Tipping-Points – we too?

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Tipping Points sind Punkte, die in entscheidender Weise das globale Klima beeinflussen.

Die Mitglieder der "Klimaentscheid Aalen"-Gruppe bloggen an dieser Stelle über Klimathemen, klären auf und stoßen Diskussionen an. In dieser Folge geht es um Kipppunkte.

Aalen. Tipping Points - ist ja klar, jetzt muss was Englisches kommen. Und nein, der Begriff hat nichts mit Betatschen zu tun. Sondern eher etwas mit rohen Eiern. Wenn man die berührt, geschieht manchmal eine Katastrophe, vor allem, wenn sie an der Tischkante liegen.

Tipping Points (oder Kipppunkte für alle Freund*Innen der Neuen Deutschen Rechtschreibung) sind Punkte, die in entscheidender Weise das globale Klima beeinflussen: die Arktis und Antarktis, die gefrorenen Methangasbestände in Sibirien, die Meeresströmungen (etwa den Golfstrom oder El Nino), die Regenwälder (in Brasilien, im Kongo, in Indonesien). Wenn die Stellschrauben im Klimasystem „umkippen“, kann das Klima irreversible verändert werden - genau wie das Ei, das zerbricht, sobald es vom Tisch fällt. Man weiß nicht zu 100 Prozent genau was passiert, wenn das Klima „kippt“, aber die Dimensionen sind so umfassend, dass man auch als Optimist eher das Schlimmste vermuten sollte.

Und was haben wir auf der Ostalb damit zu tun? Ganz klar: Wir sind Global Player und machen beim Tipping fleißig mit, sorgen dafür, dass das rohe Ei immer näher an die Tischkante rollt. Wir fördern den CO2-Ausstoß (und damit die Erderwärmung, das Schmelzen der Pole, Überschwemmungen, Stürme, Dürren) mit jedem Kilometer, den wir uns motorisiert fortbewegen, mit allem, was wir produzieren oder woanders produzieren lassen.

Nicht zu vergessen sind die Produktionsklimalasten, die wir indirekt in Auftrag geben, indem wir Produkte aus anderen Ländern oder Kontinenten kaufen: Hat der Inhalt unseres Kühlschranks in einer Woche vielleicht mehr Kilometer hinter sich gebracht als wir im ganzen Leben? Wie viel Wasser aus Ägypten steckt in unseren Frühkartoffeln? Wie viel Grundwasser wurde für das Vorwaschen unserer Jeans verseucht? Wie viel Regenwald für Rohstoffe gerodet?

Die nächste Hungersnot für die Sahel-Zone wurde schon Ende des Winters für diesen Sommer 2022 prognostiziert. Jetzt bestätigte die Tagesschau: „Dürre in Somalia: Hunderttausenden droht der Hungertod“ (06.09.2022; 12:27). Von Überschwemmungen haben wir im Ahrtal und in NRW im Sommer 2021, von Dürren in diesem Jahr einen leidvollen Vorgeschmack bekommen. Aber das war nur ein winziges Vorspiel ...

Aber genug gejammert. In den kommenden Blogbeiträgen durchleuchten wir, was wir hier, heute und jetzt schon gegen diese Veränderungen tun können.

Wer sich genauer über Kipppunkte informieren möchte: Hier gibt’s Infos: Spektrum der Wissenschaft Kompakt 37.22: Kipppunkte – Umbruch im System.

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