Ukraine: Unterkünfte im Ostalbkreis werden für Geflüchtete vorbereitet

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Im Tagungshaus des Klosters Neresheim sollen Geflüchtete aus der Ukraine wohnen.
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In vier Unterkünften in Aalen, Gmünd, Neresheim und Bopfingen sollen 300 bis 400 Menschen aus der Ukraine wohnen können. Landrat will Vorkehrungen für 1000 Geflüchtete treffen.

Aalen

Menschen, mit denen er spreche, seien tief bewegt, von dem, was in der Ukraine geschieht, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse beim Pressegespräch am Freitag. Sie seien erschüttert, verunsichert und hätten gleichzeitig ein unwahrscheinliches Bedürfnis zu helfen.

Privater Wohnraum: Das bestätigt Diana Kurschat, die private Wohnraum-Angebote koordiniert. „Bei uns gehen überwältigend viele Angebote ein“, sagt sie. „Eine Menge, die wir so nicht erwartet haben.“ Auch sehr rührende Angebote seien darunter. Kurschat erzählt zum Beispiel von einer Rentnerin, die ihr Schlafsofa zur Verfügung stellen möchte. Das Landratsamt gebe solche Angebote an die Städte und Gemeinden weiter. Die würden sich die Räumlichkeiten ansehen und ans Landratsamt zurückmelden, wie viele Plätze in der jeweiligen Kommune zur Verfügung stünden. Als Beispiel nannte der Landrat Rainau, wo aktuell elf Plätze gemeldet sind.

Größere Unterkünfte: Zusätzlich werden vier größere Unterkünfte im Ostalbkreis für Menschen aus der Ukraine vorbereitet. Carsten Hiller vom Geschäftsbereich Integration zählt auf: die Container-Anlage in der Ulmer Straße in Aalen, das frühere DRK-Altenpflegeheim in Bopfingen, das Tagungshaus im Kloster Neresheim und das Galvaniseur-Wohnheim in der Werrenwiesenstraße in Schwäbisch Gmünd. Insgesamt sei dort zunächst Raum für insgesamt 300 bis 400 Menschen. Der Landrat möchte im nächsten Schritt Vorkehrungen für 1000 Geflüchtete treffen. Wie viele Menschen aus der Ukraine in den Ostalbkreis kommen, sei aber noch unklar. Klar sei nur, dass Baden-Württemberg verpflichtet sei, 13 Prozent der Geflüchteten aufzunehmen. Davon entfielen auf den Ostalbkreis 3,17 Prozent.

Bitte melden: Unklar ist auch, wie viele Geflüchtete bereits hier sind. Im Landratsamt geht man davon aus, dass einige im Ostalbkreis bei Verwandten untergekommen sind. Die Verantwortlichen bitten darum, sich in dem Fall im Rathaus der jeweiligen Stadt oder Gemeinde zu melden. Damit hätten die Menschen dann auch Ansprüche auf Sozialleistungen, so Erste Landesbeamtin Gabriele Seefried. „Die, die da sind, sind willkommen“, betont der Landrat.

Er bittet auch private Initiativen, die Geflüchtete in den Ostalbkreis bringen, sich beim Landratsamt oder dem Rathaus ihrer Stadt oder Gemeinde zu melden, damit man sich vorbereiten und unterstützen kann. Im Schönblick in Gmünd sind bereits Menschen mit Behinderung aus der Ukraine untergekommen. Der Landrat weiß außerdem von einer kirchlichen Organisation aus Gmünd und privaten Initiativen aus Kirchheim, Unterscheidheim und Bartholomä, die demnächst Geflüchtete mitbringen.

Keine Asylanträge: „Die EU hat sich darauf geeinigt, die Massenzustrom-Richtlinie zu beschließen“, sagt Seefried. Das bedeutet, dass Ukrainerinnen und Ukrainer keine Asylanträge stellen müssen. Im Moment können sie Seefried zufolge mit einem biometrischen Pass für 90 Tage einreisen. Das Aufenthaltsrecht könne dann um weitere 90 Tage verlängert werden. Sozialdezernentin Julia Urtel ergänzt: „Keiner wird im Regen stehengelassen, nur weil die rechtliche Situation ungeklärt ist.“

Nicht in die LEA: Menschen aus der Ukraine sollen nach Möglichkeit nicht in die LEA nach Ellwangen kommen. „Das ist unnötig“, sagt der Landrat. Die Geflüchteten sollen stattdessen direkt in die vorbereiteten Unterkünfte gebracht werden. Wenn allerdings sehr viele Geflüchtete auf einmal kommen, dann könne es doch nötig werden, sie zunächst in der LEA aufzunehmen. Um rund 800 zusätzliche Plätze wird die Kapazität in der Landeserstaufnahmestelle erhöht.

Sachspenden: Im Moment wolle der Landkreis noch keine Sachspenden sammeln, da noch nicht klar sei, was benötigt werde, erläutert Kurschat. Wenn eine Familie etwa eine Waschmaschine oder Ähnliches benötige, sollen die Gesuche unter www.ostalbhelfer.de eingestellt werden.

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Das Kloster Neresheim. Archivfoto: dat
Das Galvaniseur-Wohnheim in Schwäbisch Gmünd wird für Menschen aus der Ukraine vorbereitet.

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