Steigender Cannabismissbrauch im Ostalbkreis

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Von 2015 bis 2019 sind die Behandlungen wegen Cannabis-Konsums von AOK Versicherten im Kreis im Schnitt um jährlich 13,3 Prozent gestiegen.

Aalen. Laut dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2020 ist Cannabis in Deutschland die am weitesten verbreitete illegale Droge. Rund 46 Prozent der 18 bis 25-Jährigen haben dem Bericht zufolge bereits einmal Cannabis probiert. Die aktuelle Auswertung der Versichertendaten der AOK Ostwürttemberg belegt einen markanten Anstieg von Versicherten, die sich wegen Cannabis Missbrauchs im Ostalbkreis in ärztlicher Therapie befanden.

Waren es 2015 noch 101, so waren es 2019 insgesamt 194 Versicherte. Das entspricht 0,2 Prozent aller AOK-Versicherten in der Region. Von 2015 bis 2019 sind die Behandlungen wegen Cannabis-Konsums von AOK Versicherten im Kreis im Schnitt um jährlich 13,3 Prozent gestiegen. Bei Frauen ist die jährliche Veränderung dabei signifikant höher als bei Männern (17,5 Prozent zu 12,5 Prozent). Allerdings: „In der Statistik erscheinen nur diejenigen, die nach einem Missbrauch auch tatsächlich medizinisch versorgt werden mussten“, erklärt Silke Kühner, Leiterin des Sozialen Dienstes der AOK Ostwürttemberg. „Das lässt keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Zahl der Konsumenten zu“, so Kühner. Das ließe sich allenfalls vermuten. Cannabis zählt wie Alkohol zu den bewusstseinsverändernden Substanzen und hat ein hohes Sucht- und Abhängigkeitspotential.

Welche Wirkungen der Konsum von Cannabis ausübt und wie stark diese sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen etwa die Art des Konsums (geraucht oder gegessen), die aufgenommene Wirkstoffmenge, die Grundstimmung und die psychische Stabilität des Betroffenen. Trotz zunehmender Legalisierung von Cannabis, wie etwa in den Niederlanden oder Spanien, sind die Folgen des Konsums nicht zu unterschätzen. Die unmittelbaren Risiken des Konsums sind psychischer Natur. Dabei kann es im Cannabisrausch unter anderem zu Depressionen, Halluzinationen, Angstzuständen und Panikattacken kommen. Langzeitfolgen können die Schädigung der Lunge, wiederkehrende „Flashbacks“, Psychosen oder Schizophrenie sein. „Hilfesuchende in der Region Ostwürttemberg können sich an den Sozialen Dienst der AOK Ostwürttemberg sowie an die Suchtberatungsstellen des Ostalbkreis oder des Landkreises Heidenheim wenden“, erklärt Silke Kühner.

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