Spürbare Landschaften

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Die Malerin Elke Wree und Galerist Cyprian Brenner: "Das Bild entwickelt sich mit dem Tun", sagt die Künstlerin. Anlässlich deren 80. Geburtstag zeigt die Südwestgalerie in Hüttlingen–Niederalfingen nun ihre Werke.

Zum 80. Geburtstag der Malerin Elke Wree zeigt die Südwestgalerie Hüttlingen-Niederalfingen "Spuren aus Licht und Zeit".

Raum, Licht, Struktur. Diese drei Worte spielen eine gewichtige Rolle für die Gemälde der gebürtigen Flensburgerin Elke Wree. Inzwischen 80 Jahre alt, ist die zierliche Frau nimmer müde, Landschaften zu malen. Einen dafür charakteristischen Horizont oder klar artikulierte Objekte sucht man bei Wrees Werken indes vergebens.

Schicht für Schicht nähert sich die Wahl-Karlsruherin der finalen Landschaft. Das Ende zu finden sei dabei gar nicht so einfach und kann zehn Jahre dauern, verrät sie im persönlich Gespräch bei der Eröffnung ihrer Ausstellung "Spuren aus Licht und Zeit" in der Südwestgalerie von Cyprian Brenner in Hüttlingen-Niederalfingen.

Rund 20 Gemälde, entstanden Ende der 90-iger bis Anfang der 20-er Jahre, hängen in den lichtdurchfluteten Räumen der Galerie. Die meisten davon gestaltet mit Öl auf Leinwand, wenige weitere auf Papier mit Tusche und Gouache. Wenn Wree sich an die leere Leinwand wagt, dann hat sie meist nur eine rudimentäre Idee, was ihre Hand malen wird.

"Das Bild entwickelt sich mit dem Tun", erklärt die Künstlerin. Schritt für Schritt tastet sie sich voran, wird in ihrer Ausführung komplexer und risikoreicher, wie sie sagt.

Landschaften weiter gedacht – so umschreibt Galerist Cyprian Brenner Wrees Kunstwerke. Geflechte aus Linien, die sich verbinden und ineinander ballen, wechseln sich mit flächigen Darstellungen ab. Elke Wrees Landschaften sind Struktur und Emotion, sie vermitteln ein Gefühl und laden ein, genauer hinzuschauen. So haben sich die Motive von der Welt, wie sie der Mensch durch seine Augen üblicherweise sieht, gelöst. Nur hier und da erahnt man Überbleibsel bildlicher Darstellungen – Seerosenblätter, die sich mit Farbflächen und Schichten verbinden. "Es ist eine Gratwanderung, dass man die Landschaft noch spüren kann", sagt Brenner, der über den Abstraktionsgrad sagt: "Ich glaube, man kann das Thema nicht weiter treiben". Das meint er nicht kritisch, sondern sieht in den Gemälden der norddeutschen Künstlerin die letzte Entwicklungsstufe der Landschaftsmalerei.

"Spuren aus Licht und Zeit" ist noch bis zum 25. Oktober in der Südwestgalerie zu sehen. Die Galerie hat Freitag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

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