Ukraine-Krieg: So helfen die Gemeinden im Ostalbkreis

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Die Ukraine und der Ostalbkreis
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Welche Maßnahmen sind geplant? Wer nimmt Flüchtlinge auf? Ein Überblick.

Ostalbkreis. Welche Hilfen oder Aktionen planen die 42 Gemeinden im Ostalbkreis und in Alfdorf? Ein Überblick über Maßnahmen. Diese Liste wird ständig ergänzt.

Krieg in der Ukraine: So können Sie betroffenen Menschen helfen

Aalen: Ab Dienstag, 8. März, finden Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aalen auf der Seite www.aalen.de/hilfefuerdieukraine Verlinkungen zu den tagesaktuellen FAQs der Bundesregierung, sowie zuständige Anlaufstellen in Stadt und Landkreis bei Fragen rund um Sach- und Geldspendenannahmen, Fragen zur ausländerrechtlichen Angelegenheiten, Wohnraumbereitstellungen, Übersetzungstätigkeiten und ehrenamtliches Engagement. Das Ziel ist die Bündelung von Hilfsangeboten bereits bestehender Organisationen durch eine zentrale Koordinierung in der Stadtverwaltung. Weitere Angebote bitte an die Stabsstelle für Chancengleichheit, demografischen Wandel und Integration, E-Mail: integration@aalen.de

Adelmannsfelden: Die Gemeinde Adelmannsfelden wird eine ihr gehörende leerstehende und frisch renovierte Obdachlosenwohnung für Flüchtlinge zur Verfügung stellen, die allerdings noch möbliert werden muss. Das teilt die Gemeinde mit. Außerdem gibt es ein privates Angebot.

Alfdorf: „Wir sind in enger Absprache mit dem Landkreis und bereiten uns auf verschiedene Szenarien vor. Wichtig ist, flüchtenden Menschen aus der Ukraine die bestmögliche Hilfe zukommen zu lassen und unbürokratisch zu handeln. Die entscheidende Frage wird sein, wie viele Personen letztendlich aufgenommen werden müssen“, sagt Bürgermeister Ronald Krötz. Diese Zahl werde erwartungsgemäß anwachsen. Die Gemeinde bereitet in der bestehenden Flüchtlingsunterkunft noch freie Zimmer vor. Darüber hinaus bereiten sie sich auf den Umstand vor, falls weitere Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden müssten. Aus der Bürgerschaft gibt es bereits Angebote, Menschen privat aufzunehmen. „Das ist ein ganz starkes und positives Signal, was ich sehr schätze. Ob dieses Angebot in Anspruch genommen werden muss, wird sich zeigen und wird vom Einzelfall abhängen“, so Krötz. Er ist überzeugt, „dass wir auch diese Herausforderungen miteinander mit den zuständigen Behörden, den Hilfsorganisationen, den Kirchen, den Vereinen, dem Ehrenamt und der gesamten Bürgerschaft mit großer Solidarität meistern werden“.

Böbingen: Bürgermeister Jürgen Stempfle fragt in seiner Gemeinde aktuell die Hilfsbereitschaft ab,  insbesondere von ukrainisch-stämmigen Einwohnern, die gute Verbindungen zu ihren Verwandten in die Ukraine haben. Sobald es Details gibt, will die Gemeinde Böbingen darüber informieren.

Bopfingen: In Bopfingen gibt es am Montag, 7. März, 18 Uhr, ein Friedensgebet auf dem Marktplatz. Zudem prüft die Stadt gerade die Möglichkeiten zur Aufnahme von Flüchtlingen. „In den nächsten Tagen werden wir uns auch mit den Kirchen und Hilfsorganisationen zusammensetzen, um zu besprechen, wie wir sonst noch helfen können“, sagt Bürgermeister Dr. Gunter Bühler.  Aktuell ist die Stadt dabei, städtischen Wohnraum je nach Eignung zu erfassen und für die Aufnahme von Flüchtlingen herzurichten und auszustatten. „Zudem wird gerade geprüft, ob man eine größere Einrichtung in Bopfingen für besonders schutzbedürftige Personen für den Kreis einrichten kann. Dazu haben wir schon Angebote an privaten Wohnraum bekommen, wofür wir sehr dankbar sind. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist sehr, sehr groß. Ich denke, wir müssen die Bedarfe jetzt schnell sortieren und dann zielgerichtet auf die Bevölkerung zugehen“, sagt Bühler.   

