Sieben Wochen fasten fürs Klima

+
Ab Aschermittwoch fürs Klima zu fasten - dazu rufen im Ostalbkreis auf (v.l.): der evangelische Pfarrer Bernhard Richter, Brigitte Grunwald, Beate Lorenz (beide eeb), keb-Geschäftsführerin Karin Specht und eeb-Geschäftsführer Marc Schnabel.
  • schließen

Wie kreativ Fasten sein kann, was man dabei Gutes für die Umwelt tut, was das einem selbst bringt, das zeigen die Bildungswerke der Kirchen auf der Ostalb mit der Aktion „So viel du brauchst“.

Aalen

Auf Süßes, auf Alkohol, auf Fleisch oder aufs Handy verzichten. Fasten ist vielfältig und gehört auch heute für zahlreiche Menschen zur österlichen Tradition. Die beiden christlichen Kirchen rufen 2022 erneut zum Klimafasten auf. Die Aktion, bei der sich 17 Bistümer und evangelische Landeskirchen beteiligen heißt „So viel du brauchst“. Dem haben sich die Evangelische und Katholische Erwachsenenbildung im Ostalbkreis, die beiden Jugendwerke sowie einige Kirchengemeinden angeschlossen, dem Ganzen aber ihren eigenen Stempel aufgedrückt - kreativ, ansprechend, interaktiv und nachhaltig.

Gewohnheiten ändern

„Mit der Fastenaktion fürs Klima wollen wir dazu beitragen, wie es gelingen kann, in 40 Tagen Gewohnheiten zu ändern“, sagt Marc Schnabel, Geschäftsführer der Evangelischen Erwachsenenbildung Ostalb (eeb). Gemeinsam mit der Katholischen Erwachsenenbildung (keb) Ostalb und einigen Kirchengemeinde auf der Ostalb gehe es darum, einen individuellen Beitrag für das Klima zu leisten. „Ganz nah an der Lebenswirklichkeit“, fügt Pfarrer Bernhard Richter an. Das sieht auch keb-Geschäftsführerin Karin Specht so: „Wir wollen mit unserer Aktion Mut machen, in kleinen Schritten das eigene Leben klimafreundlicher zu gestalten.“ Die Fastenaktion wolle dazu anregen, sich Zeit zu nehmen, Neues auszuprobieren und über diverse Themen rund um den Klimaschutz miteinander ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen den Blick weiten und beobachten, ob es uns verändert und mit uns ein Stückchen dieser Welt“, sagt sie.

Eine Gebrauchsanweisung

Wie das geht? Hilfestellung und Inspiration bietet dazu die Homepage der Evangelischen Erwachsenenbildung Ostalb. Unter www.eeb-ostalb.de/klimafasten gibt es eine „Anleitung“. Hier kann man erfahren, wie „Klimafasten achtsamer macht“. In einer Broschüre geht es um das Motto; es gibt eine „kleine Gebrauchsanweisung mit Anregungen für die Fastenzeit, mit Andachten zu Klimafasten, mit Liedern und einem Impuls; und mit dem jeweiligen Motto der sieben Wochen.

Sieben Wochen – sieben Themen

Aber die Homepage liefert noch mehr. Neben der Anmeldung zu einem wöchentlichen Newsletter gibt es Videos - immer passend zum Thema der Woche.  

Respektvoller „Umgang mit Lebensmitteln“ heißt es in der ersten Fastenwoche von Mittwoch, 2., bis Sonntag, 6. März. Gerhard Vietz vom Tafelladen in Aalen gibt im Video Tipps zum Umgang mit Lebensmitteln.

„Leben im Meer“ befasst sich in Woche zwei von Montag, 7., bis Sonntag, 13. März,damit, wie man auch regionalen Fisch genießen kann. Pfarrer Steffen Schmid aus Bopfingen zeigt in einem Impuls-Video auf, welcher Zusammenhang zwischen den Fischen im Meer und unseren Ess- und Einkaufsgewohnheiten besteht. Im Landgasthof Veit in der Nähe von Schwäbisch Gmünd geht es bei Familie Kottmann – ebenfalls in einem Video – darum, wie eine heimische Forelle aus dem Ostalbkreis schmackhaft zubereitet werden kann.

