Ulmer Münsterdekan Gohl ist neuer Landesbischof

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Bei der Frühjahrstagung der 16. Landessynode der evangelischen Kirche Württemberg im Stuttgarter Hospitalhof wurde der neue Landesbischof gewählt. Im Bild (vl.) Landesbischof Dr. Frank Otfried July, der neugewählte Ernst-Wilhelm Gohl und Synodalpräsident
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Ernst-Wilhelm Gohl folgt in der Württembergischen Landeskirche auf Bischof Dr. Frank Otfried July. Wann der Neue sein Amt antritt und was Sie sonst noch wissen müssen.

Stuttgart

Nach langen Beratungen und vier Wahlgängen am vergangenen Donnerstag - ohne einer erforderlichen Mehrheit eines der drei Kandidaten - hat die evangelische Landessynode am Samstag den Ulmer Münsterdekan Ernst-Wilhelm Gohl zum neuen Landesbischof der Württembergischen Landeskirche gewählt. Gohl wurde nach erneuter Nominierung mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit von 57 von 84 Stimmen gewählt. Seine offizielle Einsetzung wird am 24. Juli bei einem Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche erfolgen. Das teilt die Landeskirche in einer Presseerklärung mit. Im gleichen Gottesdienst werde der amtierende Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July verabschiedet.

Ernst-Wilhelm Gohl war vom Gesprächskreis  (ähnlich einer Fraktion, Anmerk. d. Red.) "Evangelium und Kirche" als Kandidat vorgeschlagen worden, aber wie seine beiden Mitbewerber an der nötigen Zweidrittelmehrheit gescheitert, wonach Gohl, der als Mann der Mitte gilt, am Donnerstag bereits frühzeitig seine Bewerbung zurückgezogen hatte.

„Ich finde, es ist ein starkes Zeichen, dass wir über alle Unterschiede hinweg uns einigen konnten,“ sagte Gohl zur Wahl durch die Synode, der er selbst angehört. „Das ist ein hoffnungsvolles Zeichen für die künftige Zusammenarbeit. Der Geist Jesu führt zusammen. Das möchte ich auch als wichtiges Signal in unsere Gesellschaft hineinsenden.“

Landesbischof Frank Otfried July beglückwünschte seinen Nachfolger in der Pressemitteilung: „Ich gratuliere sehr herzlich und wünsche Gottes Segensgeleit. Ich freue mich, dass in den Herausforderungen und Veränderungsprozessen der nächsten Jahre mit Ernst-Wilhelm Gohl eine Person Verantwortung übernimmt, die gewillt ist, diese Prozesse mitzusteuern und mitzugestalten." 

Auch die Synodalpräsidentin Sabine Foth, die auch Vorsitzende des Wahl-Nominierungsausschusses ist, wird in dem Schreiben zitiert: „Mit Ernst-Wilhelm Gohl ist ein Pfarrer an die Spitze der Landeskirche gewählt worden, der vielfältige Erfahrungen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern als Theologe gesammelt hat und diese nun der gesamten Kirche zugutekommen lässt.“

Infos:

Zur Wahl angetreten waren die gebürtige Aalenerin Dr. Viola Schrenk für den fortschrittlich-liberalen Gesprächskreis "Offene Kirche", Gottfried Heinzmann für die konservative "Lebendige Gemeinde" und der Ulmer Münsterdekan Ernst-Wilhelm Gohl für den Gesprächskreis der Mitte "Evangelium und Kirche".

Der amtierende Landesbischof Dr. Frank Otfried July geht im Juli im Alter von 68 Jahren in den Ruhestand. July war bei seiner Wahl 2005 im ersten Wahlgang gewählt worden. Sein Nachfolger Ernst-Wilhelm Gohl ist auf zehn Jahre gewählt.

In der württembergischen Landeskirche werden die Synodalen und damit die Landessynode, die auch Bischofswahlgremium ist, von den Gemeindegliedern direkt gewählt. Innerhalb der Landessynode gibt es derzeit vier Gesprächskreise - Lebendige Gemeinde, Offene Kirche, Evangelium und Kirche sowie Kirche für Morgen.

Die Synodalen vertreten die vielfältigen Interessen der knapp 1,9 Millionen Kirchenmitglieder.

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