Haushalt im Ostalbkreis: Schwierige Zeiten und komfortabler Abschluss

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Die Erträge des Haushalts übersteigen die Aufwendungen.
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Landrat und Kämmerer blicken entspannt auf den Haushalt 2020 zurück. Lob aus dem Kreistag.

Aalen. Die See wird rauer. So äußerte sich Kreiskämmerer Karl Kurz Ende 2019 bei der Vorstellung des Haushalts 2020. „Welche Herausforderungen wirklich zu meistern waren, haben wir drei Monate später erfahren“, so betonte er jetzt vor den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung und Finanzen, denen er den vorläufigen Jahresabschluss 2020 präsentierte.

Und der sieht nun ganz anders aus, als es im Jahr der Pandemie zu erwarten war. Am Ende übersteigen die Erträge des Ergebnishaushalts die Aufwendungen in Höhe von 462 Millionen Euro um 18 Millionen Euro. Und im Finanzhaushalt bleibt am Ende eine sogenannte bereinigte Liquidität von 11,6 Millionen. Sogar der Schuldenstand sinkt, von 23,32 auf 22,9 Millionen Euro.

Die Vertreter der Kreistagsfraktionen sparen deshalb nicht mit Lob an den Kämmerer und die Kreisverwaltung. „Angesichts der Zahlen könnte man glauben, es war ein ganz normales Jahr“, sagt Georg Ruf (CDU). Er erinnert sich an das Frühjahr 2020, in dem die Unsicherheit noch dominiert habe. Jetzt könne man durchatmen, auch dank der Rettungsschirme, die viel geholfen hätten. „Ein großes Lob“, so äußert sich Bennet Müller (Grüne). Der Kreishaushalt stehe auf starkem Fundament und profitiere auch vom Verhalten der Bürger. Weil sie in Coronazeiten mehr investiert haben, hätten die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer zugelegt. Dr. Carola Merk-Rudolph (SPD) richtet ihren Dank auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung und Peter Traub (FW) schätzt es, dass auch die Schulden rückläufig sind. „Das ist einfach generationengerecht.“

Weniger Personal

Die Räte erfahren von Karl Kurz auch Details aus dem Abschluss 2020. Entgegen dem Trend sind die Personalkosten rückläufig. Das liege zum einen an der Rückgabe der Stellen der Forstverwaltung an das Land, zum anderen an weiteren Stellen, die nicht mehr besetzt wurden. Minderausgaben auch beim Gebäudeunterhalt und den Gebäudesanierungen, „obwohl wir an vielen Stellen Gebäude weiter modernisiert haben“, so der Kämmerer. Die Digitalisierung hat dagegen mehr gekostet als geplant. Bei der Aufstellung des Haushaltsplans waren 8,2 Millionen angesetzt, am Ende waren es 11 Millionen Euro. Dafür sieht die Einnahmeseite bei Gebühren und Grunderwerbssteuer gut aus: Statt 14,4 Millionen Euro wie geplant, landeten 17,8 Millionen Grunderwerbssteuern in der Kasse. Die Schlüsselzuweisungen des Landes lagen mit 44,3 Millionen Euro auch deutlich über den veranschlagten 40,7 Millionen. Dafür steigt die Summe der Sozialhilfeleistungen, Corona und höhere Pflegegrade in der Bevölkerung wirken sich aus. Statt 78 Millionen sind es nun 83 Millionen Euro, die ausgegeben wurden. Der Finanzhaushalt wird dominiert von den Ausgaben für die Berufsschulzentren Schwäbisch Gmünd und Ellwangen (zusammen 8,6 Millionen Euro) und den Kliniken in Aalen, Gmünd und Ellwangen, in die mehr als 7 Millionen Euro investiert wurde.

„Wir werden mit Zuversicht aus der Corona-Krise herausgehen“, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse und fordert, dass „nicht eine Seite alle Lasten zu tragen hat“.

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