Unbegleitete Flüchtlingskinder: Interesse "überbordend"

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Noch gibt es keine unbegleiteten Flüchtlingskinder auf der Ostalb. Sie kommen im Familienverbund. Der Landkreis will aber dafür vorbereitet sein.
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Die Info-Veranstaltung zur Aufnahme unbegleiteter Kinder und Jugendlicher, die vor dem Krieg geflüchtet sind, ist ausgebucht.

Aalen. „Das Interesse ist überbordend“, sagt die Pressesprecherin des Landratsamtes Susanne Dietterle. Dietterle bezieht sich dabei auf das Interesse, sich als Gastfamilie für unbegleitete ukrainische Kinder auf der Flucht zur Verfügung zu stellen. „Dafür vielen Dank“, so Dietterle.

Erst am Dienstag dieser Woche hatte der Landkreis per Pressemitteilung die Meldung herausgegeben, dass es am kommenden Donnerstag, 17. März, dazu eine Infoveranstaltung geben wird. Diese ist nun bereits restlos ausgebucht, wie Susanne Dietterle berichtet. Deutlich mehr als 100 Mails und Telefonate seien beim Geschäftsbereich Jugend und Familie des Landratsamtes eingegangen – 75 Menschen seien nach der aktuellen Corona-Verordnung aber nur bei der Veranstaltung erlaubt. Deshalb bitte der Geschäftsbereich nun darum, sich nicht mehr zu melden. „Wer keine schriftliche Meldung vom Jugendamt bekommt, der kann nicht teilnehmen. Die Veranstaltung ist ausgebucht“, erklärt Susanne Dietterle.   

Bei der Veranstaltung am 17. März werde das Verfahren für eine Aufnahme von Kindern und Jugendlichen, die alleine aus der Ukraine geflohen sind, genauer erklärt. Es unterliege denselben Bestimmungen wie einer Aufnahme von Pflegekindern. Mit Hausbesuch und Begehung vor Ort, die Besichtigung der räumlichen Kapazitäten, die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses im Vorfeld, so Susanne Dietterle. „Es geht nicht nur um ein Dach über den Kopf und ein warmes Bett“, konkretisiert sie. Es würden auch Kinder und Jugendliche mit Handicap kommen. „Zudem sind die Verständigungshürden höher, man muss Zeit investieren, die Kinder und Jugendlichen haben Flucht und Vertreibung erlebt“, sagt Susanne Dietterle. Erst wenn alles geklärt sei, gebe es die Pflegebescheinigungen vom Jugendamt.

 

Noch reisen die Flüchtlinge aus der Ukraine im Familienverband an – ohne Männer, Frauen, Kinder, Omas. Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren dürfen nicht ausreisen. Die meisten, die am Sonntagnacht in der LEA aufgenommen worden seien, sind mittlerweile weitergereist, so Dietterle. Stand Mittwochmorgen seien noch 20 Flüchtlinge aus der Ukraine gewesen. „Die meisten sind weitergereist, die Gruppe schmilzt zunehmend, so Dietterle. Man wisse nicht, wie viele Flüchtlinge noch kommen werden, wolle aber vorbereitet sein.

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