Stromausfall: Hat die Ostalb keinen Plan?

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Ein flächendeckender Stromausfall, ein sogenannten "Blackout": Wie gut ist die Ostalb darauf vorbereitet?
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Landkreisverwaltung nimmt Stellung zu Medienberichten, nach denen man unter anderem im Ostalbkreis schlecht auf Notfälle vorbereitet ist.

Aalen. Große Aufregung am Dienstag nach einem Beitrag des SWR: Das Politmagazin Report Mainz hat eine bundesweite Umfrage gestartet, in der es um Einsatzpläne für einen Stromausfall gegangen war, auf den im Notfall die Beteiligten zurückgreifen können. In Baden-Württemberg haben sich daran offenbar 29 Landkreise und kreisfreie Städte beteiligt. Zwölf davon haben keinen solchen Einsatzplan - darunter der Ostalbkreis. Und es kommt noch dicker: "Der Ostalbkreis, der Enzkreis und der Landkreis Göppingen sowie der Hohenlohekreis erklärten, neben dem fehlenden Notfallplan für Strom auch keine Notwasserbrunnen zu haben“, meldet der Sender. "Schlecht vorbereitet" seien diese Kommunen, so greift das Magazin "Der Spiegel" das Thema auf. "Bei komplexen Krisen ziemlich hilflos", so titelt die Tagesschau.

Müssen wir uns Sorgen machen? Susanne Dietterle, Leiterin der Pressestelle des Ostalbkreises, bestätigt, dass der Landkreis an der Umfrage teilgenommen hat. Und, ja, es gebe keinen expliziten Stromausfallplan. Allerdings gebe es durchaus  Vorkehrungen für den Fall eines Stromausfalles. Diese seien im Ostalbkreis in der allgemeinen Katastrophennotfallplanung zusammengefasst. "Insofern sehen wir uns da schon vorbereitet", sagt Dietterle.

Das Leuchtturmkonzept

In der Tat hat Kreisbrandmeister Andreas Straub, der im Ostalbkreis den Bereich Katastrophenschutz verantwortet, entsprechende Notfallpläne unlängst im Rahmen eines Pressegespräches zu einer möglichen Gasmangellage öffentlich gemacht. Dabei war es auch um Strom gegangen.  Man habe im Ostalbkreis ein sogenanntes "Leuchtturmkonzept" erarbeitet, sodass "in kürzester Zeit in jeder Stadt und Gemeinde das Feuerwehrhaus als Schnittstelle zu den Führungsstäben, zur Regionalleitstelle Ostwürttemberg für Feuerwehr und Rettungsdienst und damit zu den Wehren und Rettungsdiensten" eingerichtet werden könne, hatte Straub berichtet. Auch bei einem Stromausfall seien die Feuerwehrhäuser per Funk erreichbar. "Auf diese Weise stellen wir sicher, dass wir arbeitsfähig bleiben", so Straub. Ein weiterer Baustein sei die Ausrüstung der Gemeinden mit Satellitentelefonen. Kritische Infrastruktur könne eine gewisse Zeit lang mit Hilfe von Notstromaggregaten weiterbetrieben werden. Der Katastrophenschutzstab des Landratsamts und der Führungsstab des Landkreises für die Blaulichtorganisationen habe sich bei Übungen bereits auf entsprechende Krisenszenarien eingestellt, hatte Straub dazu vor gut einer Woche gesagt.

Partner statt Brunnen

Auch zum Thema "fehlende Notfallbrunnen" im Ostalbkreis nimmt Dietterle Stellung. In der Tat gebe es  Anlagen zur Trinkwassernotversorgung, sogenannte Notfallbrunnen. Der Bund habe auf Grundlage des Wassersicherstellungsgesetzes rund 5200 solcher Notfallbrunnen in Deutschland aufgebaut. Wie man im "Rahmenkonzept der Trinkwasserversorgung" nachlesen kann, aufgrund einer entsprechenden Priorisierung vor allem in Großstädten und Ballungsräumen. In ländlichen Gebieten, so heißt es da weiter, "wurden Brunnen nur in Ausnahmefällen niedergebracht, sodass eine Notversorgung aus Notbrunnen regelmäßig nicht möglich ist". Dies bedeute jedoch nicht, dass die Menschen in den ländlichen Räumen im Notfall nicht mit Trinkwasser versorgt werden können. "Wir haben dafür viele Partner", sagt Dietterle und nennt exemplarisch die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk. Ihre Botschaft: Es müsse niemand in Panik ausbrechen: "Wir sind durchaus vorbereitet."

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