Ukraine-Flüchtlinge: Landrat bereitet „Außergewöhnliche Einsatzlage“ vor

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Die Ostalb bereitet sich darauf vor, dass bald die Zahl der Geflüchteten stark ansteigt.
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Im Landratsamt des Ostalbkreises laufen die Vorbereitungen für den Fall, dass die Flüchtlingszahl aus der Ukraine stark ansteigt.

Aalen. Stuttgart hat sie bereits ausgerufen angesichts von immer mehr Menschen, die im Land ankommen, weil sie vor dem Krieg in ihrer Heimat, der Ukraine, geflüchtet sind: Die sogenannte „Außergewöhnliche Einsatzlage“ gilt in der Landeshauptstadt seit dem Wochenende. Und auch im Ostalbkreis bereitet sich die Landkreisverwaltung mit Landrat Dr. Joachim Bläse an der Spitze darauf vor. „Ich wäre nicht am richtigen Platz, wenn wir uns darauf nicht einstellen würden, dass die Zahlen rasch steigen“, sagte Bläse am Dienstagabend.

Wenn der Landrat diese „Außergewöhnliche Einsatzlage“ (AEL) ausruft, dann können zum Beispiel einfacher ehrenamtliche Kräfte eingesetzt werden. Per Landesgesetz ist nämlich geregelt, dass ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Falle einer AEL von ihrem Arbeitsplatz freigestellt werden können und für den Verdienstausfall eine Entschädigung bekommen, sollten sie durch den Einsatz Einbußen erleiden müssen - nicht nur bei Katastrophen, sondern auch bei anderen Einsätzen, die außergewöhnlich sind sind - außergewöhnliche Einsatzlagen eben.

Derzeit sei die Lage im Ostalbkreis noch nicht so, dass eine AEL ausgerufen werden muss, zumindest rechnet Bläse nicht in dieser Woche damit. Dennoch hat er die entsprechende Verfügung „in der Schublade“, für den Fall, dass es notwendig sein könnte und die Zahl der Flüchtlinge im Ostalbkreis stark ansteigt. Dies hänge an Entscheidungen, die derzeit noch im Land und vom Bund gefällt werden müssen – wenn zum Beispiel die Fragen der Verteilung der aus der Ukraine Geflüchteten geklärt seien. Sei dies geschehen, dann könne es schnell gehen - und die derzeit 400 bis 500 Plätze (ohne LEA) für Geflüchtete reichen nicht mehr aus. Dann braucht das Landratsamt Zugriff auf weitere Liegenschaften, wo viele Menschen untergebracht werden können. Konkret im Blick ist dabei – wie bereits berichtet – ein Gebäude von Bosch in der Lorcher Straße in Schwäbisch Gmünd, das die Firma für diesen Zweck ins Spiel gebracht hat. „Wir sind noch nicht so weit, es fehlen noch Entscheidungen“, sagt Bläse. Aber der Katastrophenschutz im Ostalbkreis habe den Auftrag zu prüfen, wie die Menschen dort untergebracht werden können - und prüfe dies auch bereits schon konkret. 

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