Naturfotograf Tobias Gärtner

So gelingt die Naturfotografie, Teil 2

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Gut getarnt aufs Fotomotiv warten. Liegend fotografierte Tobias zuerst die Jungfüchse.

Ostalb. Tobias Gärtner ist Hobby-Naturfotograf. Sein Revier ist die Ostalb. In unserem neuen Blog „Tobias‘ Naturfotografie“ berichtet er von seinem Hobby und gibt nützliche Tipps, was bei der Wildtier- und Naturfotografie zu beachten ist. In seiner ersten Serie schreibt er, wie es ihm gelang Fuchswelpen vor die Kamera zu bekommen.

Welches Wetter ist vorhergesagt? Noch bevor ich mir Gedanken über die Technik mache, recherchiere ich erst einmal das Wetter. Woher kommt der Wind? Bleibt es trocken oder ist Regen vorhergesagt? Wann geht die Sonne auf und zu welcher Uhrzeit scheint sie hinter den Bäumen hervor auf mein geplantes Motiv? Der vorhergesagte Wind aus Norden und das trockene Wetter waren ideale Bedingungen. Zudem kam die Sonne dort erst gegen zwischen 10 und 11 Uhr hinter den Bäumen hervor, so dass ich ausreichend Zeit hatte, im Schatten oder bei weichem Licht zu fotografieren.

Tobias-Tipp : Möchtest du etwa Füchse, Dachse, Rehe oder Wildschweine beobachten, so ist der Wind das entscheidende Kriterium. Du musst immer gegen den Wind anlaufen. Sprich, der Wind bläst dir direkt ins Gesicht. Kommt der Wind von hinten und bläst in Richtung des Wildes, wirst du im Regelfall keine Chance auf Anblick haben. Die Tiere riechen dich meist lange bevor du sie überhaupt sehen kannst.

Welche Technik nehme ich mit?Um vor Ort möglichst nicht aufzufallen und möglichst wenig Geräusche zu erzeugen, war für mich klar, dass ich mit so wenig wie möglich Gepäck dorthin muss. Die Vorbereitung und Aufbau der Technik vor Ort sollte schnell gehen, damit die Welpen mich möglichst nicht bemerken. Da möchte ich nicht erst noch großartig mit meinem Rucksack rumhantieren. So beschloss ich folgendes Equipment mitzunehmen:

  • Meine Kamera „Nikon Z6 II“
  • Mein Teleobjektiv, eine 500mm Festbrennweite
  • Einen 1,4x Telekonverter
  • 2 Ersatzakkus
  • BW-Isomatte
  • Bohnensack

Wie kleide bzw. tarne ich mich? Da trockenes Wetter vorhergesagt war, musste ich mir über die Kleidung nicht viele Gedanken machen. Sie sollte möglichst nicht rascheln und auch farblich nicht großartig auffallen. Da meine Outdoor-Kleidung farblich sowieso eher aus gedeckten Farben besteht, war das kein Problem. Für die Tarnung hatte ich geplant ein Tarnnetz im 3D-Design (eine Kombination aus Tarnmuster und Blätterimitationen) zu verwenden. Mit einer Größe von ca. 1,50 x 4,00 Metern ist es ausreichend groß, um sich damit komplett zudecken zu können. Das eher braun wirkende Tarnnetz passte zudem farblich sehr gut zu dem im Wald herum liegenden braunen Laub.

Zu welcher Uhrzeit gehe ich zum Ansitz? Anhand der Wildkameraaufnahmen der letzten Tage konnte man erkennen, dass sich die Füchse meist in den frühen Morgenstunden (teilweise bis 7/8 Uhr) und dann wieder gegen die Mittagszeit vor dem Bau aufhalten. Aufgrund dessen beschloss ich, gegen 10 Uhr zum Bau zu gehen. Wenn auch der Sonnenstand zu dieser Uhrzeit nicht mehr ideal war, war hier aber die Wahrscheinlichkeit am Größten, nicht gleich auf einen Fuchs zu treffen und ihn vielleicht zu erschrecken.

Tobias Gärtner bloggt für diese Zeitung über sein Hobby: Naturfotografie.

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