So geht das Gesundheitsamt mit Corona-Fällen an Schulen um

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Die Schülerinnen und Schüler des Kopernikus-Gymnasiums in Wasseralfingen (KGW) machen vor, wie es geht: Auf den Fluren gilt es, eine Maske zu tragen.
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Die Teststrategie, die Schülerbeförderung und die Digitalisierung an den Schulen im Kreis war Thema in einem Ausschuss des Kreistags.

Aalen

Am Dienstag wurde bekannt, dass eine Betreuerin an der Kappelbergschule in Aalen-Hofen positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Passend dazu wurde ein Tagesordnungspunkt im Ausschuss für Bildung und Finanzen des Kreistags am selben Tag beraten: der Schulstart an den Schulen des Ostalbkreises. Neben Schülerbeförderung und Digitalisierung war die Teststrategie des Gesundheitsamts Thema, wenn es einen Fall oder womöglich sogar mehrere Fälle an einer Schule oder Kindertagesstätte gibt.

Teststrategie: Dr. Ulrike Bopp-Haas, die Leiterin des Gesundheitsamts, stellte das Vorgehen dar. Es könne nun täglich vorkommen, dass irgendwo im Kreis ein Kindergartenkind oder eine Schülerin oder ein Schüler oder eine Lehrerin oder ein Lehrer positiv getestet wird. Der oder die Erkrankte muss dann zehn Tage in Quarantäne und wieder getestet werden, bevor sie oder er in die Einrichtung zurückkehrt. Außerdem ermittelt das Gesundheitsamt enge Kontaktpersonen, zum Beispiel die Nebensitzer eines Fünfklässlers, wenn im Klassenzimmer keine Masken getragen wurden. Diese Kontaktpersonen müssen 14 Tage in Quarantäne und werden währenddessen zweimal getestet.

Schließung der Einrichtung: Bopp-Haas betont, dass nur die Erkrankten und deren enge Kontaktpersonen zu Hause bleiben müssen, alle anderen können weiterhin zur Schule oder zur Kita gehen, der Betrieb kann aufrecht erhalten werden. Auf einer Folie in ihrer Präsentation ist das die Phase 1.

Phase 2 tritt ein, wenn es mehrere Fälle in einer Gruppe oder Klasse gibt. Eventuell muss dann die ganze Gruppe, Klasse oder sogar Klassenstufe zu Hause bleiben. Die Chefin des Gesundheitsamts nennt als Beispiel einen positiv getesteten Jungen, der mit anderen Jungen aus der Klassenstufe den Sportunterricht besucht hat.

"Da haben wir die ganze Klassenstufe durchgetestet", sagt Bopp-Haas. "An Phase 3 sind wir einmal gerade so vorbeigeschrammt", sagt sie. Damit ist gemeint, wenn mehrere Kinder oder Jugendliche über Klassenstufen hinweg mit dem Corona-Virus infiziert sind und überlegt werden muss, die ganze Einrichtung zu schließen. Es habe sich um eine Grundschule mit Ganztagesbetreuung gehandelt. Kinder aus allen vier Klassenstufen haben gemeinsam gegessen. "Wir haben die ganze Grundschule getestet", sagt Bopp-Haas.

Wir haben die ganze Grundschule getestet.

Dr. Ulrike Bopp-Haas Leiterin des Gesundheitsamts

Schülerbeförderung: Von zahlreichen Beschwerden, die beim Geschäftsbereich "nachhaltige Mobilität" eingegangen seien, berichtete Ingo-Benedikt Gehlhaus. Bürgerinnen und Bürger fragten nach einem strengeren Hygienekonzept in den Schulbussen und nach zusätzlichen Bussen, die mithilfe eines Förderprogramms des Landes eingesetzt werden können.

Solche zusätzlichen Busse sind Gehlhaus zufolge im Ostalbkreis bereits eingesetzt worden. Als Beispiel nennt er die Strecke vom Zentralen Omnibus Bahnhof zum Berufsschulzentrum in Aalen oder eine Strecke zum Schulzentrum nach Neresheim. Zurzeit fänden Zählungen statt. "Wir handeln dort, wo Bedarf besteht", sagte Gehlhaus. Problematisch sei allerdings, dass zu Spitzenzeiten, also an Schultagen zwischen 6 und 8 Uhr kaum weitere Busse und Personal bei den Busunternehmen zur Verfügung stünden. Zunächst sei das Förderprogramm des Landes bis zu den Herbstferien geplant gewesen, mittlerweile sei klar, dass es mindestens noch bis Ende des Jahres ausgedehnt wird. Gehlhaus geht sogar davon aus, dass das Förderprogramm noch bis März kommenden Jahres fortgeführt wird.

Digitalisierung: Einen Überblick über die Digitalisierung an den Schulen im Kreis gab Schuldezernent Karl Kurz. Er berichtete unter anderem vom Aufbau von Servern, Speichern und Firewalls an den Berufsschulzentren in Aalen, Gmünd und Ellwangen und Verkabelungen an drei weiteren Schulen, für die der Kreis der Schulträger ist, an der Jagsttalschule in Westhausen, der Klosterbergschule in Gmünd und an der Schlossschule in Wasseralfingen.

Weiter habe der Kreis mit Fördermitteln aus dem Digitalpakt Schule für knapp eine Million Euro rund 1200 Notebooks und 1300 Tablets angeschafft. Außerdem möchte der Kreis die Träger der allgemeinbildenden Schulen entlasten, indem er zum Beispiel Apps bereitstellt und die Verwaltung aller mobilen Endgeräte übernimmt. "Im Fall eines zweiten Lockdowns können wir reagieren", sagte Kurz.

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