Überzeugungsarbeit fürs Impfen

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Impfung gegen das Corona-Virus.
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Die CDU-Landtagsabgeordneten Winfried Mack und Tim Bückner haben zu einer öffentlichen Konferenz im Internet eingeladen. Was drei Fachleute auf dem Podium zum Boostern und zum Impfen von Kindern sagen.

Schwäbisch Gmünd / Aalen. "Die wichtigste Munition im Kampf gegen den Corona-Virus ist das Impfen, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen, Winfried Mack, im Einvernehmen mit seinem Gmünder Amtskollegen Tim Bückner. Am Montagabend haben die Beiden zusammen zu einer Webkonferenz mit dem Motto eingeladen: „Aktuelle Stunde rund ums Impfen.“ Auf das virtuelle Podium haben sie drei Männer gebeten, die dabei im Ostalbkreis wesentliche Funktionen innehaben.

„Wir begrüßen aus dem Hauptstadtstudio Schwäbisch Gmünd unter 2G-Plus-Bedingungen“, meint Tim Bückner eingangs. Rund 40 Gäste haben sich zu der Webkonferenz zugeschaltet. Vom Podium meldet sich zuerst zu Wort: Dr. Jens Mayer, stellvertretender Vorsitzender der Kreisärzteschaft sowie Chefarzt am Stauferklinikum Mutlangen. Er sagt: „Je schlechter eine Bevölkerung geimpft ist, desto höher ist die Inzidenz.“ 66,1 Prozent der Bevölkerung in Baden-Württemberg sei vollimmunisiert geimpft, also mit Erst- und Zweitimpfung. „Damit liegen wir bundesweiten Vergleich an sechster Stelle.

Mayer räumt ein, alle Fachleute hätten anfangs damit gerechnet, dass die Antikörperbildung nach einer Vollimpfung länger anhalte als nun tatsächlich gegeben. Dennoch: Zehn Mal häufiger müssten derzeit Nichtgeimpfte als Geimpfte im Krankenhaus behandelt werden. „Wir können als Geimpfte andere Menschen zwar anstecken. Aber wir selber werden nicht so schnell krank.“ Der Chefarzt wirbt im Laufe der Veranstaltung dafür: „Jetzt die Boosterimpfung wahrnehmen, denn die Alternative wäre ein totaler Lockdown.“

Die zweite Runde auf dem Podium übernehmen Thomas Wagenblast und Dr. Peter Schmidt. In der Politik bekannt ist Wagenblast als Fraktionsvorsitzender der CDU im Aalener Gemeinderat. An diesem Themenabend gefragt ist er jedoch, weil er im Landratsamt Aalen für die Impforganisation im Ostalbkreis verantwortlich zeichnet. Dr. Peter Schmidt war der Leiter des Kreisimpfzentrums Ostalb in Aalen (KIZ) bis zu dessen Schließung am 30. September. Aktuell unterstützt Schmidt die Verwaltung des Ostalbkreises beim Aufbau neuer dezentraler Impfangebote.

Wagenblast zieht Bilanz: "Als am 30. September um 8.24 Uhr unser KIZ geschlossen wurde, hatten wir 125 922 Impfungen geschafft." Bei den Erstimpfungen habe der Ostalbkreis Rang 15 unter 52 Impfzentren eingenommen, bei den Zweitimpfungen Rang 19. Stärkster Monat im KIZ sei der Mai 2021 gewesen, mit 27 370 Impfungen. "Diese Geimpften stehen jetzt an zum Boostern." Mit je zwei dauerhaften Impfteams in Schwäbisch Gmünd und Aalen sowie einem mobilen Impfteam in Ellwangen und Bopfingen solle dieser aktuelle Bedarf gedeckt werden. "DRK, Malteser und Kreisärzteschaft wollen zusammen 42 000 Impfungen pro Monat bereitstellen", informiert Wagenblast. Hinzu kämen Angebote von niedergelassenen Ärzten. Damit sei die Impfkapazität um beinahe 50 Prozent größer als im stärksten Monat im KIZ. Die Pause zwischen der Schließung des KIZ und dem Aufbau neuer dezentraler Impfangebote habe die Impfquote im Ostalbkreis allerdings um ein bis zwei Wochen zurückgeworfen, räumt Wagenblast ein. Und er betont, dass dafür Bund und Land verantwortlich zeichnen. Sie hätten die KIZ geschlossen.

Dr. Peter Schmidt übernimmt schließlich die Aufgabe, über die einzelnen Impfstoffe zu informieren. "Ich bewege mich immer entlang der Stiko-Empfehlungen, also der Ständigen Impfkommission", betont er. BioNTech sei inzwischen ausdrücklich auch für Schwangere zugelassen, erklärt Schmidt zum Beispiel. Oder dass Genese, die nach sechs Monaten noch über viele Antikörper verfügen, keine "Überimpfung" befürchten müssen. Schmidt: "Wenn die Stiko die Empfehlung für Kinder ab fünf Jahren aussprechen wird, werde ich meine fünfjährige Tochter impfen lassen." Individuelle Fragen zum Impfen sollten die Menschen im Ostalbkreis aber mit ihren Hausärzten klären.

"Mit einer Impfpflicht alleine können wir das Problem nicht lösen. Wir müssen die Menschen überzeugen."

Winfried Mack, CDU-Landtagsabgeordneter

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