Ungeimpfte: Landrat erwartet keine Abwanderung nach Bayern

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Der Ostalbkreis grenzt an Bayern, wo die einrichtungsbezogene Impfpflicht ausgesetzt werden soll. Was das für den Ostalbkreis bedeutet.

Aalen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will in Bayern die Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeheimen und Kliniken aussetzen. Eigentlich soll diese am 15. März eingeführt werden. Baden-Württemberg geht laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) einen anderen Weg: „Wir können ja ein Bundesgesetz nicht aussetzen“, wird Kretschmann im SWR zitiert. Im Ostalbkreis sieht man das Thema mit Interesse: Das bayerische Nördlingen grenzt an, Berührungspunkte gibt es auf dem Härtsfeld. Und auch Neu-Ulm ist nicht weit. Wie groß ist die Sorge im Landratsamt und bei Landrat Dr. Joachim Bläse, dass aufgrund der Ankündigung aus Bayern Pflegekräfte, die nicht geimpft sind, in den Freistatt abwandern? Dazu äußert sich Bläse differenziert: „Nicht ohne Grund haben sich der Ostalbkreis und der Kreistag der Resolution des Landkreistags für eine allgemeine Impfpflicht angeschlossen“, erinnert Bläse und weiter: „Die Corona-Impfungen gelten als eine wichtige Säule der Pandemiebekämpfung“ und sollten daher für alle Berufsgruppen gelten. Die Ankündigung Bayerns allerdings, die einrichtungsbezogene Impfpflicht nicht umsetzen zu wollen, führe „insgesamt zu einer noch größeren Verunsicherung beim Pflegepersonal“. Dass aber „jetzt in großem Umfang Pflegepersonal nach Bayern abwandert, erwarte ich persönlich aber nicht“, erklärt Bläse.

Das Gesetz legt fest, dass Beschäftigte in Pflegeheimen und Kliniken bis 15. März Nachweise als Geimpfte oder Genesene vorlegen müssen - oder ein Attest, nicht geimpft werden zu können. Arbeitgeber müssen die Gesundheitsämter informieren, wenn das nicht geschieht. Wie geht der Ostalbkreis damit um?

„Klar ist, dass die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht eine Herausforderung darstellt und mit Augenmaß einhergehen muss, vor allem angesichts des ohnehin bereits herrschenden Fachkräftemangels“, sagt Bläse. Die Funktionsfähigkeit von Kliniken, Pflege- und anderen betroffenen Einrichtungen „und natürlich die Versorgung und Sicherheit der Patienten“ müssten dabei im Blick gehalten werden. Das Sozialministerium habe den Landkreisen Vollzugshinweise angekündigt, „die sicherlich die schwierigen Rahmenbedingungen berücksichtigen und eine gleichmäßige Umsetzung im Land gewährleisten werden“, hofft Bläse. Inwieweit der Vorstoß aus Bayern die Diskussion um die Impfpflicht in Einrichtungen und allgemein in der Folge beeinflussen wird, bleibe abzuwarten.

Die Impfquote der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken Ostalb liegt nach Angaben aus dem Landratsamt bei 90 Prozent.

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