So teuer war der Winter

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Hier wie auf rund 30 weiteren Kreisstraße muss nach dem Winter dringend etwas getan werden: die Straße zwischen Hammerstadt und Neßlau.
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Die Zahlen des Winterdienstes spiegeln ein überraschendes Bild, das auch im Kreisausschuss überraschte.

Aalen

Es ist ein stattlicher Batzen Geld, den der Ostalbkreis für den Winterdienst auf seinen Straßen ausgibt: Rund 2,4 Millionen Euro waren es in der vergangenen Saison bis 31. März. Das entspricht etwa 7,80 Euro pro Kopf der Ostalb-Bevölkerung.

Andreas Weiß, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsinfrastruktur im Landratsamt, legte im Kreistagsausschuss für Umweltschutz den Winterdienstbericht mit Zahlen vor. Sein Fazit erstaunte nicht wenige: „Der letzte Winter war durchschnittlich, auch wenn er uns kräftiger dünkt.“

10 620 Tonnen Salz wurden im Winter 2020/2021 verbraucht. Das sind zwar rund zwei Drittel mehr als im vergangenen Winter, aber in etwa gleich viel wie in den beiden Wintern davor (jeweils rund 9000 Tonnen). Der Mittelwert der vergangenen zwölf Jahre liegt bei 8418 Tonnen.

11 672 Einsatzstunden fielen im Winterdienst an - mehr als doppelt so viel wie im Winter 2019/2020. In den Jahren davor waren es allerdings jeweils 13 300 und 14 700 Stunden. Der Mittelwert liegt bei 12 000 Stunden.

306 046 Kilometer legten die Mitarbeiter mit insgesamt 40 Fahrzeugen beim Streuen, Schippen und Räumen zurück. Zum Vergleich: Im Winter zuvor waren es knapp die Hälfte: 145 759. In den Vergleichszeiträumen 2017 und 2018 waren es rund 338 000 und 304 000 Kilometer. Auch damit liegt der vergangene Winter nah am Mittelwert von 303 166 Kilometern.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann die Folgen des Winters kaum übersehen: Risse, Frostaufbrüche, Schlaglöcher und Verdrückungen.

240 500 Euro wird die Reparatur der Kreisstraßen voraussichtlich kosten. Was im Kreis-Etat dafür eingestellt ist, wird laut Weiß voraussichtlich reichen. Er zeigte einige eindrückliche Beispiele der insgesamt 32 Strecken, die wieder in Schuss gebracht werden müssen.

Der letzte Winter war durchschnittlich.“

Andreas Weiß, Landratsamt

Raum Aalen:

K 3325 Wasseralfingen - Affalterried: Hier müssen Schadstellen ausgefräst und der Belag neu eingebaut werden. Kosten: ca. 6000 Euro.

K 3326 Hammerstadt - Neßlau: Auch hier das gleiche Bild: Schadhafter Belag, die Reparatur kostet schätzungsweise 6000 Euro.

Raum Bopfingen:

K 3314 Schweindorf - B466: Hier sind Schlaglöcher zu füllen, wofür rund zehn Tonnen Mischgut notwendig sind. Kosten: ca. 3000 Euro.

K 3200 Röttingen - Baldern: Schadhafte Stellen sind auszufräsen, ein neuer Belag muss her. Kosten: ca. 10 000 Euro.

Raum Ellwangen:

K 3319 Westhausen - Dalkingen: Abschnittsweise ist hier der Belag erheblich beschädigt und muss erneuert werden. Kosten: ca. 13 000 Euro.

K 3216 Rattstadt - Hardt: Auf 100 Quadratmetern muss neuer Belag eingebaut werden. Kosten: ca. 2500 Euro.

Raum Schwäbisch Gmünd:

K 3253 Gschwend - Birkhof: Der Belag muss ausgefräst und erneuert werden. Kosten: ca. 30 000 Euro.

K 3268 Schwäbisch Gmünd - Großdeinbach: Die Straßenmeisterei flickt Risse und Ausbrüche. Kosten: ca. 9000 Euro.

Finanziell eine Punktlandung

Mit knapp 2,42 Millionen Euro lagen die Kosten des Winterdienstes 2020/2021 im Ostalbkreis fast punktgenau auf dem Mittelwert der vergangenen 15 Jahre von 2,46 Millionen Euro. Am teuersten in dieser Zeit war der Winter 2012/2013: Da verschlangen Räumen und Streuen fast 5,2 Millionen Euro. Am günstigsten war die Saison 2019/2020, als der Dienst den Steuerzahler nur knapp 942 000 Euro kostete. bea

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