Schulen leiden an Lehrermangel

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Die Schulen kämpfen mit dem Lehrkräftemangel.

 Das kommende Schuljahr wird voraussichtlich von den Folgen der Pandemie und der Personalnot geprägt sein.

Göppingen/Aalen. Schulstart im Schulamtsbezirk Göppingen: Am kommenden Montag beginnt im Ostalbkreis sowie in den Landkreisen Göppingen und Heidenheim für rund 50.000 junge Menschen der Unterricht an den 235 öffentlichen und 16 privaten Grund-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen sowie an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Das kommende Schuljahr steht ganz im Zeichen der Bewältigung der Pandemie und ihrer Folgen – und dem Mangel an Lehrkräften.

Personalnot bereitet Probleme

„Bereits in den vergangenen Jahren konnten wir den hohen Personalbedarf immer nur knapp decken", sagt Schulamtsleiter Jörg Hofrichter in einer Pressemitteilung. Diese Entwicklung zeige im beginnenden Schuljahr verstärkt durch die Corona-Epidemie gravierende Auswirkungen an fast allen Schulstandorten.

Hinzu kommen Pensionierungen und ein äußerst hoher Anteil teilzeitbeschäftigter Lehrkräfte. Die Personalausstattung der meisten Schulen sei sehr knapp bemessen – und durch den Mangel auf dem Bewerbermarkt könne kaum Ersatz geschaffen werden. An vielen Schulstandorten ist die Versorgung deshalb weiterhin außerordentlich schwierig. Trotz einer Vielzahl von Krankheitsstellvertretungen gelinge es demnach nicht, die großen Peronallücken zufriedenstellend zu schließen. Die Folge: Gruppenzusammenlegungen sowie Eingriffe in die Stundentafeln und den Schulbetrieb.

„Aktuell geht es daher vor allem darum, die Schulen quantitativ mit Lehrkräften auszustatten, Ausfälle auszugleichen und den Unterricht erst einmal grundsätzlich sicher zu stellen" so Jörg Hofrichter weiter. Das Staatliche Schulamt Göppingen konnte für das kommende Schuljahr bislang 179 neue Lehrkräfte einstellen, davon 154 an den öffentlichen und 25 an privaten Schulen im Schulamtsbezirk.

"Dazu ist ebenfalls notwendig, an allen Schulen die Maßnahmen gemäß den Corona-Verordnungen umzusetzen" ergänzt der Schulamtsleiter. Das oberste Ziel sei es, die Schülerinnen und Schüler trotz der bestehenden Herausforderungen weiterhin bestmöglich zu fördern, zu unterstützen und zu guten Schulabschlüssen zu führen.

Dennoch betont das Schulamt in seiner Mitteilung, dass Schulleitungen und Lehrkräfte trotz der im letzten Schuljahr "dramatischen Belastungen" bestmögliche Bildungsangebote mit "enormer Einsatzbereitschaft" sichergestellt hätten. Zudem haben sie über die Schulferien hinweg an Konzepten und veränderten Stundenplänen gearbeitet.

Bewältigung pandemiebedingter Folgen

Zusätzlich zum Regelunterricht wurden zur Bewältigung pandemiebedingt eingetretener Folgen verschiedene Förderprogramme eingerichtet. Nach den Pfingstferien nahm das Staatliche Schulamt Göppingen unter Federführung der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd als Pilotregion bereits am Förderprogramm „Bridge the Gap - Überbrücke die Lücke“ teil. Dabei kamen kurzfristig 34 Studierende an 24 Schulstandorten als zusätzliches Lehrpersonal zum Einsatz. Während der Sommerferien fand das bewährte Programm „Sommerschulen“ statt. Darüber hinaus nahmen mehr als 1500 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen in 215 Gruppen am zweiwöchigen Förderprogramm „Lernbrücken“ teil.

Ebenfalls während der Sommerferien wurde mit den Vorbereitungen zur Implementierung des Förderprogramms „Lernen mit Rückenwind“ begonnen. Ab Schuljahresbeginn verschaffen sich die Lehrkräfte dabei in einer ersten Phase zunächst einen fundierten Überblick über den Lernstand der Schülerinnen und Schüler. Sie identifizieren dabei Schülerinnen und Schüler mit pandemiebedingtem Unterstützungsbedarf und schlagen diese für die Teilnahme am Förderprogramm vor. Ab Oktober 2021 schließt sich eine Phase des Übergangs an, in der die Schulen über eine bereits jetzt schon geöffnete Datenbank geeignete Personen und Kooperationspartner gewinnen können. Dies mündet direkt in den Beginn der individuellen und gruppenbezogenen Fördermaßnahmen.

Für Kinder ohne Deutschkenntnisse stehen insgesamt 93 Vorbereitungsklassen (VKL) zur Verfügung, eine mehr als im Vorjahr. Die inklusiven Bildungsangebote für den gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder werden auch im Schuljahr 2021/2022 fortgeführt und sind erstmalig seit Jahren rückläufig (siehe Anlage 3).

Zahl der Einschulungen bleibt nahezu gleich

Die Zahl der Kinder, die eingeschult werden, ist gegenüber den Vorjahren nahezu gleichgeblieben. Insgesamt können 5819 (Vorjahr: 5796) neue Erstklässler begrüßt werden. Von den 3435 Anmeldungen für die Klassenstufe 5 der Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen (Vorjahr 3433) entfallen 2111 auf die Realschulen, 972 auf die Gemeinschaftsschulen und 352 auf die Werkrealschulen. Damit sind bei einer zum Vorjahr nahezu identischen Schülerzahl auch die Übergangsquoten auf die einzelnen Schularten beinahe unverändert geblieben.

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