Tempolimit statt Umfahrungen

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Der BUND Ostwürttemberg bemängelt den Ausbau der Straßen im Ostalbkreis.

Der BUND appelliert an Kreistagsmitglieder, sich für den Naturschutz und gegen Versiegelung einzusetzen.

Aalen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Ostwürttemberg, kurz BUND, nimmt in einem Schreiben Stellung zum Ausbau der Straßen im Ostalbkreis. Dieser finde kein Ende, sagt Werner Gottstein, BUND Regionalvorsitzender Ostwürttemberg.

Der vierspurige Ausbau der B 29 mit mehrspurigem Tunnel in Böbingen, die Machbarkeitsstudie B 466 zur Umgehung Neresheim/Ohmenheim, das Linienfindungsverfahren zur B29 n in Pflaumloch/Bopfingen – all diese Projekte werden „von den im Kreistag vertretenen Parteien alle mit großen Mehrheiten befürwortet“, so Gottstein. Scheinbar gehe bei ihnen der Straßenbau vor Klimaschutz.

„Dabei wäre bei gutem Willen der Kreistagsmitglieder ein erster Schritt zum Thema Klimaschutz schnell machbar“, so Gottstein. Bei Umgehungsstraßen werde der Lärm oft von den innerörtlichen Bereichen an die Ortsränder umgelagert. „Und durch die höheren Geschwindigkeiten auf den Umgehungsstraßen werden der Lärm und der Ausstoß von Kohlendioxid deutlich erhöht. Die Versiegelung der Böden als CO²-Senke bei Umgehungsstraßen trägt ebenfalls zu einer Verstärkung der Klimakrise bei“, betont er.

Emissionen reduzieren

Eine Reduzierung der Geschwindigkeit in den Ortsdurchfahrten entlang der B29, B466, L 1060 und der anderen Landstraßen und Kreisstraßen sei kurzfristig realisierbar, kostengünstig und ein wirksamer Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen des Verkehrs. Zudem würden auch die Verkehrssicherheit erhöht und die Lärm- und Schadstoffemissionen gemindert, sagt Gottstein.

„Die Reduzierung der Geräusch-Spitzenpegel trägt dazu bei, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner mit Tempo 30 auch bei einer vergleichsweise geringen Pegelsenkung im Mittel weniger durch Lärm belästigt fühlen als bei Tempo 50.“

Schwierig würde sich die Reduzierung der Geschwindigkeiten auf 80 km/h auf Landstraßen realisieren, meint der Vorsitzende. „Aber auch hier könnte bei politischem Willen ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.“

Für den BUND Regionalverband bleibe damit als Fazit und Aufforderung an die Kreistagsfraktionen, sich schnellstmöglich als ersten Schritt für Geschwindigkeitsreduzierungen in den Ortsdurchfahrten einzusetzen.

Werner Gottstein: „Es bleibt zu hoffen, dass der Kreistag sich mit Verve für den Klimaschutz einsetzt, anstatt für den nicht mehr zeitgemäßen Straßenbau.“

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