Durlangen: Die Gemeinde Durlangen hat gestern durch das Amtsblatt und durch ihre Homepage einen Aufruf an die Bürgerschaft der Gemeinde gestartet, in dem darum gebeten wird, freien Wohnraum kurzfristig zu aktivieren und sonstige Hilfe anzubieten. Außerdem bietet die Gemeinde Durlangen selbst auch die Möglichkeit zur Unterbringung in den Gemeindewohnungen an. Diese werden im Moment auf Vordermann gebracht und mit neuen Möbel ausgestattet. „Wir haben schon gute Resonanz von unseren Bürgern erhalten, sodass eine Unterbringung von vielen Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine bedenkenlos möglich ist. Zudem werden die Flüchtenden vor Ort von der Gemeindeverwaltung für und in allen Lebenslagen unterstützt“, sagt Janina Grieger von der Gemeindeverwaltung.

Ellenberg: Die Gemeinde Ellenberg prüft aktuell welche Unterbringungsmöglichkeiten in der Gemeinde bestehen. Zudem soll im nächsten Mitteilungsblatt ein Aufruf an die Einwohnerinnen und Einwohner erfolgen, dass diese geeigneten Wohnraum prüfen und gegebenenfalls bei der Gemeindeverwaltung melden. „Bei der Aufnahme von Flüchtlingen werden wir eng mit dem Ausländeramt beziehungsweise dem Landratsamt zusammenarbeiten“, sagt Hauptamtsleiterin Anna-Lisa Bohn.

Ellwangen: Die Stadt Ellwangen hat einen Krisenstab eingerichtet, der sich erstmals in der nächsten Woche (ab 7. März) trifft. Zur Vorbereitung wurde bereits ein „Arbeitskreis Flüchtlingskoordination“ installiert, um die Anrufe und Nachfragen aus der Bevölkerung zentral zusammenzuführen. Wegen möglicher Unterkünfte plant die Stadt Ellwangen nach Angaben von Pressesprecher Olaf Thielke einen Aufruf an die Bevölkerung, eventuelle Leerstände der Stadtverwaltung zu melden. „Wichtig ist zunächst, dass die Flüchtlinge eine Unterkunft erhalten. Es schließen sich insbesondere Fragen zu Kinderbetreuung, Schule und sprachlicher Betreuung an. Zudem werden wir unsere Erfahrungen aus der Flüchtlingssituation im Jahre 2015 einfließen lassen.“

Essingen: Die Gemeinde Essingen hat den ukrainischen Katastrophenschutz mit Materialien/gebrauchtem Gerät über die Feuerwehr aus alten Feuerwehrbeständen unterstützt. Weitere Aktionen sind diesbezüglich aktuell nicht geplant. „Der Aufruf der Gemeinde Essingen auf der Homepage und in den sozialen Medien war schon sehr erfolgreich“, sagt Bürgermeister Wolfgang Hofer. Es wurden viele Wohnungen und Zimmer gemeldet. Auch sehr gute Unterkünfte. „Die Bereitschaft, ukrainischen Flüchtlingen zu helfen ist erfreulicherweise sehr groß.“

Gschwend: Die Gemeinde Gschwend ist in Abstimmung mit dem Landratsamt und den anderen Kommunen im Ostalbkreis. "Wir versuchen, Wohnungen für Flüchtlinge zu aktivieren, indem wir Aufrufe im gemeindlichen Amtsblatt bringen. Die Unterbringung erfolgt dann in Absprache mit dem Landratsamt", sagt Elisabeth Wilk, Leiterin des Hauptamtes.

