner Eröffnungsrede betont. Vor 30 Jahren gab es zum letzten Mal eine Ausstellung mit Werken von Schlette, erinnert er sich. Damals noch im Thronsaal des Schlosses. Zeit, die Kunst aus dem 19. und 20. Jahrhundert wieder zu zeigen. Erweitert wird die Ausstellung Schlettes Landschaftsbildern von ihren beiden Schülern Ast und Kirsch.

Auseinandersetzung mit der Ellwanger Umgebung

"Ich bin überrascht, wie es damals aussah", sagt Dr. Manfred Saller, der in die Werke einführt. Denn alle Künstler haben sich, neben Motiven aus den Voralpen oder Frankreich, auch eingehend mit der Ellwanger Umgebung auseinandergesetzt – eine spannende Reise in die Vergangenheit. Ob Neunheimer Steige oder der Sebastiansgraben, der gegenständliche Blick sei für alle drei wichtig gewesen, so Saller. Vor allem Bäume und der Wald sind dominierende Themen und haben die Künstler stark beeinflusst – seien aber auch heute wichtig in Zeiten des Klimawandels.

Bäume haben die Menschen schon immer fasziniert.

Dr. Manfred Saller Kunstexperte

"Bäume haben die Menschen schon immer fasziniert", erläutert Saller, der betont: "Unser Leben, unserer Kultur ohne Bäume? Undenkbar."

Während Schlette und Kirsch sich in ihren Gemälden dem Inhalt sehr detailreich aneignen – Saller rät den Besuchern sogar dazu, zu mutmaßen, welche Künstlerin dahinter steckt – so nah hat sich Kirsch an ihrer Lehrerin orientiert, verzichtet Ast auf manche Details. Nicht alles wird ausformuliert, so gibt es auf Gebäuden zum Beispiel keine Fenster.

Komplettiert wird die Ausstellung mit einem Verweis auf Alfred Bast. Der Künstler aus Hohenstadt gebe noch heute über seine zeichnende Hand Bäumen und dem Wald Gestalt, wie Kurator Maier weiß.

Die Ausstellung ist noch bis zum 22. November zu sehen.

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