Jahresrückblick Dezember 2021

Schüler brauchen mehr soziale Betreuung

Auch in Lorch stockt der zuständige Ausschuss Schulsozialarbeit am Schulzentrum auf.

Lorch. Sozialarbeit an Schulen ist kein Makel, sondern ein Qualitätsangebot. Diese Einsicht hat sich inzwischen in vielen Städten und Gemeinden durchgesetzt. In Lorch hat der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport des Gemeinderats daher einstimmig beschlossen, die Arbeitszeit der Ganztagesbetreuung am Schulzentrum aufzustocken. Die Schäfersfeldschule hatte beantragt, die Arbeitszeit einer Jugend- und Heimerzieherin von 75 auf 100 Prozent aufzustocken. Und das Gymnasium Friedrich II. bat um die Erweiterung von 37,5 auf 50 Prozent. Während der coronabedingten Schließung der städtischen Jugendtreffs habe die Fachkraft an den Schulen festgestellt, dass die Ganztagesbetreuung immer wichtiger wird, lautete die Begründung. Die Aufstockungen bedeuten Mehrkosten pro Jahr in Höhe von 15 000 und 7500 Euro, so die Verwaltung.

Kosten, die eigentlich das Land übernehmen müsse, sagte Erich Knödler (CDU). „Schulsozialarbeit entlastet Lehrer, das ist Landessache.“ Bürgermeisterin Marita Funk gab ihm Recht und plädierte dafür, dass die Kommunen sich gegen die Kostenabwälzung wehren müssten.

Wie es denn mit Schulsozialarbeit an Grundschulen aussehe, fragte Manfred Schramm (SPD). Jugendreferent Thomas Hägele hatte zuvor vehement dafür plädiert, auch für diese Schulart Sozialarbeit anzubieten. „Schon 2003 habe ich das empfohlen“, hatte Hägele gesagt. Seitdem habe sich zumindest entwickelt, dass man Schulsozialarbeit nicht nur in Brennpunktschulen, sondern auch an Gymnasien eingeführt habe. Setze man aber schon in der Grundschule damit an, könne man manches Verhalten, das sich später bereits gefestigt habe, abmildern, Hägele betonte: „Ich werde keine Ruhe geben, bevor wir das nicht auf für die Kleinen haben.“„Auch unsere Schülerinnen und Schüler haben Probleme“, sagt die Leiterin der Lorcher Grundschule, Ana Fritz. Beispielsweise Ängste vor Corona, aber auch Angst vor Verlust und vor dem Verlassenwerden. Natürlich seien auch die Lehrerinnen und Lehrer ganz nah dran am Kind. „Doch wir haben genug Aufgaben und wären froh um die Entlastung.“ Fritz habe schon länger vor, einen Antrag auf Sozialarbeit zu stellen. cop

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