Stegreif-Comedy aus dem Nichts

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Ulmer "Showbuddies" begeistern Zuschauer in der Gmünder Theaterwerkstatt.

Comedy quasi aus dem Nichts auf die Bühne gebracht – das ist Improvisationstheater in seiner reinsten Form. Am Samstag gaben die "Showbuddies" aus Ulm in der Gmünder Theaterwerkstatt einen grandiosen Einblick in diese freie Form der Theaterkunst. Leider war "die Bude" nicht so voll, wie man sich das gewünscht hätte, aber der große Applaus der Wenigen entschädigte das komödiantische Quartett auf der Bühne reichlich.

Es braucht nicht viel Kulisse, um einen höchst amüsanten Abend erleben zu dürfen. Das wissen die Zuschauer zumeist, wenn sie sich auf das Abenteuer eines nicht vorhersehbaren Theaterstücks einlassen – und die meisten kommen immer wieder. Denn gerade das Ungewisse reizt – sowohl Schauspieler als Zuschauer – und so kommen fast immer beide auf ihre Kosten.

Paddy Eisholz am Klavier begleitete das Geschehen auf der Bühne gekonnt und musikalisch einfühlsam, schuf aus dem Bestehenden das Werdende – und umgekehrt.

Die andern drei, Wibke Richter, Elisabeth Dorn und Heiko Edelmann wirbelten über die Bühne und hatten sichtlich Spaß an der Sache. Ganz wichtig ist die Mitwirkung der Zuschauer. Sie sorgen für die oft seltsamen Inputs, die das noch seltsamere Output zur Folge haben.

So animiert das Team die Zuschauer zu wärmespendender Gymnastik, sorgt für die notwendige Zuwendung untereinander mit gegenseitiger Schultermassage.

Ein "Blind Date" wird zum ersten Sketch – wie sieht das aus, wie ist der erste Dialog? Und das mit immer wieder einwechselnden Spielern. Eine Gefühlsachterbahn bricht sich in Wort und Gesten Bahn, sämtliche Gefühlsformen wechseln in Sekundenschnelle, wechselt der Dialog in Sinn – und Unsinn. Und was erzeugt die Vorstellungskraft beim Gedanken an Hinterhöfe? Katzen, Kinder und Ratten – alles ist möglich und die Fantasie geht mit einem durch. Wie ein Kind hüpft Elisabeth über die Bühne – wer kennt da nicht das alte Spiel "Himmel und Hölle"? Schlüsselkinder finden Eingang und zum Schluss noch Wibkes frecher Spruch; "Mein Papa ist schon wieder bei deiner Mama."

Die Einführung eines Zufallsgenerators – drei Zuschauer schütteln ihre Hände und wählen eine Fingerzahl zwischen eins und drei – bringt schnelle Wechsel auf die Bühne. "Schütteln", tönt die Aufforderung, und, "Stop" folgt als nächstes. Draus absehbar dann die Nummern der Spieler für den nächsten Sketch.

Australien wechselt mit dem Heulen der Wölfe und alles geht über in den Gesang des Rasenmähers. Szenen entstehen aus dem Nichts und gehen ins Nirwana über. Zwei Stunden werden so die Zuschauer köstlich unterhalten – und die Crew mit viel Beifall aus der Theaterwerkstatt verabschiedet.

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