Seit 1995 die Historie im Fokus

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Seit 2007 erfreut sich das Heimatmuseum in Waldstetten großer Beliebtheit und steht Pate für großes ehrenamtliches Engagement.
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Die 230 Mitglieder des Heimatmuseums in Waldstetten strotzen vor Ideenreichtum. Was sie sich für 2022 vorgenommen haben.

Waldstetten

Ehrenamtliches Engagement ist bei den Mitgliedern des Heimatmuseums in Waldstetten eine Selbstverständlichkeit. Und sie beweisen in ihrem Tun seit 1995 einen langen Atem. Im Jahr 2000 konnte ein Gebäude erworben werden, aus dem man ein Heimatmuseum machen wollte. Doch an dem denkmalgeschützten Gemäuer nagte so unaufhaltsam der Zahn der Zeit, dass es schließlich doch abgerissen werden musste. Und wenn es für den Abriss vom Denkmalschutz grünes Licht gibt, weiß man, dass es einfach nicht zu halten war. An seiner statt wurde ein neues Gebäude erstellt: Das heutige Heimatmuseum.  Rund 100 000 Mark konnten damals durch vielfältige Aktionen gesammelt werden, etwa durch den Museumshock, der sich zu einer schönen Tradition im Sommer gemausert hat. Oder auch durch Benefizveranstaltungen und Haussammlungen. Bei letzterem gesteht Vorsitzender und Alt-Bürgermeister Rainer Barth: „das hat Überwindung gekostet.“ Doch all der Einsatz hat sich gelohnt. 2007 wurde das Heimatmuseum eingeweiht. Aktuell hat der Verein 230 Mitglieder. Und die erhalten alle sechs Monate einen Infobrief, was ansteht.

Viele Aktionen in der Pandemie

Auch die Pandemie konnte die Mitglieder nicht ausbremsen. Sie legten die Hände nicht in den Schoß, sondern entwickelten neue Ideen. Vorsitzender Rainer Barth zählt hierbei nur ein paar der vielen Aktionen auf. Auf große Beliebtheit stieß etwa das Angebot „Wie entdecken wir unseren Ort mit anderen Augen“, bei dem die Interessierten sich in Waldstetten und Wißgoldingen auf den Weg machen, um Corona konform kleine Kuriositäten in Vorgärten, am Wegesrand oder an anderen Plätzen zu entdecken. Oder wurde beispielsweise Im November ein öffentlicher Bücherschrank beim Heimatmuseum aufgestellt, der mittlerweile zum Anlaufpunkt für Freunde des Schmökerns geworden ist. Zudem konnte auch die Weihbüschelsegnung stattfinden.

Viel Engagement wurde an den Tag gelegt, und die große Gemeinschaft, die hinter dem Museum steht, verfiel nicht in Lethargie. Vorsitzender Rainer Barth und seine beiden Stellvertreter Rudi Rohnfelder und Uli Herkommer berichten zudem von großem Interesse an den Themenführungen, die ein Alleinstellungsmerkmal des Museums sind. Sprich, man wandelt mit Gästen auf historischen Pfaden, besucht die Bunker, entdeckt die Gemeinde oder nimmt an Themenführungen bezüglich Granegle und Rechbergle teil. Die Bunkerführungen waren am beliebtesten. Relikte aus der Zeit des kalten Krieges.

Die Sonderausstellung „Der Hornberg und der Traum vom Fliegen“ wurde im Juli 2021 abgebaut und durch die nunmehr 15. Sonderausstellung „Die wunderbare Welt von Erhard und Söhne“ abgelöst. Ende September wurde diese eröffnet. Das Dreigestirn an der Spitze des Heimatmuseums ist sich einig: Jedes Engagement lohnt sich und man bekommt viel zurück.“

Viel vor in 2022

So ist es denn nicht verwunderlich, dass man auch für 2022 vieles auf der Agenda stehen hat. In der Hoffnung, dass die Pandemie nun endlich vorübergeht. „Wir wollen durchstarten“, kündigen Barth, Herkommer und Rohnfelder an.

Fortgesetzt werden so die Führungen durch Waldstetten und die Teilgemeinden, die vor allem für Neubürger angeboten werden. Grund: „Sie sollen die Geschichte ihrer neuen Heimat kennenlernen“, erklärt Rohnfelder. Und der Erfolg gibt dem Ansinnen Recht. Der Gang auf dem Waldstetter „Ritterweg“ entwickelte sich laut Vorstand zum „Renner“ 2021. Wobei sich natürlich auch „Alteingesessene“ hinzugesellen, die bei den Führungen vieles erfahren, was sie bislang gar nicht wussten. Obwohl sie in Waldstetten verwurzelt sind.

Aber auch die Führungen im Museum selbst haben 2021 im Gegensatz zu 2020 wieder zugenommen. 37 Führungen konnten durchgeführt werden – weit über die doppelte Anzahl als im ersten Pandemiejahr 2020. Und kräftig die Ärmel hochgekrempelt wurde beim Arbeitseinsatz des Museumsteams im Herbst, um die angrenzende Bachböschung zu „durchforsten“, wie Rainer Barth beschreibt.

Ein dickes Kreuz im Jahreskalender des Museumsteams mit aktuell 230 Mitgliedern steht fürs neue Jahr am 14. und 15. Mai eingetragen. Am Samstag lockt die Remstal-Museums-Nacht von 18 bis 24 Uhr und am folgenden Sonntag ist der Internationale Museumstag. Wiederum am 29. Mai soll es ein Oldtimer-Treffen in und am Museum geben. Sofern es Corona zulässt, wird das Museum jeden ersten und dritten Sonntag im Monat geöffnet haben. Gruppenbesuche und Führungen gibt’s auf Anfrage und nach Vereinbarung unter Email: andy.barth@t-online.de oder telefonisch unter 07171/40755.

Link: Weitere Infos zum Heimatmuseum finden sich im Internet unter www.museum-waldstetten.de

Filigrane Perlenstickerei aus Waldstetten.
Als das Rauchen noch salonfähig war ...
Seit November 2021 gibt's den öffentlichen Bücherschrank.
Das Führungstrio des Heimatmuseums (v.li.) Rudi Rohnfelder, Uli Herkommer und Rainer Barth.
Werkzeug des alten Handwerks.
Fehlte i8n keinem Haushalt: Thermoskanne von Erhard und Söhne.
Anja Jantschik
Heimatmuseum Waldstetten

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