Über den Bucher Stausee gepaddelt

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Der Skypark Epia in Wetzgau. Bis zu 22 Meter geht es hier in die Tiefe. Zwölf verschiedene Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeiten warten hier auf Kletterabenteurer.
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Zugegeben: Wellenreiten sieht anders aus. Wer sich trotzdem gern stehend über das Wasser bewegt, der ist beim Stand-Up-Paddling am Bucher Stausee gut aufgehoben.

Rainau-Buch

Badehose – check. Handtuch – check. Sonnenschutz – check. Die Tasche ist gepackt, also auf zum See! Gebadet wird heute aber nicht. Stattdessen erwartet mich am Bucher Stausee das nächste Mikroabenteuer: Stand-Up-Paddling, kurz SUP.

Wir stechen in See

Zusammen mit neun weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern und SUP-Lehrer Marc Hallhuber finde ich mich am Ufer des Bucher Stausees zum Anfängerkurs wieder. Die Boards warten schon im Wasser, die Paddel werden individuell auf die Körpergröße der Teilnehmer angepasst. Nach einer kurzen Erklärung über die richtige Paddel-Technik kann's losgehen. "Wer macht den Anfang?", fragt Kursleiter Marc in die Runde. Schweigen. Mit einem etwas mulmigen Gefühl hebe ich die Hand und mache mich auf in Richtung Wasser. Langsam betrete ich mein Gefährt und setze einen Fuß vor den anderen. In der Mitte angekommen, drehe ich mich um und knie mich hin. Ich warte, bis auch die restlichen Teilnehmer ihre Plätze eingenommen haben und wir "ausgeparkt" werden.

Die ersten Versuche zu Wasser

Okay, da wären wir also. Mit dem Board mitten auf dem See, in einer Hand das Paddel. Erste Herausforderung: Aufstehen. Vorsichtig erhebe ich mich. Eine ganz schön wacklige Angelegenheit. Links und rechts läuft etwas Wasser auf mein Board, dann habe ich das Gleichgewicht einigermaßen gefunden. Im Stehen folgen meine ersten Paddel-Versuche: zwei Mal links, zwei Mal rechts. Mein Board und ich bewegen uns. Mehr oder weniger. Aber mehr zur Seite als nach vorne. Ich stehe zu weit hinten, erklärt mir Marc. Also mache ich einen kleinen Schritt nach vorne und versuche es noch einmal. Siehe da: es fährt. Zwar nicht wirklich schnell, dafür aber geradeaus.

Noch etwas wacklig auf den Beinen ziehe ich meine ersten Runden. Schon ist es passiert: Platsch. Ein Blick über die Schulter und ein leeres Board auf der Wasseroberfläche bestätigen meinen Verdacht: einen von uns hat's erwischt. Da taucht der Kopf des Schiffbrüchigen aus dem Wasser auf und er macht sich zurück auf sein Gefährt. So etwas kann passieren beim Stand-Up-Paddling. Aber mir bestimmt nicht. Oder?

Langsam tasten wir uns ran

Nachdem wir uns an das Wasser und das Board gewöhnt haben, beginnt Marc mit ersten Grundlagen. Mein anfänglicher Fehler wird zur Lektion: Um Kurven zu fahren, muss der Paddler auf dem hinteren Teil des Boards stehen. Geradeausfahren klappt in der Mitte des Bretts besser. Danach gibt's eine Aufgabe für uns: mit dem Board im Kreis drehen. Vorsichtig mache ich einen kleinen Schritt nach hinten und fange an zu paddeln. Langsam, aber sicher beginne ich mich zu drehen.

Zwei Abgänge, ein Kopfstand

Langsam bin ich warm. Auch die anderen Teilnehmer werden immer sicherer. Höchste Zeit für etwas Anspruchsvolleres. Auf einem Bein stehen und dabei paddeln, schlägt Kursleiter Marc vor. Knifflig. Aber sollte machbar sein. Beim Experten sieht es so leicht aus. Also winkle ich ein Knie an – und lande prompt im kühlen Nass. Meine Kopfbedeckung wird mir vom Kopf gespült, die Sonnenbrille bleibt zum Glück auf der Nase. Mein Board? Ein paar Meter weiter neben mir im Wasser.

Sich zurück auf das Brett ziehen? Gar nicht so leicht. Unangenehm war die kurze Abkühlung jedenfalls nicht. Etwas überwältigt von meinem Abgang setze ich mich auf mein Gefährt und schaue den anderen bei ihren Versuchen zu. Und staune nicht schlecht. Eine Teilnehmerin treibt die Übung regelrecht auf die Spitze: auf einem Bein stehen? Kein Thema. Yoga-Übungen? Locker. Aber ein Kopfstand?! Auch das ist für meine akrobatische Mit-Paddlerin kein Problem. Alles wohl eine Frage der Technik und der Balance. Beeindruckt beobachte ich ihre Kunststücke. Dann wird mein Staunen unterbrochen: Platsch. Ein weiterer Kurs-Teilnehmer geht über Bord.

Lernerfolg nach 60 Minuten

Zeit für etwas Action. SUP-Lehrer Marc und ich treiben parallel zueinander im Wasser. Abstand: circa zwei Meter. Das Board tauschen? Warum nicht? Also docken unsere Boards aneinander an und wir entern das Gefährt des jeweils anderen. Für Profi Marc kein Ding, auf einem Anfänger-Board zu stehen. Für mich als blutigen Anfänger auf dem Profi-Board ist es anders. Deutlich schneller, dafür aber auch deutlich wackliger mache ich eine Testfahrt, bevor wir die Boards wieder zurücktauschen. Nach etwa eineinhalb Stunden geht es für uns zurück an Land. In dieser kurzen Zeit wurde ich zwar nicht zum SUP-Profi, allerdings stehe ich am Ende des Kurses sicherer auf dem Wasser als zu Beginn. Das Paddeln war kräftezehrend, aber ich fühle mich nicht erschöpft.

Stand-Up-Paddling für Anfänger gibts's in diesem Jahr am Bucher Stausee am Sonntag, 6. September, und am Sonntag, 13. September. Alle Infos zum Sport, Preisen und Terminen online unter www.paddle-surfer.de. Ein Anfängerkurs mit Ausrüstung kostet 39 Euro.

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