Heuchlingen: „Aktuell versuchen wir in der Gemeinde verfügbaren Wohnraum für die wohl kommenden Kriegsflüchtlinge zu finden“, teilt Bürgermeister Peter Lang mit.

Hüttlingen: Das Bürgermeisteramt Hüttlingen startet einen Aufruf und versucht Wohnraum für die Flüchtlinge zu finden. 

Lorch: Lorch ist enger Abstimmung mit dem Landkreis und allen Kreiskommunen. „Sobald die konkrete Anzahl der Flüchtlinge in unserer Stadt bekannt ist, werden wir im Bedarfsfall sehr gerne einen Aufruf für Sach- und Geldspenden starten“, sagt Bürgermeisterin Marita Funk. Die Feuerwehr hat bereits feuerwehrspezifische Sachspenden abgegeben. Zudem besteht ein Austausch mit den örtlichen Kirchengemeinden, inwieweit ehrenamtliche Helferinnen und Helfer weiter unterstützen können. Die örtlichen Kirchengemeinden bieten wöchentlich ein Friedensgebet an. „Wir haben einen Aufruf gestartet, um Wohnraum zu akquirieren. Die Bereitschaft und Solidarität in Lorch ist überwältigend“, sagt Funk. Es gibt bereits einige positive Rückmeldungen.

Kirchheim am Ries: Von der Gemeinde aus sind aktuell keine Maßnahmen geplant, jedoch laufen private Initiativen, wie ein Hilfskonvoi aus Dirgenheim mit Wohnmobilen, die an die ukrainische Grenze fahren, um benötigte Sachspenden zu übergeben. Bei der Rückfahrt sollen einige Menschen aus der Ukraine mit nach Kirchheim am Ries genommen und untergebracht werden. In Abstimmung mit der Gemeinde und dem Landratsamt organisiert die Evangelische Kirchengemeinde eine vorläufige Notunterbringung und leistet „Erste Hilfe“ (Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten etc.) "Als Kommune versuchen wir privaten Wohnraum zu aktivieren, um Menschen kurzfristig und eventuell langfristig unterzubringen", heißt es von der Gemeinde

Mutlangen: „In Mutlangen sammelt die Familie Disam im Tanzsportzentrum Sachspenden für einen Hilfstransport in die Ukraine“, teilt Bürgermeisterin Stephanie Eßwein mit. Die Weiterentwicklung des Katastrophenplanes erhält eine erhöhte Priorität. Die Sireneninstallation wird vorangetrieben. Mutlangen erhält Zuschussgelder für fünf Sirenen auf dem Gemeindegebiet. Zudem hat die Gemeinden einen Krisenstab gegründet, um für unterschiedliche Szenarien gewappnet zu sein. Bezüglich Unterbringungsmöglichkeiten wurde ein Aufruf. „Wir haben hier schon sehr viele Rückmeldungen bekommen“, sagt Eßwein.

Riesbürg. In der Gemeinde Riesbürg, steht Bürgermeister Willibald Freihart mit „unseren ukrainischen Mitbürgern in Kontakt“. Die Wohnungssuche wird von der Verwaltung aktiv beworben, und es liegen schon zahlreiche Angebote vor.

Ruppertshofen: „Wir prüfen die Aufnahmemöglichkeiten von Flüchtlingen und werden hier sicherlich auch eine Unterstützung anbieten. Eine Ausschreibung innerhalb der Gemeinde ist über das Amtsblatt bereits erfolgt“, teilt Bürgermeister Peter Kühnl mit.

Schechingen: Die Gemeinde Schechingen konzentriert sich auf das kreisweite Vorgehen. „Unsere Feuerwehr hat alle übrigen Ausrüstungsgegenstände im vergangenen Jahr für Gemeinden im Ahrtal gespendet“, sagt Bürgermeister Stefan Jenninger. Ein Aufruf zur Bereitstellung von freiem Wohnraum wurde im Amtsblatt veröffentlicht.

