Schule und Corona im Ostalbkreis: Projekte gegen Lernlücken

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Hier am Berufsschulzentrum in Aalen und allen anderen Schularten im Ostalbkreis gibt es Unterstützung vom Landkreis. Das Ziel: Lernlücken, die in der Coronakrise entstanden sind, sollen gefüllt werden.
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Zusätzliche Lehrkräfte, zusätzliche Stunden und Unterricht in den Ferien. Die Kreisverwaltung stellt ein Maßnahmenpaket vor.

Aalen

Die Kreisverwaltung hat in der Sitzung des Bildungsausschusses am Dienstagnachmittag einen Überblick der vielfältigen Maßnahmen und Aktivitäten zugunsten der Kinder und Jugendlichen gegeben.

Die Jugendlichen seien keine „Verlierer“, so Landrat Bläse. Aber sie seien durch Unterrichtsausfälle und durch die Probleme in der Lockdown-Zeit stark belastet. Lernförderung, Hilfen zum Nach- und Aufholen seien geboten. Der Bildungsdezernent des Kreises, Karl Kurz, betonte, die Lehrerinnen und Lehrer hätten „in der Pandemie Großartiges“ geleistet, besonders in der raschen Entwicklung des Homeschoolings und der Digitalisierung des Unterrichts. Drei Mitarbeiterinnen des Landkreises stellten die Projekte vor:

Bridge the Gap: Durch die Pandemie entstandene „Lernlücken“ sollen aufgeholt werden. Das Projekt läuft schon und wurde für Schülerinnen und Schüler alle Schularten eingerichtet. In Aalen sind derzeit dafür 34 Studierende zum Lehramt in 33 Schulen im Ostalbkreis jeweils vier Stunden in der Schulwoche in den Klassen zur intensiven Unterstützung einzelner Schüler. Das Projekt wird bei Ferienbeginn vorläufig beendet.

Lernen mit Rückenwind: Das Projekt ist für Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen bis zu den Abiturklassen sowie von Berufsschulen mit „pandemiebedingten Lernlücken“ gedacht. Ziele sind die Kompetenzen in Mathe, Deutsch und Fremdsprachen und in den berufsbezogenen Profilfächern sowie bei der „sozial-emotionalen Entwicklung“.

Diese Förderung kann sowohl im Unterricht wie in zusätzlichen Stunden geleistet werden, sie kann variabel eingesetzt, aber auch für ein Jahr fest in den Stundenplan eingeplant werden. Die Laufzeit ist das Schuljahr 2021/22. „Kooperationen mit Nachhilfeinstitutionen“ sei „nicht angedacht“. Noch nicht geklärt ist, ob die Schulen Geld für den zusätzlichen personellen Aufwand bekommen. Antragsstellung mit einem „Förderkonzept“ über das Staatliche Schulamt oder über das Regierungspräsidium.

Lernbrücken: In den letzten beiden Wochen der Sommerferien soll Ferienunterricht angeboten werden, der von „freiwilligen Lehrerinnen und Lehrern“ der jeweiligen Schule sowie durch Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern gehalten wird. So sollen Leistungsdefizite im Leben, Schreiben und Rechnen überbrückt werden, Lücken, wie sie durch die Probleme während des Lockdowns, aber auch durch den „regelmäßigen Schulabsentismus“ verursacht wurden.

Zielgruppe sind die Grundschulen und Sekundarstufen I, das Berufskolleg, die beruflichen Gymnasien und das SBBZ (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum).

Sommerschule: Die Sommerschulen gibt es seit ein paar Jahren im Ostalbkreis als Angebot für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf in Deutsch, Mathe und Englisch. Heuer sollen solche Sommerschulen an Haupt-, Real- und Gemeinschaftsschulen angeboten werden. Lehrkräfte der Schule, die den fünftägigen Unterricht anbieten, sollen über Deputat-Ermäßigungen entlohnt werden. Für die Beruflichen Schulen besteht die Möglichkeit, Sommerschulen individuell für die Bedürfnisse von Schule und Schülerschaft zu gestalten.

Das Projekt wird durch die Landesregierung gefördert, Anträge sind über das Staatliche Schulamt Göppingen zu stellen. Derzeit sind fünf Schulen im Ostalbkreis dabei.

Zusätzliche Projekte sind unter anderem ein „ehrenamtlicher Nachrichtenpool“, in den sich Interessierte eintragen lassen und über den mit ihnen Kontakt aufnehmen kann, wer Bedarf hat. Das Projekt KommMIT gibt es bislang nur in Heubach und Schwäbisch Gmünd: Gymnasialschülerinnen und -schülern helfen anderen Schülerinnen und -schülern in wöchentlichen Gruppentreffen. Dafür bekommen sie „vorab eine interkulturelle Schulung“.

Im Ausschuss gab es Applaus für die Präsentationen, die Initiative der Verwaltung wurde gelobt und ihre Notwendigkeit bestätigt.

Lernen in Corona-Zeiten ist nicht immer einfach. Die Schülerinnen und Schüler der Kocherburgschule sind trotzdem motiviert.

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