„Das Drumherum“ wird in Woche drei von Montag, 14., bis Sonntag, 20. März, unter die Lupe genommen. Ideen und gute Beispiele gesucht sind hier gesucht: Wie kann ich verpacken, ohne Müll zu produzieren? Wo kann ich vor allem Plastik und Kunststoffe einsparen? Wann und wie kann ich Verpackung wiederverwerten? Im Video der Woche erklärt Pfarrer Stephan Schiek aus Ruppertshofen-Spraitbach, wie Verpackungsmüll vermieden werden kann. Wie plastikfrei und unverpackt auch geht, demonstriert Stephanie Adler vom Unverpackt-Laden in Schwäbisch Gmünd – ebenfalls im Video.

Geschmack der Region ist das Motto der Woche vier von Montag, 21., bis Sonntag, 27. März. Welche Lebensmittel kommen aus der Region und wie versorge ich mich regional im Winter – etwa mit Schwarzwurzel, Steckrübe oder Pastinaken. Pfarrer Dr. Torsten Krannich aus Essingen lässt uns im Video teilhaben, was aus der Bibel zu regionaler Ernährung zu erfahren ist.

Um junges Gemüse geht es in Woche fünf von Montag, 28. März, bis Sonntag, 3. April. Wie kann ich selbst Salat und Gemüse von meinem Balkon ernten? Das weiß Landschaftsgärtner Alfred Gauger aus Mutlangen. Wie er, spricht Pfarrer Marco Frey aus Oberkochen im Video darüber, was auf dem Balkon wächst.

Weniger Energie in der Küche– wie das geht – das zeigt Woche sechs von, Montag 4., bis Sonntag, 10. April. Alexander Blümel, Jugendreferent des evangelischen Jugendwerkes in Aalen, erzählt im Video, von wem wir Menschen Energie beziehen können. Ebenfalls online geben Brigitte Grunwald und Beate Lorenz von der eeb Tipps zum Energiesparen in der Küche.

Mit dem gemeinsamen Wandel befasst sich die Woche sieben von Montag, 11. bis Sonntag, 17. April. Pfarrerin Ulrike Golder aus Lorch-Waldhausen wirft einen Blick auf die vergangenen sieben Wochen und gibt einen Impuls, wie es weitergehen kann – auch beim Thema Umwelt.

Weitere Veranstaltungen sind:

Ein ökumenischer Gottesdienst am Aschermittwoch, 2. März, 18.30 Uhr in der katholischen Kirche St. Michael in Schwäbisch Gmünd.

Eine Fastenandacht „So viel du brauchst. Gleiche Chancen für alle, in einer offenen Gesellschaft, in unserer einen Welt. Gemeinsam etwas verändern“ - gestaltet von den Ministranten Westhausen am Sonntag, 13. März, um 17.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Mauritius in Westhausen.

Eine Mitmach-Fastenandacht für Kinder und Familien rund um die Schokolade am Sonntag, 20. März, um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Petrus und Paulus in Lauchheim.

Online referiert Ernährungstechnikerin Kerstin Geiselmann am Mittwoch, 23. März, um 19 Uhr, über „Superfood – wie super sind sie wirklich?“. Anmeldung bei der keb erforderlich.

Der Jugendgottesdienst zum Wochenthema „Junges Gemüse“ und ein gemeinsames Essen vor Ort (sofern möglich), gibts am Sonntag, 3. April, um 11 Uhr im ökumenisches Gemeindezentrum Peter & Paul auf der Heide in Aalen.

Actionbound – eine digitale, interaktive Actionrallye rund ums Thema Energie gibt es ab Montag, 4. April, auf der Homepage zum Klimafasten.

Wandel gestalten – Konsumverhalten ändern ist der Online-Vortrag von Dr. Anja-Lisa Hirscher am Montag, 11. April, um 19 Uhr überschrieben. Anmeldung bei der keb.

Link: Alles rund ums Klimafasten auf der Ostalb findet man online unter eeb-ostalb.de/klimafasten – der Homepage der Evangelischen Erwachsenenbildung – online.

Was Sie über die Fastenzeit wissen sollten

  • Zu viele Tage? Die Fastenzeit beginnt mit Aschermittwoch, endet am  Ostersamstag und dauert 40 Tage. Wer nachzählt, stellt fest, dass der Zeitraum aber 46 Tage umfasst. Die sechs Sonntage zählen nicht zur Fastenzeit.
  • Aschermittwoch: Mit dem Tag der Asche beginnt die Fastenzeit. An diesem Tag werden im Gottesdienst die verbrannten Palmzweige des Vorjahres geweiht und den Gläubigen ein Kreuz aus dieser Asche auf die Stirn gezeichnet.
  • Mond und Frühling:  Die Fastenzeit und Ostern habe nicht immer dasselbe Datum. Das hängt damit zusammen, dass Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert wird.aki

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema