Sirenen sollen die Bevölkerung wieder bei drohenden Gefahren warnen

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Sirenen sollen wieder verstärkt Teil des Warnmixes werden.

Landkreisverwaltung hat eine Grobplanung zu möglichen Sirenenstandorten im Ostalbkreis in Auftrag gegeben.

Aalen. Angesichts sich häufender Starkregen- und Hochwasserereignisse rückt die Frage, wie im akuten Gefahrenfall die Bevölkerung gewarnt werden kann, wieder mehr in den Fokus. Auch die Landkreisverwaltung im Ostalbkreis arbeitet das Thema Hochwasser- und Katastrophenschutz aktiv und intensiv auf und steht dabei in engem Austausch mit den Städten und Gemeinden, um sich für Großschadensereignisse im Ostalbkreis zu wappnen. Das teilt das Landratsamt am Freitag mit.

Inzwischen hat der Bund über die Länder ein Sirenen-Sonderförderprogramm ins Leben gerufen. Mit Hilfe dieser finanziellen Förderung soll das Sirenen-Warnnetz, das in den 1990er Jahren nach Ende des Kalten Krieges sukzessive abgebaut wurde, in Baden-Württemberg wieder aufgebaut werden. Auch die Landkreisverwaltung unterstützt dieses Vorgehen und hat dafür eine Grobplanung zu möglichen Sirenenstandorten im Landkreis in Auftrag gegeben.

Wer muss die Bevölkerung vor Gefahren warnen?

Wer die Bevölkerung vor Gefahren warnen muss, regelt das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz. Bund und Länder teilen sich die Aufgabe. Der Bund erfasst die besonderen Gefahren, die der Bevölkerung im Verteidigungsfall drohen. In eilbedürftigen Fällen löst der Bund die Warnung unmittelbar aus. Die Bundesländer sind aber grundsätzlich für die Warnung vor Katastrophen und allgemeinen Gefahren zuständig.

Als untere Katastrophenschutzbehörden fungieren die Landkreise. Im Landratsamt Ostalbkreis ist die Aufgabe beim Geschäftsbereich Brand- und Katastrophenschutz um Kreisbrandmeister Otto Feil angesiedelt. Dort laufen die Fäden der technischen Einsatzkräfte und des Verwaltungsstabes der Kreisverwaltung im Katastrophenfall zusammen.

Zum kreisweiten Konzept gehört beispielweise die Ertüchtigung der Einsatzfahrzeuge und der Führungs- und Kommunikationskomponenten der Feuerwehren für den Krisenfall. Erst im Juli dieses Jahres wurden die Führungskomponenten der Freiwilligen Feuerwehren Aalen, Bopfingen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd wesentlich verbessert. Insbesondere war mit Zuschüssen des Landes und des Ostalbkreises auch ein sogenannter FüKOM-Anhänger erworben worden, der im Landkreis bei einzelnen Einsatzabschnitten oder bei Krisen- oder Katastrophenfällen gemeinsam mit weiteren Einsatzfahrzeugen als zentrale Einsatzleitung zusammengestellt werden kann. Dies ermöglicht es dem Führungsstab des Ostalbkreises, bei Bedarf auch Großschadenslagen direkt vor Ort über diese Fahrzeuge abzuwickeln.

Warnmix soll Bevölkerung im Ernstfall effektiv informieren

Ein weiterer zentraler Baustein ist die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall überhaupt effektiv über eine mögliche Bedrohung informiert werden können. Zu diesen Gefahrenlagen zählen großflächige Brände, der Austritt chemischer Stoffe und andere Chemieunfälle, Überschwemmungen und Hochwasser oder Hitzeperioden, Stromausfälle und der Zusammenbruch anderer kritischer lokaler Infrastrukturen.

„Wichtig ist hierfür ein guter Warnmix mit Sirenen, dem Modulare Warnsystem (MoWaS) und weiteren Apps, der sowohl im Ostalbkreis als auch eingebunden in das landesweite Warnnetz funktioniert“, betont Landrat Dr. Joachim Bläse. Deshalb hat die Landkreisverwaltung unter Federführung des Geschäftsbereichs Brand- und Katastrophenschutz mit Vertretern aus den Reihen der Bürgermeister einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, der die Aufgabe hat, den Kommunen bei der Gefahrenabwehrplanung Hilfestellung zu geben. Insbesondere sollen hier weitere Handlungsempfehlungen zu den genannten Gefahrenlagen erarbeitet werden

Künftig vermehrt Übungen mit Hilfsorganisationen und Bevölkerung

Schon in der Vergangenheit hat der Krisen- und Verwaltungsstab des Ostalbkreises regelmäßige Übungen durchgeführt. Auch Brandschutz-Übungen der Wehren in Autobahn- oder Bundesstraßentunneln erfolgten. Ebenso wurden bereits verschiedene Szenarien entwickelt, die für den Fall des Auftretens der Afrikanischen Schweinepest zum Einsatz kommen werden. Fest steht, dass Bund und Land mit Landkreisen und Kommunen künftig vermehrt Übungen zusammen mit den Hilfsorganisationen und der Bevölkerung planen und durchführen werden.

Details zum Hochwasser- und Katastrophenschutz sollen am kommenden Dienstag, 19. Oktober, in der Sitzung des Kreistagsausschusses für Umweltschutz und Kreisentwicklung zur Sprache kommen.

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