Schwäbisch Gmünd: In Schwäbisch Gmünd laufen die Hilfsaktionen auf vollen Touren; die ganze Woche über tagt bereits täglich ein spezieller Ukraine-Hilfsstab der Verwaltung. „Wir haben auf unseren Aufruf in dieser Woche für Wohnungen und Unterkünfte bereits zahlreiche Rückmeldungen bekommen und koordinieren diese nun“, sagt Stadtsprecher Markus Herrmann. Die ersten Ukraine-Flüchtlinge sind bereits im Gästezentrum Schönblick eingetroffen; viele weitere sind inzwischen auch schon dank privater Initiativen und Kontakte in der Stadt  untergekommen. „Ich denke auch in den anderen - hier nicht genannten -  Kommunen im Landkreis läuft die Hilfe vergleichbar an“, so Herrmann weiter.

Spraitbach: „Ja, wir bereiten uns auf Flüchtlinge aus der Ukraine vor, in dem wir herausfinden, wo wir die ankommenden Menschen unterbringen können und erstellen eine Datenbank mit helfenden Händen“, sagt Johannes Schurr. Das läuft bereits

Stödtlen: Konkrete Maßnahmen sind in der Gemeinde Stödtlen bezüglich des Ukraine-Kriegs noch nicht geplant. Im Mitteilungsblatt vom 3. März wurden die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, kurzfristig verfügbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Es haben sich bereits drei Personen gemeldet. Im nächsten Schritt muss der verfügbare Wohnraum durch die Gemeinde beurteilt und dem Landratsamt rückgemeldet werden“, sagt Hauptamtsleiterin Helen Reeb.

Täferrot: In Täferrot sind aktuell keine direkten eigenen Maßnahmen geplant. Die Nachfrage nach Spendenmöglichkeiten bei der Gemeindeverwaltung und die Hilfsbereitschaft im allgemeinen „ist sehr groß“, sagt Bürgermeister Markus Bareis, „auch Wohnraum wird vereinzelt angeboten – Gespräche diesbezüglich laufen“. Bei Spendenangeboten verweist die Gemeinde auf die bestehenden regionalen und überregionalen Hilfsorganisationen.  Bezüglich der Aufnahme von Flüchtlingen gibt es Bestrebungen, Flüchtlinge aus der Ukraine – aber auch aus anderen Ländern -  aufzunehmen. Die Gespräche bezüglich Wohnraum laufen, „sind aber mit jetzigem Stand noch nicht abgeschlossen“, ergänzt Bareis.

Waldstetten: Die Gemeinde Waldstetten, die Katholische und die Evangelische Kirche, die Franz-von-Assisi-Schule und die Gemeinschaftsschule sowie die Vereinsgemeinschaft unterm Stuifen zeigen im gemeinsamen Schulterschluss ihre Solidarität und Hilfs¬bereitschaft gegenüber der Ukraine. Hierzu lädt die große Gemeindefamilie zu einer Mahnveranstaltung am kommenden Donnerstag, 10. März, Beginn 17 Uhr, in die Parkanlage Alter Friedhof in der Ortsmitte von Waldstetten ein.

Westhausen: In Westhausen sind bereits vier ukrainische Flüchtlinge angekommen. Sie konnten bei einer Familie unterkommen. Die Gemeinde arbeitet mit Hochdruck an eigenen Unterbringungsmöglichkeiten zur weiteren Aufnahme von Flüchtlingen, zudem läuft „die Suche nach Wohnraum bei der Bürgerschaft“, sagt Hauptamtsleiterin Theresa Ziegler. Die Gemeinde fragt zudem die Bereitschaft ehrenamtlicher Hilfe ab, nimmt Kontakt mit dem Freundeskreis Asyl Westhausen aus. Spenden sollten zunächst an bekannte Hilfseinrichtungen gehen.

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